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Trauungen am Wolfsgehege

Großenaspe Trauungen am Wolfsgehege

Das Ja-Wort unter Tage, auf Leuchttürmen, auf der Zugspitze, in alten Windmühlen und in Zoos – heute ist fast alles möglich. Auch dies wird ein nicht alltäglicher Ort für die Trauung: Eine Eheschließung im Wildpark Eekholt, ganz auf Tuchfühlung mit dem Wolf, soll künftig möglich sein.

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Fenja Bartholl und Fabian Hesselschwerdt (rechts) kamen zur Generalprobe, zu der Wildpark-Geschäftsführer Wolf von Schenck Uhu Fridolin mitbrachte.

Quelle: Anna Maria Persiehl

Großenaspe. Wer sich für eine Trauung in der rustikalen Wolfshütte entscheidet, kann mit Glück durch die Panoramascheiben hinter der Standesbeamtin einen Blick auf Lena, Mascha, Knickohr, Alexander oder Janosch erhaschen, den fünf Wölfen im Gehege. Die Hütte ist Teil der Wolfsmeile in dem Wildpark, einem Wolfsinformationszentrum des Landes Schleswig-Holstein.

 Der Amtsausschuss des Amtes Bad Bramstedt-Land machte auf seiner jüngsten Sitzung den Weg frei für standesamtliche Trauungen in der Wolfshütte. Die Widmung des neuen „Trauzimmers“ durch den Ausschuss ist Voraussetzung, diese ist zudem der Standesamtsaufsicht des Kreises Segeberg angezeigt worden, die Genehmigung steht noch aus.

 Am letzten Mai-Wochenende werden Fenja Bartholl und Fabian Hesselschwerdt, beide 31 Jahre alt, aus Winsen bei Kisdorf das erste Brautpaar sein, das in der Wolfshütte trauen lässt. Trauungen sind allerdings schon seit vielen Jahren im Wildpark möglich, bisher im Seminarraum. Die Wolfshütte ins Gespräch gebracht hatte Fenja Bartholl. „Wir sind häufig hier in Eekholt und haben auch eine Jahreskarte“, sagte sie bei einem Besuch mit ihrem Verlobten im Wildpark zu einer Art Generalprobe. „Wir sind begeistert von dem Haus und dem ganzen Holz hier.“ Für weiteres naturnahes Flair bei der Trauung wird der Uhu Fridolin sorgen. Den Star der Flugschauen hatte Wildpark-Geschäftsführer Wolf von Schenck zum Treffen in der Hütte mitgebracht. Fridolin wird wohl die Ringe für das Brautpaar heranfliegen.

 Fenja Bartholls Idee fand Befürworter bei der Amtsverwaltung und am Ende auch bei den Kommunalpolitikern. Denn für die Kosten standesamtlicher Trauungen, auch für die höheren Gebühren beim Ja-Wort außerhalb des behördeneigenen Trauzimmers, kommen immer die Brautleute auf. Einige wenige Amtsausschussmitglieder meldeten Bedenken an, so vor allem Hans-Hermann Schümann (Wiemersdorf): „Ich kann es nicht unterstützen, dass der Wolf so verherrlicht wird.“. Dagegen erklärte der Leitende Verwaltungsbeamte Christian Stölting, dass es viele gebe, die lange Wege in Kauf nähmen, um sich im Wildpark Eekholt trauen zu lassen. „Die Wolfshütte ist eine weitere Attraktion, die wir anbieten können.“

 Standesamtliche Eheschließungen finden hauptsächlich in der Amtsverwaltung in Bad Bramstedt statt. Dort ist in dem Trauzimmer für etwa 30 Hochzeitsgäste. Bei der Terminwahl wird den Wünschen der Brautleute entgegengekommen. So ist es möglich, neben den Öffnungszeiten der Behörde auch einen Nachmittagstermin an bestimmten Freitagen zu reservieren, eine standesamtliche Trauung an einem Sonnabendvormittag ist mehrmals im Jahr möglich.

 Den potenziellen Heiratswilligen den Weg zum Standesamt ein wenig schmackhafter zu machen, ist offensichtlich im Amt Bad Bramstedt-Land auch nötig. Nach 44 Trauungen in 2014 haben sich im vergangenen Jahr nur 36 Paare vor den Standesbeamtinnen des Amtes das Ja-Wort gegeben, wie Michaela Wendland erläuterte. Sie nimmt in der Regel die Trauungen vor, wird aber bei Bedarf von Kirsten Laudenbach und Erika Timmermann vertreten.

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Anna Maria Persiehl

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