23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Das Geschäft brummt

Ihlsee Bad Segeberg Das Geschäft brummt

Der Neustart ist gelungen – für die Stadt Bad Segeberg, für die Badegäste und für den „Förderverein Strandbad Ihlsee“, der sich seit diesem Sommer um die beliebteste Badestelle der Kreisstadt kümmert. Eine Zwischenbilanz.

Voriger Artikel
Demenz im Fokus
Nächster Artikel
Auto nach Fußballspiel angezündet

Die Insel im Bad Segeberger Ihlsee mit der Rutsche ist vor allem bei Jugendlichen beliebt. Rüdiger Ostwald hat sie im Blick.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Über 8500 Tagesgäste wurden bislang seit Mitte Juni gezählt, hinzu kommen noch einmal 650 Jahreskarten-Besitzer, die mitunter täglich vorbeischauen, um ins kühle Nass zu springen.

 Der Förderverein, bestehend aus Bad Segeberger Einwohnern, hat die Mittelzentrums-Holding (MZH) als Betreiber des Strandbades abgelöst. Die Idee hierzu stammte von Bürgermeister Dieter Schönfeld, der mit diesem Kniff verhindern wollte, dass das Strandbad jemals in eine Insolvenzmasse gerät. Hierzu wäre es nämlich beinahe gekommen, als die MZH aufgrund ihres Spaßbad-Engagements auf der Insel Fehmarn in eine dramatische finanzielle Schieflage geriet.

 Bei der Neueröffnung im Juni hatten noch sehr kühle Temperaturen geherrscht, die kaum jemanden zum Baden veranlassten. Nun wurde das Strandbad an den sonnigen Ferientagen regelrecht gestürmt. „An einem besonders heißen Tag hatten wir über zweitausend Besucher“, schildert Rüdiger Ostwald, der vom Verein fest angestellt wurde und quasi das „Mädchen für alles“ gibt. Er kümmert sich um handwerkliche Probleme und die Badeaufsicht.

 Je nach Besucheraufkommen wird Ostwald von bis zu drei Rettungsschwimmern unterstützt. Mit dem Fernglas schweift sein Blick besonders oft zur beliebten Rutschen-Insel, auf der meist jugendliche Besucher herumturnen. Die größte Gefahr für die Badegäste ist allerdings schwarz-gelb gestreift, klein und summt durch die Luft. „Wir müssen mit den Wespen sehr aufpassen“, sagt Ostwald – und wie aufs „Stich-Wort“ geht im Hintergrund das sirenenartige Geheul eines Kindes los, das in die Hand gepiekst wurde. Auch hier bietet Ostwald schnelle Hilfe an.

 Gerade frisch aufgestellt ist der Kassenautomat, mit dem es künftig möglich sein wird, auch an regnerischen Tagen, an denen die Kasse des Bades nicht besetzt ist, ins Wasser zu kommen. Für 2 Euro können Badegäste eine Tageskarte am Automaten erwerben und damit die daneben gelegene Tür öffnen. Der dazugehörige Mechanismus wird bis Ende dieser Woche fertiggestellt. Damit nicht ganze Gruppen für 2 Euro durch die einmal geöffnete Tür flutschen, ist dieser Bereich videoüberwacht.

 Der derzeitige Ansturm (davon mehrere Tage mit über tausend Gästen) freut Ostwald und die Betreiber. „Es sind viele Kinder hier, denn die lieben das Strandbad“, schildert Ostwald. „Das ist hier ja aber auch fast wie am Strand.“

 Möglich wird der für den Verein sparsame Betrieb durch den Einsatz ehrenamtlicher Kräfte, die sich vor allem um die Kasse kümmern. So sitzen dort Ansgard Schoch und ihre Kollegen, um den Badegästen Tickets zu verkaufen. Rund 20 Helfer sind ohne Bezahlung im Einsatz. Hierfür ist der Vorstand um Vorsitzende Tete Simonsen äußerst dankbar.

 Weniger begeistert ist man davon, dass am Ihlsee schon mehrfach Diebe am Werk waren. „Die haben am Bistro drei von den orangen Liegestühlen geklaut“, empört sich Ostwald. „Und sogar drei Bojen.“ Die Schwimmkörper, die das Ende des Bereiches anzeigen, in dem gebadet werden darf, wurden von Unbekannten mittels eines Bolzenschneiders vom Grund des Sees gelöst. Ostwald ist gerade dabei, neue zu beschaffen. Die Diebe seien, so ergibt es die Spurenlage, über das Grundstück des benachbarten Ihlseerestaurants gekommen.

 Am Erscheinungsbild des Bades wurde schon viel getan. Gern werden die Holztische samt Bänken genutzt, die der Daldorfer Unternehmer und Ihlsee-Fan Bernd Jorkisch gespendet hat. Auch das Bistro mit Strand-Ambiente von Timo Skudlarz kommt gut an. Für 2016 plant der Trägerverein aber noch einige weitere Verschönerungen.

 „Wir legen Stromleitungen in die Umkleidekabinen, damit wir bei kühlem Wetter Heizstäbe benutzen können“, sagt Ostwald. Auch Föhne können dann betrieben werden. Zudem werden Spiegel und Holzablagen für Kleidung angebracht; ebenso soll es zusätzliche Wasserhähne und eine bessere Steuerung für die Dusche neben dem Bistro geben, damit das Wasser dort nur für eine begrenzte Zeit sprudelt und nicht endlos.

 Das Strandbad hat von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Wer eine Jahreskarte hat, kann von 5 bis 21 Uhr ins Wasser. Jahreskarten-Verträge sind bei Dieter Stut im Theodor-Heuss-Ring 8 (Telefon: 04551/83540) zu bekommen. Eine Jahreskarte für einen Erwachsenen kostet 35 Euro. Eine fünfköpfige Familie kann für 80 Euro ins Wasser. Schüler, Studenten, Auszubildende und Behinderte zahlen 15 Euro. Kinder bis einschließlich fünf Jahre zahlen nichts. Tageskarten kosten in allen Altersgruppen 2 Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3