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Schleifen für Solidarität

Bad Segeberg Schleifen für Solidarität

Grüne Schleifen verteilten am Mittwoch rund 20 Erzieher in der Innenstadt und in den nicht kommunalen Kindertagesstätten (Kita). „Mit diesen Schleifen können sich alle solidarisch mit uns zeigen“, erklärte Jana Trottenburg der Segeberger Zeitung. Gemeinsam mit fünf Mitstreiterinnen besuchte sie die Kitas in der Bad Segeberger Innenstadt. „Die Kollegen dort dürfen nicht streiken, weil sie in einem anderen Tarifvertrag sind; aber viele sind auf unserer Seite.“

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Beate Langbehn (links) vom Kindergarten St.Marien in Bad Segeberg bekam von Jana Trottenburg (rechts) eine grüne Schleife überreicht. Damit zeigte sie sich solidarisch mit den Streikenden. Tiziana Karla (2. von links) verteilte Info-Blätter an die Erzieherinnen Daphne Barchewitz (Mitte) und Petra Kahn.

Bad Segeberg. Daphne Barchewitz, Petra Kahn und Beate Langbehn von der kirchlichen Kindertagesstätte St.Marien nahmen die grünen Schleifen sehr gerne entgegen und unterstützen so die Forderung der Erzieher nach mehr Geld. „Unbedingt“, erklärte Barchewitz.

 In der vierten Streikwoche befinden sich deutschlandweit rund 240000 Erzieher und Sozialarbeiter von städtischen Einrichtungen. Gemeinsam mit den Gewerkschaften Verdi, GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und DBB (Beamtenbund und Tarifunion) fordern sie eine Aufwertung ihres Berufes, und zwar auch auf dem Gehaltszettel um zehn Prozent. Zwischen 2300 und 3600 Euro brutto im Monat verdienen die Beschäftigten je nach Arbeitsregion.

 Rund 200 bis 600 Euro mehr pro Monat müssten die kommunalen Arbeitgeber bezahlen. Sie bieten aber nur Verbesserungen für rund die Hälfte der Beschäftigten. Erzieher mit besonderen Aufgaben sollen demnach bis zu 443 Euro mehr im Monat bekommen, Leiter von Kitas 448 Euro. „Das Angebot ist keins“, sagte Lilo Bonitz.

 Sie und ihre Mitstreiter von der städtischen Kindertagesstätte Christiansfelde in Bad Segeberg hoffen, dass es bald zu einer Einigung kommt. „Wir wollen gerne arbeiten“, betonte Bonitz. Aber die Bedingungen müssten stimmen. „Die Kommunen sparen gerade viel Geld, weil keiner von uns Gehalt bekommt.“ Es sei schon ein komisches Gefühl, so lange nicht zu arbeiten, hieß es. „Das Kindergartenjahr geht zu Ende, und es steht mit Festen noch viel an“, berichtete Jana Trottenburg. Es bleibe derzeit viel liegen.

 Rund 20 Mitarbeiter von Kita, Krippe und Hort in der Kreisstadt streiken. Die anderen Erzieher, die nicht streiken, halten Notgruppen aufrecht. Gemeinsam mit anderen Streikenden aus dem Bezirk Südholstein treffen sich die Bad Segeberger Erzieher jeden Tag und planen Aktionen oder gehen zu Demos. „Letzte Woche waren wir zum Beispiel in Hamburg“, erzählte Lilo Bonitz. Zum Bezirk Südholstein gehören unter anderem Neumünster, Henstedt-Ulzburg und Norderstedt.

 Die Schleifen-Aktion ist vergangene Woche in Frankfurt im Rahmen der Großdemonstration entstanden. Über 100 Stück haben die Gewerkschaftsmitglieder gestern Morgen gebunden, bevor sie sich um 10 Uhr auf dem Bad Segeberger Marktplatz zum Verteilen der grünen Schleifen trafen. Dazu bekamen sie noch mehrere Hundert Stück aus Neumünster, wo die Aktion am Dienstag stattfand. Grün sei die Farbe der Hoffnung. Außerdem informierten die Erzieher mit Handzetteln über deren Anliegen. „Dazu biete sich der Wochenmarkt gut an“, meinte Lilo Bonitz.

 Von vielen Eltern bekommen die Erzieher noch Zustimmung. „Ich habe gestern eine Mutter getroffen, die sagte, wir sollen nicht aufhören“, berichtete Jana Trottenburg. Aber auch andere Stimmen bekommen die Erzieher zu hören. „Einige meinen, wir müssten nicht mehr verdienen, es sei genug oder es läge doch ein Angebot vor“, erzählte Bonitz „Wir verstehen aber auch die Eltern, die jetzt Probleme haben“, erklärte Maja Berger.

 Neben den Schleifen freuen sich die Streikenden auch über Solidaritätsbekundungen von anderen, nicht staatlichen Kitas. „In Hamburg standen viele Erzieherinnen mit den Kindern draußen, um Unterstützung zu bekunden“, berichtete Jana Trottenburg. Im Kreis Segeberg habe unter anderem der Kindergarten in Warder Solidarität bekundet. „Das tut gut.“

 Die Mitarbeiter der Kita Christiansfelde hoffen, dass sie bald wieder zur Arbeit gehen können. „Heute wird in Berlin verhandelt“, sagte Lilo Bonitz. Das Ergebnis soll heute in der Gewerkschaftsgruppe besprochen werden. „Deshalb haben wir für diese Woche noch nichts weiter geplant. Wir hoffen auf ein gutes und annehmbares Ergebnis.“

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