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Freifunker schaffen WLAN

Hagen / Bad Bramstedt Freifunker schaffen WLAN

Einige Bürger in Hagen wollen den äußerst schlechten Zugang per Smartphone zum Internet in der Gemeinde verbessern. Das Zauberwort dafür heißt „Freifunk“. Dabei werden private Router zu einem flächendeckenden WLAN-Netz verbunden – in dem jeder frei surfen kann.

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Stefan Weimar (links) und Jens Cramer (rechts) möchten, dass noch mehr Netzpunkte in Hagen durch Bewohner installiert werden, um das Freifunk Netz auszubauen. Sebastian Claus ist in Bad Bramstedt einer der ersten Freifunker, der ebenfalls noch Mitstreiter sucht.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Hagen/Bad Bramstedt. Wer in Hagen über einen stationären Internetzugang verfügt, ist besser ausgestattet als mancher Städter. Denn in der 370-Einwohner-Gemeinde sorgen moderne Glasfaserleitungen für hervorragende Verbindungen im Internet. Nur das Telefonieren unter freiem Himmel funktioniert nicht oder nur äußerst schlecht. Hagen wird von den Handynetz-Betreibern nur schlecht bis gar nicht versorgt. Folge: Surfen mit dem Smartphone ist draußen ebenfalls nicht möglich.

 Die Freifunk-Initiatoren um Jens Cramer und Stefan Weimar meinen: „Jeder sollte in Hagen überall ein WLAN-Funknetzwerk nutzen können.“ Voraussetzung für den Nutzer ist, dass er über ein WLAN-fähiges Smartphone verfügt und sich in der Nähe eines Freifunkknotens befindet. Davon gibt es bisher bereits 17. Aber 20 sind nötig, um ein flächendeckendes Netz zu bilden. Um solche Knoten einzurichten, sind spezielle Router nötig, die jeder für 18 Euro kaufen kann, der zuhause einen mit dem Internet verbundenen PC hat. In der Nähe eines Knotens, beispielsweise am Dorfhaus, kann sich jedes WLAN-fähige Gerät, ob Smartphone, Tablet oder Laptop, mit dem Netz verbinden und darüber auch mit anderen Teilnehmern kommunizieren. Auf dem Display wird das Netz „nord.freifunk.net“ angezeigt, auf „verbinden“ klicken und schon funktioniert es. Die Nutzung ist kostenlos.

 Welche Vorteile das Freifunknetz über die mobile Empfangsqualität hinaus bietet, erklärt Jens Cramer: „Freifunk nutzt als technische Basis das ganz normale WLAN, dessen Verwendung in Deutschland lizenzfrei möglich ist, sogar über das eigene Grundstück hinaus“, unterstreicht er die legale Nutzung. Der Aufbau der Infrastruktur wird über den gemeinnützigen „Förderverein Freie Netzwerke“ unterstützt. „So können auch Menschen mit geringem Einkommen, beispielsweise Hartz-IV-Empfänger oder Flüchtlinge, die sich 20 bis 30 Euro für einen kommerziellen Zugang zum Internet nicht leisten können, etwas mehr am öffentlichen Leben teilhaben“, betont Cramer auch den sozialen Aspekt von Freifunk. Darüber hinaus schonen Nutzer ihr im Handyvertrag begrenztes Datenvolumen.

 Die Idee, Freifunk einzurichten, hatte Jens Cramer im Juni des vergangenen Jahres von der „Maker Faire Hannover“ mitgebracht. Das ist ein familienfreundliches Festival, auf dem die Besucher basteln, bauen, erfinden und experimentieren können. Um Freifunk in Hagen zu verbreiten, treffen sich die bereits aktiven „Freifunker“ regelmäßig am letzten Mittwoch im Monat jeweils um 20 Uhr im Dorfhaus. Das nächste Treffen ist am 27. Januar. Dort können sich Interessierte rund um das Thema informieren und auch den nötigen Router erwerben. Weitere Nutzungsgebühren fallen dafür nicht an.

 In Bad Bramstedt ist die Initiative ebenfalls aktiv. Hier gibt es bisher freie WLAN-Punkte auf der Westseite des Kirchenbleecks und an der Grundschule Am Bahnhof.

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Ein Artikel von
Uwe Straehler-Pohl

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