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Dreh an der Schlangengrube

Wildpark Eekholt Dreh an der Schlangengrube

Das Eckernförder Green-Screen-Naturfilmfestival lädt junge Leuten zwischen 12 und 17 Jahren jährlich zu Naturfilmcamps ein, die seit sieben Jahren im Wildpark Eekholt stattfinden. „Man kommt nahe ran an die Tiere“, lobt Mark Sauter, einer von 16 Jugendlichen, die eine Woche lang in vier Teams an ihren Projekten arbeiteten.

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Kameramann Dieter Hoese (rechts) gab Jonathan Longards (links) und Mark Sauter Tipps beim Filmen der Schlangen.

Quelle: Jann Roolfs

Großenaspe.. „Sie erscheint gleich beim Farn“ - Dieter Hoese weiß, wo die Ringelnatter gleich ins Blickfeld von Mark Sauter kommen wird. Der 16-Jährige dreht gerade eine Sequenz für einen Naturfilm. Hoese, Jahrgang 1942 und ehemals Kameramann bei Heinz Sielmann, unterstützt ihn mit technischen Ratschlägen.

 Die Arbeit an der Schlangengrube gehört zum Naturfilmcamp, in dem einmal pro Jahr Jugendliche im Wildpark Eekholt Naturfilme drehen. Mark Sauter war einer von vier Teilnehmern aus dem Kreis Segeberg, die sich im Wildpark zusammenfanden, um einen Film über das „Ökosystem Moor“ zu drehen. „Wir hatten in der Schule gerade das Thema Klimawandel: Moore sind Kohlenstoffspeicher“, erklärte Jonathan Longardt (16) aus Norderstedt den Hintergrund. „Ich hatte die Idee, alle waren einverstanden“, beschreibt Lukas Gerngroß (12) aus Bad Segeberg die Themenfindung. Am Mittwoch standen die Schlangen als typische Moorbewohner auf dem Drehplan, damit sollten die meisten Aufnahmen fertig sein. Aber damit war die Arbeit noch lange nicht beendet: Bis zur Vorführung des Films heute Nachmittag standen noch der Schnitt und das Verfassen und Einsprechen des Off-Textes an. Mark konzentrierte sich mit Jonathan aufs Filmen und den Schnitt, für den Text recherchierten alle vier Teammitglieder gemeinsam.

 Die Jugendlichen hatten eine arbeitsreiche Woche, aber für Mark Sauter stand fest: „Es lohnt sich wirklich, hier zu sein.“ Er schwärmte von „Sachen, die man sonst nicht sehen würde“; zum Beispiel, wie eine Kreuzotter eine Maus mit ihrem giftigen Biss lähmt und dann am Stück verspeist.

 Eine der wichtigsten Lektionen bei Naturfilmern ist das Warten. Lena Greiner (13) aus Bad Segeberg und Janne Junker (14) aus Dörphof bei Kappeln bewiesen dabei viel Geduld: Zweieinhalb Stunden standen sie am Rothirschgehege und warteten auf die richtige Perspektive: „Sie müssen weiter weg sein, sonst ist der Zaun im Bild“, erklärte Kamerafrau Junker das Ausharren. Die Mädchen drehten einen Film über den „Spießer und seine Rolle“. Spießer heißen beim Rotwild die jungen, männlichen Hirsche, die noch kein eigenes Rudel haben und sowohl von den Kühen als auch von den Platzhirschen vertrieben werden.

 Daniel Wehrend, neben Kameramann Dieter Hoese einer der drei Betreuer, die den Jugendlichen technische und filmische Tipps geben, erklärte den Hintergedanken des Camps: „Das Filmdrehen ist ein Weg zur Teamarbeit.“ Gleichzeitig wollen die Green-Screen-Organisatoren „tieferes Verständnis für Natur und Umwelt“ wecken. In die Themenwahl mischen sie sich dabei so wenig wie möglich ein. Von Seiten des Wildparks betreut Ute Kröger die jungen Filmer.

 „Gutes Licht!“ Kameramann Dieter Hoese unterbricht das Gespräch mit dieser wichtigen Mitteilung. Schließlich wollen die Jugendlichen Ansehnliches produzieren: Ihre Filme werden im September in Eckernförde beim Green-Screen-Festival neben den Arbeiten von Profis gezeigt. Sie laufen in einer eigenen Reihe und konkurrieren um den Eekholt-Nachwuchs-Filmpreis.

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