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Algen versprechen Millionengeschäft

Firma „Sea and Sun“ in Gönnebek Algen versprechen Millionengeschäft

Von der wirtschaftlichen Alternative, die die Algenzucht verspricht, waren einige Vertreter aus der Landwirtschaft fasziniert, als sie Unternehmen Sea and Sun Technology in Gönnebek besuchten. Im Rahmen eines Seminars erfuhren sie, welch großes wirtschaftliches Potenzial in den kleinen Pflänzchen steckt.

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Heinz Schelwat (vorne, rechts) zeigte den Besuchern die Algenzucht bei Sea and Sun in Gönnebek.

Gönnebek. „Sea and Sun“-Inhaber Heinz Schelwat und Professor Dr. Rüdiger Schulz von der Uni Kiel stellten Zukunftstechniken vor, mit denen das Potenzial der Algen in wenigen Jahren in großem Stil genutzt werden könnte.

 Eine Besonderheit der Algen sei ihre hohe Wachstumsrate, erfuhren die Besucher, und was Gartenteichbesitzer ärgert, könne man sich zunutze machen. Die im Wasser vorhandenen Nährstoffe und das Sonnenlicht reichen, um große Mengen an Algen wachsen zu lassen. Die entstehende Biomasse könnte in Biogasanlagen als Alternative zu Mais vergoren werden.

 „Anders als Mais und andere Biomasse-Lieferanten haben Algen den Vorteil, dass sie nicht auf Erde angewiesen sind“, erklärte Schelwat. Er selbst hat seine Bassins vor fünf Jahren in ehemaligen Gewächshäusern aufgestellt. Wohin es gehen soll, demonstrierte Wissenschaftler Schulz anhand einer kleinen Modellanlage: Dort wachsen die Algen in einem Becken, das sich inmitten von schwimmenden Pontons befindet. Wenn diese Konstruktion auf die harten Bedingungen an der Meeresoberfläche angepasst wird, könnten die Anlagen zur Algenzucht auch in großem Maßstab auf der Ostsee platziert werden. Diese Offshore-Technik habe weitreichende positive Auswirkungen wiederum auf die traditionelle Landwirtschaft, sagte Birgit Schmidt-Puckhaber von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), die das Seminar organisiert hatte. Riesige Flächen, die zurzeit noch mit Mais als Monokultur bestellt werden, können wieder anders genutzt werden, wenn Biomasse für Biogasanlagen auf dem Meer produziert wird. Dadurch könnten die zuletzt kaum noch bezahlbaren Pachten für landwirtschaftliche Flächen wieder sinken. Zudem könnten die Algen auch als Naturdünger und natürliche Futterzusätze verwendet werden.

 Wer als Bauer davon träumt, dass er neben dem Kuhstall noch eine Wanne für Algen aufstellt, müsse aber noch eine Menge Geduld haben, erkannte Landwirt Heiko Allhusen aus Niedersachsen. Allein die nötige Labortechnik, um die Abläufe zu steuern, sei noch zu aufwändig, so dass sie sich nur im Verbund mit mehreren Unternehmen lohne.

 Schelwat will noch weiter forschen. Omega-3-Fettsäuren, hochwertige Proteine und Vitamine könnten bald in seinen Anlagen produziert werden, erklärte er, jeweils von Algen mit besonderen Eigenschaften. Was noch alles in den Pflanzen steckt, sei noch gar nicht absehbar, so Schelwat: „Von den 300000 Algenarten sind bisher erst 20 Prozent erforscht.“ Dahinter stecke ein Millionengeschäft - viel lukrativer als die Solarenergie: Von der habe er sich aufgrund der gesunkenen Erlöse aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz weitgehend verabschiedet, sagte der Unternehmer, um sich ganz der Zukunft auf dem Meer zu widmen.

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