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2,5 Millionen fürs Abwassernetz

Hagen 2,5 Millionen fürs Abwassernetz

Auf die Gemeinde kommt eine Millioneninvestition zu, für die auch Einwohner zur Kasse gebeten werden. Rund drei Kilometer Abwasserkanalisation und 1,4 Kilometer Anschlussleitungen müssen ersetzt werden. 50 Hagener waren zur Einwohnerversammlung gekommen, auf der die Pläne vorgestellt wurden.

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Ingenieur Thomas Berner (von links), Walther Hadeler (Amt Bad Bramstedt-Land) und Amtsvorsteher Holger Klose erläuterten die Kanalsanierung.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Hagen. Insgesamt werden etwa 2,5 Millionen Euro aufgewendet. Bezahlt werden soll dies über die Kanalgebühren, gestreckt über die nächsten 60 Jahre. Als Schätzung nannte Amtskämmerer Walther Hadeler für einen Zwei-Personen Haushalt 280 bis 300 Euro Mehrkosten pro Jahr, abhängig auch vom tatsächlichen Verbrauch. Sichergestellt ist, dass die Gemeinde für 1,5 Millionen Euro in den nächsten 30 Jahren einen günstigen Kredit erhalten hat, bei dem die Zinsen laut Hadeler unter zwei Prozent liegen. Rund eine Millionen Euro blieben nach 30 Jahren dann noch zur weiteren Tilgung übrig, so der Kämmerer.

 Kanalsanierungsberater Thomas Berner stellte für das Bad Bramstedter Planungsbüro Kistenmacher und Schmidt das Projekt vor, das sich in zwei Bauabschnitte gliedert. Im ersten Abschnitt, der im Juni 2016 gestartet werden soll und sich gut ein Jahr hinziehen wird, werden die Dorfstraße, der Lohkamp und die Steinburger Straße betroffen sein. Einseitige Straßensperrungen mit Baustellenampeln werden unumgänglich.

 Der zweite Bauabschnitt, der im kommenden Jahr beginnt und sich bis 2018 hinziehen wird, betrifft die Kanalisation in der Hauptstraße, der Hitzhusener Straße, Am Heisch, Meinhop und Meindiek. Die Kreisstraßen 32 (Fuhlendorf – Hagen – Föhrden-Barl) und 96 (Borstel – Hagen – Hitzhusen) werden zeitweilig in der Ortsdurchfahrt voll gesperrt werden müssen, weil der Kreis Segeberg die Kanalarbeiten nutzt, um die Asphaltdecke zu erneuern. Nur im Spitzkamp werde keine Erneuerung der Hauptleitung notwendig, erklärte Berner.

 Das Abwasser vom Meinhoop, Meindiek und der westlichen Hauptstraße soll künftig in die Klärteiche in der Straße am Spitzkamp eingeleitet werden. Das sei wirtschaftlicher und technisch sinnvoll, erklärte der Ingenieur. Dafür muss allerdings die Kapazität der Teiche erhöht werden. Bisher waren diese Straßen an die Klärteiche an der Kreisstraße 96 (Hagen – Borstel) angeschlossen. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen wird diese Umleitung der Abwässer in die Klärteiche am Spitzkamp vorgenommen.

 Die von den Hauptrohren abzweigenden Hausanschlussleitungen werden im öffentlichen Bereich bis zur Grundstücksgrenze erneuert. „Für die Grundstücksbesitzer entstehen dadurch keine Kosten“, versicherte Berner. Auch wenn auf den Grundstücken Leitungen bis zu einer Länge von 60 Metern umgelegt werden müssten, komme die Gemeinde dafür auf, erklärte Berner. Wo Neuverlegungen notwendig seien, werde noch mit jedem einzelnen Eigentümer geklärt. „Betroffene Anlieger werden durch Handwurfzettel über die sie betreffenden Sperrungen informiert“, so Thomas Berner.

 „Sie brauchen keine schlaflosen Nächte zu haben, wir wollen möglichst alle Kosten über die Kanalgebühren umlegen, in Sonderfällen suchen wir Einzelfallregelungen“, beruhigte Bürgermeister Holger Klose eine besorgte Einwohnerin. „Wir hatten bisher sehr viel Glück und sehr geringe Gebühren. Nach der Kanalsanierung liegen wir im Vergleich mit anderen Kommunen immer noch im normalen Rahmen“, so Klose.

 Die Schäden an der Kanalisation waren entdeckt worden, weil die Gemeinde durch die Selbstüberwachungsverordnung des Landes aus dem Jahr 2007 zu Untersuchungen gezwungen war. Dabei hatte sich herausgestellt, dass aufgrund des Alters und schlechter Wartung die Kanalisation nicht mehr zu reparieren war, sondern fast komplett erneuert werden muss.

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Ein Artikel von
Uwe Straehler-Pohl

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