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Brücken-TÜV fand viele Schäden

Bad Bramstedt Brücken-TÜV fand viele Schäden

Der Gutachter eines „Brücken-TÜV“ hat in der Stadt einen kurzfristigen Sanierungsaufwand von über 800000 Euro geschätzt. Der Ausschuss für Bau- und Verkehrsangelegenheiten erklärte sich in seiner jüngsten Sitzung bereit, nach einer Prioritätenliste zu entscheiden, welche Brücke wann instandgesetzt werden muss und was warten kann.

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Die Friedrichsbrücke über die Hudau soll geschont werden, indem sie keine Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen mehr befahren dürfen.

Bad Bramstedt. Um die Auen wird Bad Bramstedt von manchem wasserarmen Ort beneidet. Der Haken ist allerdings: Die mitunter putzigen Holzbrücken, die über die Auen führen, sind auch eine gehörige finanzielle Last. Die Kommunalpolitik steht aktuell vor einigen Brücken-Problemen.

 25 solche Bauwerke gibt es im Stadtgebiet. Einige von ihnen wurden während der Starkregenzeit im Dezember beschädigt. So musste nach einer ersten Begutachtung die Ernst-Friedrich-Harm-Brücke gesperrt werden. Diese Überführung über die Hudau zwischen der Altonaer Straße und Sommerland dient Fußgängern und Radfahrern als eine willkommene Abkürzung. Die Holzbrücke hatte sich aus der Verankerung gerissen und sich um ein Stück versetzt. Der Bauausschuss hatte bereits im Februar einen Abriss und einen Neubau beschlossen, die Kosten sollten aber noch ermittelt werden. Wie der Leiter des städtischen Bauamtes, Udo Reinbacher, jetzt dem Ausschuss berichtete, wird der Neubau etwa 180000 Euro kosten. Ob es wieder eine Holzbrücke oder eine aus Aluminium wird, kann erst nach Vorliegen der Ausschreibungsergebnisse entschieden werden. Die Kostendifferenz zwischen den Materialien sei nicht erheblich, wie Reinbacher schilderte. Eine Stahlbetonkonstruktion wäre allerdings unbezahlbar. Haushaltsmittel stehen in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung, um das Vorhaben zu realisieren, so dass der Brückenbau entweder aus einem Nachtragshaushalt oder mit über- und außerplanmäßigen Ausgaben finanziert werden muss.

 Den „Brücken-TÜV“ führe ein anerkanntes, dafür zertifiziertes Unternehmen durch, wie der Bauamtsleiter erläuterte. Zuletzt waren die Brücken vor fünf Jahren solch einer Überprüfung unterzogen worden. Die Mitglieder des Bauausschusses mussten jetzt kräftig schlucken: Der Gutachter hat den Aufwand für alle Brücken in Bad Bramstedt grob geschätzt und ist dabei auf eine Summe von 855000 Euro für die kurzfristig nötigen Sanierungen gekommen. Mittel- und langfristig geht er jeweils von etwa noch mal so hohen Kosten aus. Dass die Stadt den Aufwand niemals in dieser Höhe betreiben kann, ist allen klar. Reinbacher machte auch deutlich, dass die eine oder andere Brücke aus Kostengründen nicht mehr zu halten sein wird. Einig zeigten sich die Ausschussmitglieder darin, dass die Ernst-Friedrich-Harm-Brücke wieder ersetzt werden muss, „sie ist im Radwegekonzept der Stadt enthalten“, erinnerte Arnold Helmcke (SPD) seine Ausschusskollegen.

 Die Schätzungen des Fachmanns sind die eine Seite, wie die Kommunalpolitiker darauf reagieren, die andere Seite. Nun sollen alle Pläne über die zum Teil sehr betagten Brücken durchforscht und Prioritätenlisten für die Kommunalpolitik erstellt werden, um Reihenfolge und Dringlichkeit der Sanierung vorzuschlagen. Ausschussvorsitzender Volker Wrage (CDU) regte für 2016 an „sich Gedanken zu machen, ob man nicht einen Posten Brückensanierung und einen Betrag im Haushalt einstellen sollte“. Bislang werden die Brücken unter dem Titel Gemeindestraßen mit anderen Infrastrukturmaßnahmen zusammengefasst. Für 2015 sind dafür 110000 Euro vorgesehen.

 Beschlossene Sache und im Haushalt bereits berücksichtigt, ist die Sanierung der Gayen-Brücke, die im Sommer 2014 von einem Starkregen in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Arbeiten sollen ausgeschrieben werden, so dass sie noch in diesem Jahr vorgenommen werden können.

 Erfreulich für die Stadt ist auch, dass die Friedrichsbrücke, die in der Altonaer Straße über die Hudau führt, trotz der ersten Schreckensmeldungen – die Brücke war vorsichtshalber kurzfristig gesperrt worden - nicht unter dem Weihnachtshochwasser gelitten hat. Die Brücke, die der Dänenkönig Friedrich VI. 1832 im Zuge des Baus der Altona-Kieler Chaussee hatte errichten lassen, steht - wie auch die Altonaer Straße - unter Denkmalschutz. Damit die Friedrichsbrücke nicht über Gebühr belastet wird, hat das Bauamt bei der Verkehrsaufsicht des Kreises beantragt, für Fahrzeuge die Gesamtlast auf 7,5 Tonnen zu beschränken.

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Ein Artikel von
Anna Maria Persiehl

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