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Asylbewerber statt Aufschlag

Kaltenkirchen Asylbewerber statt Aufschlag

Der nicht abreißende Flüchtlingsstrom führt nun auch zu merklichen Konsequenzen in Kaltenkirchen. Die Tennisabteilung der Kaltenkirchener Turnerschaft (KT) hat keine Zukunft mehr und wird vermutlich in Kürze aufgelöst, weil Halle und Vereinsheim zu Flüchtlingsquartieren werden.

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Die Meldung am schwarzen Brett am KT-Tennisvereinsheim an der Schirnau ist nun nicht mehr aktuell. Es wird nicht mehr weitergehen. Die Tennisabteilung steht vor der Auflösung.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Die KT-Tennisabteilung besteht aus 70 Erwachsenen und 25 Jugendlichen. „Das ist der K.o.-Schuss. Die Tennisabteilung hat keine Heimat mehr. Es gibt keine andere Möglichkeit als die Auflösung“, sagte das langjährige Mitglied Günter Schulz. Und auch Tobias Böttcher forderte, einen „sauberen Schnitt“ vorzunehmen. „Denn es macht keinen Sinn, ohne Perspektive weiterzumachen.“ Das sahen auch die übrigen Anwesenden der Abteilung so, die von Bürgermeister Hanno Krause und dem KT-Vorsitzenden Sebastian Bock über die Gründe für die Zweckentfremdung informiert wurden. Der KT-Vorstand soll sich nun Gedanken machen über die Abwicklung der Tennisabteilung, die zuletzt wegen angekündigten Vorstandsrücktritten und Mitgliederschwund ohnehin vor einer ungewissen Zukunft stand.

 Es ist noch keine drei Wochen her, dass Krause guter Hoffnung war, die KT-Tennishalle nicht zum Flüchtlingsheim umgestalten zu müssen. „Doch die Ereignisse überrollen uns einfach“, gab der Bürgermeister zu: „Es tut mir sehr leid, dass wir die Halle in Beschlag nehmen müssen, aber es ist das geringste einschneidende Mittel“, fuhr er fort. Man merkte ihm dabei an, dass es ihm schwer fiel, den Tennisspielern diese unerfreuliche Mitteilung machen zu müssen. „Andernfalls hätte wir aber eine Sporthalle nehmen müssen, mit enormen Auswirkungen für den Schulsport.“

 Bisher hat die Stadt in diesem Jahr rund 100 Flüchtlinge aufgenommen. Noch einmal so viele werden bis Jahresende mindestens folgen, und 2016 werden es noch einmal fast 400 Menschen sein, die Asyl beantragt haben und Kaltenkirchen zugewiesen werden. Da auch nicht so schnell Wohncontainer für die neue Unterkunft am Hochseilgarten geliefert werden können, musste schnell eine Alternative her.

 Ab dem 1. November wird der Tennissport in der städtischen Halle an der Schirnau eingestellt, um sie für die neue Nutzung vorzubereiten. Ob der teure Schwingboden abgedeckt oder am Ende der jetzt vorgesehenen neuen Nutzung erneuert wird, steht noch nicht fest. „Das müssen die Fachleute entscheiden“, sagte der Bürgermeister. Die Feuerwehr wird Feldbetten bereitstellen, und es sollen in der Halle Zelte aufgestellt werden, um den dann wohl etwa 40 Nutzern so wenigstens etwas Privatsphäre zu verschaffen.

 Das Vereinsheim soll Treffpunkt und Kommunikationszentrum werden. Hier gibt es neben einer Küche auch sanitäre Einrichtungen. Zusätzlich werden auch noch Sanitärcontainer und ein Container mit Waschmaschinen aufgestellt.

 Die Tennisspieler, die für die Wintersaison schon Hallenplätze gebucht hatten, müssen sich nun andere Spielorte suchen, was schwierig sein dürfte.tö

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