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Der Schärengarten sackt ab

Großer Segeberger See Der Schärengarten sackt ab

Gerade mal gut zwei Jahre ist die neue Promenade am Großen Segeberger See alt – und schon muss nachgebessert werden. Der Schärengarten am Ufer droht teilweise im Wasser zu versinken. Der Baugrund ist nicht stabil genug. Für gut 13000 Euro soll das Problem im Frühsommer behoben werden.

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Im Schärengarten am Großen Segeberger See sinken einige Steine langsam unter die Wasseroberfläche, weil der Seegrund nicht stabil ist.

Quelle: Andreas Wicht

Bad Segeberg. Lange und intensiv war vor Jahren in der Kommunalpolitik über das Millionenprojekt Promenade diskutiert worden. Ihr Vorgänger war unansehnlich und uneben geworden, aber vielen Stadtvertretern war eine Neugestaltung in Anbetracht der mehr als angespannten Haushaltslage schlicht zu teuer.

 Dreimal legte Bürgermeister Dieter Schönfeld der Stadtvertretung das Vorhaben zur Beratung und Entscheidung vor, bevor er die erhoffte Zustimmung in der Tasche hatte. Dazu trug der kommunale Wirtschaftsexperte Dr. Klaus Westphal bei, der das Anzapfen zahlreicher Fördertöpfe empfahl – mit Erfolg.

 Anschließend wurde über ein Jahr an der Promenade gebaut. Mittlerweile erfreut sich die deutlich modernisierte Flaniermeile großer Beliebtheit und ist in den Sommermonaten stark frequentiert. Urlauber schlendern am Wasser entlang, Bad Segeberger verbringen auf der Promenade ihre Mittagspause oder ihren Feierabend.

 Ein Element des neuen Konzepts ist der Schärengarten. Schären – kleine, flache Felseninseln – findet man vor allem in Skandinavien und Kanada. An diese natürlichen geologischen Formen sollen die Betonblöcke erinnern, die in den See gebaut wurden. „Die sogenannten Schären bestehen aus Betonfertigteilen in drei unterschiedlichen Größen und einer einheitlichen Höhe von 50 Zentimetern“, erläutert Stadtplanerin Ute Heldt Leal. „Vor dem Einbau erfolgte eine Baugrunduntersuchung“, schildert die Expertin weiter. „Bei der Auffüllung und Planierung des Gewässergrundes im Sommer 2013 zeigten sich wider Erwarten Setzungserscheinungen.“ Mit anderen Worten: Der Boden gab unerwarteterweise nach.

 Ein Baugrundgutachter wurde erneut hinzugezogen. Es wurde versucht, den Boden durch bauliche Kniffe zu entlasten – doch der Erfolg war nicht durchschlagend. Ute Heldt Leal: „Etwa nach einem Dreivierteljahr zeigten sich bei vielen der im Wasser eingebauten Betonelemente Setzungserscheinungen in unterschiedlicher Stärke.“ Seither wird regelmäßig nachgemessen, ob die Steine zu versinken drohen. Innerhalb von zwei Jahren wurde ein Absinken um einen bis über drei Zentimeter festgestellt. Dieser Prozess lässt zwar inzwischen nach, ist aber nicht gänzlich abgeklungen. „Von einer weiteren Verlangsamung des Effekts kann ausgegangen werden“, sagt die Stadtplanerin.

 Sieben Schären in der Nähe des Ufers sollen jetzt erhöht werden, damit sie weiterhin über der Wasseroberfläche liegen und zum Begehen des Sees genutzt werden können. Die neuen Betonteile sollen 30 Zentimeter hoch sein und im Inneren einen Kern aus Hartschaum haben, damit das zusätzliche Gewicht nicht ganz so gravierend ausfällt. „Diese formgleichen Steine werden mittels Spezialmörtel für den Unterwasserbereich auf die vorhandenen Schären aufgesetzt“, sagt Ute Heldt Leal.

 Das Planungsbüro sei im übrigen bereit, ein Drittel der Kosten zu übernehmen. „Die beschriebenen Sanierungsarbeiten sollten bei warmer Witterung und möglichst niedrigem Wasserstand ausgeführt werden.“ In der Stadtvertretung ging dieser Beschluss bei nur einer Gegenstimme glatt durch.

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