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Zu viel Phosphat in zwei Seen

Groß Niendorf Zu viel Phosphat in zwei Seen

Schlechte Note für die Groß Niendorfer Au, die den Neversdorfer See und den Mözener See mit Wasser speist. Mit ihr fließt zu viel Phosphat in die beiden Seen. Der Neversdorfer See, der auch ein beliebtes Bade- und Bootsrevier ist, erfüllt die Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nicht.

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Die Wasserqualität des Neversdorfer Sees will Claus Fahrenkrog, Verbandsvorsteher des Gewässerpflegeverbands Mözener Au, verbessern.

Quelle: Harald Becker

Groß Niendorf. Andreas Frahm vom Unternehmen Ingus (Fachbüro für Agrar- und Umweltberatung) informierte auf Einladung des Gewässerpflegeverbands Mözener Au über den Zustand der Gewässer. „Geht es nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die mindestens gute Zustände fordert, muss der Neversdorfer See als ökologisch unbefriedigend bewertet werden“, sagte Frahm im Blick auf die Phosphatbelastung. Sie beträgt 0,064 Milligramm pro Liter, was einer Schulnote Vier entsprechen würde. Um auf eine Zwei zu kommen, müsste die Belastung auf 0,035 Milligramm je Liter reduziert werden. Es bestehe also erhöhter Handlungsbedarf. Der ökologische Zustand müsse verbessert werden, um die Umweltziele dieser Richtlinie zu erreichen. Dafür gibt die EU nur noch zehn Jahre Zeit.

 Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) hatte das Büro mit den „Untersuchungen zu den relevanten Nährstoffeintragspfaden“ beauftragt. Frahm und seine Kollegen fertigten eine Gefährdungskarte der Flächen an, von denen erhöhte Nährstoffeinträge zu erwarten sind.

 So führen die Entwässerung des Holmer Moores und einige andere Einträge im Verlauf der Groß Niendorfer Au – besonders der Heiderfelder Kläranlage – zum hohen Phosphatgehalt, der das Pflanzenwachstum im See anheizt. Dort sind Schutzmaßnahmen notwendig. „In diesem Jahr hatte die erhöhte Blaualgenbildung zu einem Badeverbot im Neversdorfer See geführt“, beklagte Kristian Draeger (stellvertretender Bürgermeister der Gemeine Kükels am Mözener See). Eine Mitschuld der Landwirtschaft an dem schlechten Zustand der Gewässer während auf der Informationsveranstaltung ausdrücklich verneint. Auch sei die Wasserqualität nicht gesundheitsgefährdend.

 In Abstimmung mit dem LLUR will der Gewässerpflegeverband 2017 die Maßnahmen für die Verbesserung der Gewässerqualität beschließen. „Ich könnte mir vorstellen, dass an der Heiderfelder Kläranlage durch eine Phosphatfällung die Wasserqualität verbessert wird“, erklärte Verbandsvorsteher Claus Fahrenkrog gegenüber der Segeberger Zeitung. Auch die Vernässung des Holmer Moores wäre denkbar. Dies ist jedoch nur möglich, wenn alle Grundstückseigentümer zustimmen. „Wir sollten jetzt mit den Maßnahmen beginnen“, forderte Draeger.

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