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Stätte für Geschichte, Kultur und Schule

Gut Rohlstorf Stätte für Geschichte, Kultur und Schule

Die Geschichte reicht gut 600 Jahre zurück, 21 Besitzer lebten dort und leiteten seine Geschicke: das Gut Rohlstorf bei Bad Segeberg. Svante Domizlaff präsentierte jetzt ein Buch über das Gut sein Schloss-Internat. Heute stehe das Gut nicht nur für Landwirtschaft und Schule, auch für Kunst und Kultur.

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Autor Svante Domizlaff stellte sein neues Buch über das Gut Rohlstorf vor 150 Gästen vor.

Quelle: Friederike Kramer

Rohlstorf. Im Treppengiebelhaus des Hauses präsentierte der Hamburger Publizist Svante Domizlaff sein neuestes Buch „Das adelige Gut Rohlstorf und sein Schloss-Internat“. Der Besitzer Heinrich von Rantzau hielt vor etwa 150 Gästen – nicht nur aus dem „Rantzau-Clan“, wie er betonte – die Laudatio auf den Verfasser, der in der Nähe des Rantzauschen Reedereibüros in Hamburg an der Palmaille freiberuflich für Presse und Werbung verantwortlich ist, Fachbücher über Hochseeyachten schreibt, aber auch Bücher über Architektur, Schifffahrts- und Unternehmensgeschichten.

 Die Geschichte von Rohlstorf reicht bis ins 15. Jahrhundert. Es gebe in der Region kein anderes Gut, in dem sich die Geschichte Dänemarks und des im Entstehen begriffenen deutschen Nationalstaates sowie die Folgen des Zweiten Weltkrieges so widerspiegeln wie in Rohlstorf, erklärt der in der Lüneburger Heide lebende Autor. Von Rohlstorf gingen immer wieder Signale des Humanismus und Gedanken der Aufklärung aus, wie er ausführte. Diesen Idealen verpflichtet sehen sich auch die heutigen Eigentümer, Annette und Heinrich von Rantzau. Mit dem Internat-Schloss Rohlstorf und der Annette-von-Rantzau-Gemeinschaftsschule entstand eine pädagogisch vorbildliche Einrichtung unter dem Motto „Wir mögen dich so, wie du bist!“

 Von den 21 Besitzern, die in dem Herrenhaus lebten, fanden manche ihr Glück dort, andere wiederum verloren es. Domizlaff beleuchtet Geschichten über die ritterliche Familie von Wensin vom Gut gegenüber, von dem dänischen König Christian IV., über Detlev von Brockdorff bis zur Familie von Stumm im letzten Jahrhundert. Die Überschriften der einzelnen Kapitel „Der König und sein standhafter Soldat“, „Ein Hanseat lässt sich adeln“ oder „Wie gewonnen, so zerronnen“ machen den Leser neugierig, ebenso wie Erzählungen von Morden und Hexenverbrennungen.

 Das Herrenhaus wurde 1945 von der britischen Armee beschlagnahmt und diente anschließend der Unterbringung von Flüchtlingen, bis 1962 das Internat Seehorst begründet wurde, wo heute noch die Schüler wohnen.

 Das 176-seitige großformatige Buch enthält faszinierende Fotos der Region des Hamburger Fotografen Michael Zapf, aber auch alte Darstellungen, Urkunden aus dem Landesarchiv und der Gutsbibliothek sowie aus den Büchern der Kirchengemeinde Warder, die der emeritierte Pastor Christoph Frommhagen dem Buchautor zur Verfügung stellte.

 Der Autor versteht sein Buch nicht als Dichterleistung, sondern als Sachbuch mit emotionalem Hintergrund nach recherchierten Fundstücken, die er in eine gedankliche Reihenfolge brachte, wie Domizlaff betonte. Es habe ihm „Freude gemacht, über einen der schönsten Flecken in Schleswig-Holstein zu schreiben“, und so schließt das beeindruckende Buch denn auch mit einem Hauch von Poesie: Wer Rohlstorfs weite Rapsfelder, seine himmelhohen Alleen, die verträumten Travewiesen und das Glitzern der Sonne auf dem Wardersee erblickt, wer dem raschelnden Reet, den herbstlichen Tönen der Jagdhörner und dem Brausen winterlicher Sturmböen gelauscht hat, fügt ein romantisches Bild des Landlebens zusammen mit einem Gefühl von Heimat.

 Das Buch kann über die Gutsverwaltung Rohlstorf bei Bianca Koslowski zum Preis von 29,90 Euro erworben werden (Telefon: 04559/555, E-Mail: gut-rohlstorf@t-online.de).

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