7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Theaterspielen mit Parkinson

Gruppe „Die Grenzgänger“ Theaterspielen mit Parkinson

Sie nennen sich „Die Grenzgänger“: eine Theatergruppe, deren Mitglieder an der Parkinson-Krankheit leiden. Der Bewegungsapparat wird mobilisiert und so Körper und Geist gefördert. Um Parkinson geht es auch beim „3. Segeberger Symposium“, das vom 7. bis 9. Oktober in Bad Segeberg stattfindet.

Voriger Artikel
Keine Entlassungen
Nächster Artikel
Gelungene Seniorentage

„Die Grenzgänger“ nennt sich eine neue Theatergruppe in Bad Segeberg mit Teilnehmern, die allesamt an Parkinson erkrankt sind. Weitere Mitglieder sind jederzeit willkommen.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. Sich ein Ziel suchen, unbeirrt darauf zugehen, innehalten, sich ein neues Ziel suchen. Acht Menschen gehen durch einen Raum, begegnen sich, gehen ein Stückchen gemeinsam, dann trennen sich ihre Wege wieder. Neue Paare oder Trios entstehen. Theaterpädagoge Thomas Minnerop gibt Impulse und Hinweise, lobt und unterstützt die Einzelnen in der Gruppe. Sie alle sind verbunden durch die Krankheit, die sie oftmals seit Jahren begleitet: Morbus Parkinson.

 Bernd Braun, Mitglied der Theatergruppe, erklärt, was Theaterspielen mit Parkinson zu tun hat. „Morbus Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die unaufhaltsam voranschreitet. Sie kann nach wie vor nicht aufgehalten, aber ihre Symptome können deutlich gemindert werden.“ Hier greife die komplexe Wirkung der Theaterarbeit. „Durch den ganzheitlichen Ansatz gibt es einen Zugang zum eigenen Körper, zu eigenen Emotionen“, erläutert Braun. Alle Sinne werden angesprochen und gefordert.

 „Durch die Theaterarbeit werden Sprache, Mimik, Kraft und Ausdauer, Gleichgewicht und Körperhaltung, nicht zu vergessen die Atmung trainiert. Also alles, was Erkrankte tagtäglich trainieren sollten“. Dazu komme die Freude am gemeinsamen Tun und dem Entdecken ungeahnter Fähigkeiten, was Parkinson-Betroffene ihre Lebensfreude neu wahrnehmen lässt, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stärkt. „Das gilt auch für Angehörige, eigentlich für jeden“, sagt Braun.

 Morbus Parkinson äußert sich durch viele verschiedene Krankheitssymptome. Motorische Störungen wie das Zittern im Ruhezustand können vor allem in den ersten zehn Jahren medikamentös gut behandelt werden. Später setzen sich aber zunehmend die nicht motorischen Störungen durch, die teilweise dominant und zur schweren Belastung für den Erkrankten werden können. Oft seien diese Symptome einer medikamentösen Behandlung nicht zugänglich, schildert Braun. Viele Erkrankte ziehen sich dann sehr zurück.

 Die sogenannten „künstlerisch aktivierenden Verfahren“ wie Theaterspielen oder Musik seien deshalb umso wichtiger. „So kann unter anderem die Vereinsamung, in welche der soziale Rückzug oftmals mündet, verhindert oder beendet werden“. Um dieses zentrale Thema für Betroffene geht es auch Es richtet sich an Menschen, die von Parkinson betroffen sind, ihre Angehörigen und alle weiteren Interessierten.

 „Das Symposion möchte den Teilnehmenden das große Potenzial künstlerischer Aktivität aufzeigen und durch Musik-, Tanz- und Theaterworkshops ganz aktiv das Bewusstsein schulen“, erklärt Bernd Braun, der als Ansprechpartner (Tel: 01736/914264) zur Veranstaltung Auskunft gibt und auch über die Theatergruppe informiert. Sowohl für das Symposium als auch das Theater gilt: „Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, mitgebracht werden sollten Neugier, Freude am Ausprobieren, Spaß am gemeinsamen Tun.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3