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Patentiertes Blütenmeer

Gönnebek Patentiertes Blütenmeer

Neue Züchtungen aus der Gärtnersiedlung verlängern den Sommer. Außerdem bieten sie Bienen und Schmetterlingen Nahrung. Und noch ein Vorteil: Sie sind winterhart und treiben im Frühling wieder aus. Gärtnermeister Hartwig Bull hat sich gerade zwei seiner Schöpfungen patentieren lassen.

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Der Spätsommer leuchtet in Gönnebek: ein Meer von Rudbeckia.

Quelle: Petra Stöver

Gönnebek. Vom Patent geschützt sind jetzt eine Sonnenblume (Helianthus, Markenname „Sun Catcher“) und ein Sonnenhut (Rudbeckia, „Sun Beckia“). Für einen weiteren Sonnenhut (Echinacea) arbeitet er noch am Sortenschutz. Wie die Pflanze heißen soll, verrät er deshalb noch nicht.

 In den Gewächshäusern und auf dem Acker reihen sich Tausende von Töpfen mit den leuchtenden Blumen, 100000 allein auf dem freien Feld. „Im September sind die alle verkauft“, sagt der Fachmann, der ausschließlich für den Großhandel produziert. Auf und über den Blüten summt und flattert es, Bienen und Schmetterlinge saugen Nektar. Die Sonnenhüte liefern im Spätsommer einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Insekten. Auch die winterharte Sonnenblume zieht die Brummer an. Wer die Dauerblüher in den Garten pflanzt oder auf die Terrasse stellt, tut also auch etwas für die Umwelt.

 Nicht nur diesen Aspekt hatte Bull bei der Zucht im Blick. Was so natürlich aussieht, kommt aus dem Labor. „Wir spielen da Biene“, vereinfacht Bull den Prozess. Das Material für die Jungpflanzen wächst unter immer gleichen Bedingungen auf Nährboden in Gläschen heran. In der Gärtnerei wird der sogenannte Mikrosteckling dann in Töpfchen gepflanzt und im Gewächshaus aufgepäppelt. Wenn die Nachtfröste vorbei sind, kommen die Pflanzen in großen Töpfen nach draußen, um sich zu entfalten.

 Schon sein Vater habe gezüchtet, sagt der 47-Jährige, der den Betrieb vor acht Jahren als Gärtnermeister und Agrar-Betriebswirt übernahm. Viel Neugier, aber auch Fleißarbeit, Tüftelei und Ehrgeiz stecken nach seinen Worten in der Pflanze, bis sie schließlich alle wünschenswerten Eigenschaften in sich vereint. Gezüchtet werde konventionell, mit Gentechnik hat Bull nichts am Hut. „Und das wäre ja auch viel zu teuer, das könnten wird uns gar nicht leisten“, sagt der Gönnebeker. Bei den Farben werden Trends und Vorlieben der Frauen genau verfolgt. Zurzeit hält sein Betrieb 20 Patente auf Pflanzen, spezialisiert auf Blühendes im Spätsommer.

 In seiner Gärtnerei will Bull nicht nur vergängliche Massenware, sondern exklusive und werthaltige Pflanzen produzieren. Sie würden wieder vermehrt nachgefragt, hat er festgestellt. Auch die Hinweise „Bienenfreundlich“ und „Produziert in Schleswig-Holstein“ ließen diejenigen Kunden zugreifen, die naturnahe und regionale Verbundenheit schätzen. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass es so gut läuft“, sagt Bull, der mittlerweile für seine winterharten Sonnenfänger Unterlizenzen auf dem europäischen Markt vergeben kann. Wenn er sein Spätsommer-Sortiment verkauft hat, bereitet sich der Gärtner mit Kleetöpfchen auf den Jahreswechsel vor.

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