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Große Angst nach Brandanschlag auf Pkw

Wensin-Garbek Große Angst nach Brandanschlag auf Pkw

Ein Pkw wurde bei einem Brand in einem Carport schwer, ein anderer leicht beschädigt. Gegen 0.30 Uhr in der Nacht zu Montag hatten Anwohner den Qualm gemerkt und Polizei und Feuerwehr alarmiert. Die Geschädigten vermuten einen gezielten Anschlag und fürchten um ihr Leben.

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„Das war mal ein schönes Auto“, bedauert Gudrun Dankert. In der Nacht zu Montag wurde der acht Jahre alte Mercedes vermutlich durch Brandstiftung schwer beschädigt. Er stand in einem hölzernen Carport unmittelbar zwischen zwei Einfamilienhäusern in der Straße im Glin in Garbek.

Quelle: Stöver

Wensin-Garbek. Der acht Jahre alte Mercedes SKL ist hinten schwarz verkohlt. Er stand in einem Carport in der Straße Am Glin in Garbek. Dort wohnen Gudrun Dankert (62) und ihr Lebensgefährte Erich Neugebauer (65). Als der Mann in der Nacht merkte, dass der Bewegungsmelder auf dem Grundstück anschlug, guckte er raus und sah Qualm. „Und dann ging einer vom Hof runter.“ Er weckte seine Frau, die aus dem Fenster auch einen Kapuzenmann auf der Straße gesehen haben will. Auf einem Reifen habe ein Brandsatz gelegen, so Neugebauer. Er habe noch versucht, mit Wasser aus dem Gartenschlauch zu löschen. Wenig später kam die Feuerwehr, erstickte den Brand mit Schaum und zog die beiden Autos aus dem hölzernen Carport.

 In den Nachbarschaft ist die Empörung über die vermutete Brandstiftung groß. Gudrun Dankert ist sich sicher: Wenn ihr Mann nicht nach Mitternacht noch mal nach draußen geguckt hätte, „dann wären wir hier abgefackelt“. Dass das Paar so sehr von einem gezielten Anschlag überzeugt ist, begründet es mit einer unappetitlichen Vorgeschichte. Ihr Grundstück liegt nah am Sportplatz, wo Mannschaften des örtlichen Sportvereins regelmäßig Fußball spielen und manchmal auch feiern. Über den Lärm hatte das Paar sich beschwert und gefordert, dass der Verein Richtlinien einhält, um die Lautstärke zu mindern. Seitdem seien sie immer wieder angegangen worden. „Unser Haus wird regelmäßig mit Eiern beworfen, immer wieder werden Kartoffeln in den Auspuff gesteckt“, schildert Neugebauer.

 Eierwürfe und Bananen im Auspuff hätten auch andere Leute in anderen Ecken des Dorfes hinnehmen müssen, sagt Dorfsheriff Rüdiger Bühring. Konkrete Verdachtsmomente hätten sich nicht ergeben. Ob ein Tatzusammenhang mit der jetzigen Brandstiftung besteht, müssten die Ermittlungen der Kripo ergeben. Ergebnisse konnte die Pressestelle der Polizeidirektion noch nicht nennen. Sie geht von Brandstiftung aus. Bereits in der Nacht sei im Nahbereich nach Verdächtigen gefahndet worden, aber ohne Erfolg.

 Beweise fehlen, dass der oder die Täter aus dem Umfeld des TuS Garbek kommen, wie Neugebauer und Dankert behaupten. Dessen Vorsitzender Hans-Wilhelm Nohrn findet es „sehr weit hergeholt, einen solchen Zusammenhang herzustellen“ und „schlimm“, den Verdacht überhaupt zu äußern. Vor einigen Jahren sei das Verhältnis zu Neugebauer angespannt gewesen, habe sich aber normalisiert. Freiwillig habe der Verein auf sein Grillfest verzichtet, um nicht anzuecken. Sollte gar ein TuS-Mitglied von fast 400 hinter den Vorfällen stecken, wäre es für den Verein „das Schlimmste“. Doch Nohrn mag sich „nicht vorstellen, dass einer so blöd sein könnte“.

 Dass das Geschehen eskaliert, dass die Hemmschwelle noch weiter gesunken ist, macht vor allem Gudrun Dankert Angst. Sie könne kaum noch schlafen, allein im Haus fühle sie sich unsicher. Ihre bange Frage: „Was macht er als Nächstes?“

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