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Graumann verlässt WKS Es passte nicht mehr

„Ich gehe ohne Groll.“ Es habe einfach nicht mehr gepasst, erklärt der scheidende Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg (WKS), Ulrich Graumann. Er verlässt im Januar 2016 nach vier Jahren überraschend die Gesellschaft.

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Ulrich Graumann verlässt die WKS.

Quelle: Uwe Paesler

Kreis Segeberg. „Der Spaß ließ nach“, sagt Graumann. Zuletzt habe es nur noch Routine und Berichtswesen gegeben, keine Aufbauarbeit mehr. Das schlechte Gefühl sei im vergangenen halben Jahr gewachsen. „Ich will mehr Energie in Gründungen und Innovationen stecken.“ Jetzt werde er sich erst mal erholen. Einen neuen Job habe er noch nicht, sagt der 60-Jährige.

 Er hatte die WKS in ihrer schwierigen Gründungsphase übernommen und aufgebaut. Mit einem Team von sechs Mitarbeitern und einer halben Million Euro Zuschuss pro Jahr vom Kreis wirbt die WKS in der Wirtschaft für den Kreis Segeberg. „Sie ist eine Netzwerkagentur und betreibt Standortmarketing“, sagt Graumann. Ökonomisch habe sie allerdings einen „Webfehler“. Sie handele, anders als andere Wirtschaftsförderer, nicht mit Gewerbegrundstücken. Das sei jedoch ohnehin ein allgemein zurückgehendes Geschäft.

 Den Kreis Segeberg sieht er wirtschaftlich sehr gut aufgestellt. „Eigentlich sind es zwei Kreise in einem“: Die wirtschaftsstarke Region an der A7 und der Ostkreis. Auch an der A21 liege viel Potenzial. Als Beispiel nennt Graumann das Mittelzentrum Bad Segeberg/Wahlstedt und das Gebiet Trappenkamp/Bornhöved.

 Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Jorkisch, Chef eines Holzunternehmens in Daldorf, lobt Graumann. „Er hat den Boden zu einer erfolgreichen Wirtschaftsentwicklung geebnet.“ Er danke Graumann „für seine engagierte Arbeit.“

 Auf Nachfrage versichert Jorkisch, dass Graumann nichts vorzuwerfen sei. Wer den ersten Schritt für die Trennung gemacht habe, wollte er nicht sagen. Es handele sich nicht um einen Rauswurf. Beide Seiten hätten sich an einen Tisch gesetzt und dann zusammen entschieden.

 Offenbar gab es Unzufriedenheit unter Politikern des Kreises, der die WKS mit jährlich 500000 Euro finanziert. Zu hören ist von Vorwürfen, es habe handwerkliche Fehler gegeben, Graumann habe nicht berichtet, Sitzungen nicht besucht und sich nicht an zeitliche Vorgaben gehalten. Manche sollen ihm auch angekreidet haben, dass die WKS nicht auch Geld abwirft – was allerdings schwierig ist, weil die WKS andere Aufgaben hat. Das bestätigt Aufsichtsratschef Jorkisch. Die WKS solle Netzwerke bilden, für Segeberg werben, zwischen Politik und Wirtschaft vermitteln, Unternehmensgründungen forcieren.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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