10 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Ein brillantes Festival-Konzert

Gut Pronstorf Ein brillantes Festival-Konzert

Der 38jährige Nils Mönkemeyer bot im Kuhstall auf Gut Pronstorf im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals ein beeindruckendes Programm mit Kammermusikwerken. Mit einem hochtalentierten Ensemble riss er das Pubilkum zu großem Beifall hin – ein fesselnder Konzertabend.

Voriger Artikel
Autofahrer ignorieren Vollsperrung
Nächster Artikel
Dorfhaus in der alten Schule

Sie begeisterten ihr Publikum in Pronstorf: (Von unten nach oben) Nils Mönkemeyer, Lara Boschkor, William Youn, Albrecht Menzel und Valentino Worlitzsch.

Quelle: Friederike Kramer

Pronstorf. Auf dem Programm standen ein Streichtrio von Joseph Haydn, ein Klavierquartett von Wolfgang Amadeus Mozart und ein Klavierquintett von Antonin Dvorák. Zum Publikum gehörten erstaunlich viele Kinder und Jugendliche, die der Musik andächtig lauschten.

 Nils Mönkemeyer ist Professor für Bratsche an der Hochschule für Musik und Theater in München und steht als Exklusivkünstler bei Sony unter Vertrag. In Haydns Divertimento B-Dur Hob. V:8 für Geige, Bratsche und Cello entlockte der zweifache Echo-Klassik-Preisträger seiner Bratsche, der „großen Schwester der Violine“, viele feine und warme Farbnuancen und animierte gleichzeitig seine hochvirtuosen Bühnenpartner zu Höchstleistungen. Mit ihm konzertierten Lara Boschkor und Albrecht Menzel (Geigen), Valentino Worlitzsch (Cello) sowie der koreanische Pianist William Youn, der besonders eng mit Mönkemeyer zusammenarbeitet. Überzeugend auch Albrecht Menzel (manche im Publikum nannten ihn „den blonden Engel“) auf einer unglaublich fragil klingenden Stradivari und Valentino Worlitzsch am sonor tönenden Cello. Die sprühende Musizierfreude und absolute Leichtigkeit im Spiel waren nicht nur zu hören, sondern den drei Konzertierenden auch anzusehen.

 Beeindruckend am Klavierquartett g-Moll KV 478 von Mozart ist der virtuose Klavierpart, den William Youn mit seiner bravourösen Anschlagtechnik souverän meisterte. Er bestach auch durch eine perfekte Balance im Dialog mit den Streichern im innig-lieblich-lyrischen Andante. Hier wiederum brachte Geigerin Boschkor die Musik Mozarts zum Leuchten mit gestalterisch frischem Spiel.

 Am Schluss brillierten die fünf hochprofessionellen Künstler bei einem der meistgespielten Werke von Dvorák, dem Klavierquintett A-Dur op. 81, das dem Komponisten in London zum internationalen Durchbruch verhalf. Die Zuhörer in Pronstorf waren gefesselt von der Lebendigkeit, der technischen Sicherheit und der dynamischen Ausdrucksweise der Instrumentalisten. Mit verhaltener Glut, viel Melancholie – ganz besonders in den volkstümlichen, tschechisch beeinflussten Passagen - bot das Ensemble ein starkes Klangerlebnis, so dass das Publikum am Ende zu begeistertem Applaus, Bravorufen und Füßetrampeln hingerissen wurde.

 „Das Konzert war ein tolles Erlebnis. Wunderbar, dass sich vier verschiedene Streicher keine Konkurrenz machen. Ein furioser Dvorák“, schwärmten Katrin und Klaus Lienau aus Bad Segeberg nach dem Konzert. Sie waren mit ihrer Meinung nicht allein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3