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Bedenken gegen Flüchtlingshaus

Großenaspe Bedenken gegen Flüchtlingshaus

Streitpunkt im Planungs- und Maßnahmenausschuss Großenaspes war die Abstimmung über eine weitere Flüchtlingsunterkunft für 24 Bewohner, die auf einer Koppel an der Bimöhler Straße entstehen soll. Kritik übten vor allem zwei Familien, die in der Nachbarschaft leben.

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Bürgermeister Torsten Klinger (links) und Bernd Konrad mussten sich in der Ausschusssitzung der Kritik einiger Anwohner stellen.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Großenaspe.. Ausschussvorsitzender Bernd Konrad und Bürgermeister Torsten Klinger stellten sich der Kritik. Konrad ist außerdem der Investor, der die Unterkunft auf seinem Grundstück bauen möchte. Trotz des Gegenwindes stimmten die Ausschussmitglieder am Ende mit drei Ja-Stimmen und drei Enthaltungen dem Bau zu.

 Vor allem Anne Stracke brachte ihren Unmut und ihre Bedenken zum Ausdruck. Ihr Haus und das ihres Vaters, in denen insgesamt sechs Familienmitglieder leben, grenzen an die Koppel. Sie hätte nichts gegen eine Flüchtlingsfamilie in der Nachbarschaft, sagte sie. „Aber mit 24 Flüchtlingen sind wir nicht einverstanden, damit fühlen wir uns überfordert“, argumentierte sie in der Sitzung. Außerdem befürchte sie einen Wertverlust von 50 Prozent für die Häuser, sagte sie. Auf die Bitte, die Einwohner in die Entscheidung einzubeziehen, sei nicht eingegangen worden, monierte Stracke: „Ich würde mir einen größeren Abstand zu meinen Häusern wünschen und eventuell auch einen Sichtschutz, um die Wohnsituation etwas erträglicher zu machen.“

 Anne Stracke wollte außerdem wissen, wer den Auftrag erteilt hatte, die Abwasser- und Regenwasserleitung an der Bimöhler Straße bis auf die Höhe jener Koppel zu verlegen, wo die Unterkunft entstehen soll. Bereits im Dezember hätten ihr die Bauarbeiter gesagt, dass dafür ein Auftrag vorliege, und zwar von Bernd Konrad. Der versicherte während der Sitzung, nie einen solchen Auftrag vergeben zu haben: „Da ist die Firma auf eigene Faust tätig geworden. Es ist zwar von solchen Plänen gesprochen worden, einen schriftlichen Auftrag gab es aber nie.“ Nachdem nun aber die Entscheidung für den Bau gefallen war, wurde die Verlängerung der Abwasser- und Regenwasserleitung nachträglich vom Ausschuss gebilligt.

 Bürgermeister Klinger reagierte gereizt auf die Nachfragen von Anne Stracke und fragte sie immer wieder, ob sie grundsätzlich etwas gegen Flüchtlinge habe. Sie versicherte erneut, dass das nicht der Fall sei. Klinger gab später an, dass er kein Verständnis dafür habe, wenn Mitbürger nur mit Zaun in der Nachbarschaft von Flüchtlingen leben wollten.

 Derzeit sind 65 Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht, mit weiteren 70 muss Großenaspe in diesem Jahr noch rechnen. Nachdem erst kürzlich der Aus- und Umbau von Flächen im Gewerbegebiet für rund 28 Flüchtlinge gebilligt wurde, suchte die Gemeinde nach Investoren, die weiteren Raum für Flüchtlinge errichten wollen. Einer davon ist Bernd Konrad. Aufgrund der Bitte von Gemeindevertretern ist er von seinen ursprünglichen Plänen, im Gewerbegebiet zu bauen, abgewichen. Stattdessen soll jetzt auf Konrads 17000 Quadratmeter großer Koppel, die am Ortsausgang Richtung Bad Bramstedt liegt, die Unterkunft entstehen. Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude auf einer maximalen Grundfläche von 400 Quadratmetern mit sechs Wohnungen für jeweils vier Personen.

 „Wir sind noch ganz am Anfang vom Bauleitverfahren. Alles ist noch ergebnisoffen“, erklärte Udo Petersen vom Kreisbauamt. Anwohner und Träger öffentlicher Belange hätten noch zwei Mal die Gelegenheit, ihre Bedenken zu äußern. Darauf müsse die Gemeinde in jedem Fall und sogar schriftlich eingehen. Einwohner zusätzlich in die Planungen einzubeziehen, sei der Gemeinde überlassen, sagte Petersen: „Vor Herbst wird dieses Verfahren nicht abgeschlossen sein.“

 Anne Stracke wünscht sich, dass sich alle Beteiligten außerhalb der Formalien zusammensetzen, um die Bedenken der Anwohner zu besprechen.

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