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Stadt soll Neubau prüfen

Hallenbad Bad Segeberg Stadt soll Neubau prüfen

Bekommt Bad Segeberg ein nagelneues Hallenbad? Mit dieser Frage befasste sich die Stadtvertretung in ihrer jüngsten Sitzung. Auf Antrag der Wählergemeinschaft BBS soll geprüft werden, wie teuer ein Neubau im Vergleich zur Sanierung des rund 50 Jahre alten Bades an der Theodor-Storm-Straße würde.

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Neben dem Stadtbus und dem Fledermauszentrum ist das Hallenbad für Bad Segeberg, das zu den ärmsten Kommunen des Landes gehört und erhebliche Finanzhilfen aus Kiel bekommt, einer der größten Verlustbringer.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Hinter vorgehaltener Hand wird von einem etwa sechs Millionen Euro teuren Projekt gesprochen.In früheren Jahren musste die Stadt jährlich etwa eine halbe Million Euro in das Hallenbad stecken. Seit der Betrieb nicht mehr an die Mittelzentrums-Holding (MZH) ausgelagert ist, sondern wieder direkt bei der Stadt verantwortet wird, liegt das Minus bei etwa einer Million Euro. Schließlich werden die Mitarbeiter nach den Tarifen der öffentlichen Hand bezahlt – und die Jahrzehnte alte Gebäudehülle entspricht nicht in Ansätzen den aktuellen Standards in Sachen Dämmung.

 „Wir sind uns einig, dass Bad Segeberg ein Hallenbad braucht“, erklärte nun BBS-Fraktionsvorsitzender Torsten Bohlmann in der Stadtvertretung. „Dieses oder ein anderes.“ Er schätzt, dass die Kommune zwischen einer Million und drei Millionen Euro für dringend notwendige Reparaturen und eine umfassende energetische Sanierung ausgeben müsste, wenn das Bad langfristig erhalten werden soll. Bohlmann: „Das wirft bei uns die Frage auf, ob wir nicht einen Neubau untersuchen sollten.“

 Die BBS-Fraktion möchte vom Rathaus neben einer Machbarkeitsstudie auch eine sogenannte Lebenszyklus-Berechnung vorgelegt bekommen – also eine Aufstellung über die Folgekosten, die solch ein Neubau innerhalb von 30 Jahren verursacht. Erst dann könne man seriös beurteilen, ob Sanierung oder Neubau auf lange Sicht günstiger für die Kommune sind.

 Hier widersprach allerdings Petra Kröger (CDU): „Zu ermitteln, was in zehn oder 15 Jahren für Schäden passieren, grenzt an Kaffeesatzleserei.“ Ihr Fraktionschef Norbert Reher war nicht sonderlich begeistert davon, dass die Stadt mal wieder ein Gutachten in Auftrag geben soll. „Im Moment schießen wir die Dinger raus, als ob sie nichts kosten.“

 Für die Kreisstadt, die zu den ärmsten Kommunen des Landes gehört und erhebliche Finanzhilfen aus Kiel bekommt, ist das Hallenbad einer der großen „Verlustbringer“ – neben dem Stadtbus und dem Fledermauszentrum Noctalis. Alle drei Einrichtungen gelten aber als mehr oder minder unverzichtbar.

 Wie Bürgermeister Dieter Schönfeld erläutert, ist es bitter für die Kreisstadt, die zusammen mit Wahlstedt ein Mittelzentrum bildet, dass es für den Betrieb eines Hallenbades nur einen Landeszuschuss pro Mittelzentrum gibt – es halten aber beide Orte eine Schwimmhalle vor. Daran will in Bad Segeberg aber auch keine Fraktion etwas ändern. „Ich bin für ein Hallenbad in der Kreishauptstadt“, erklärte Hermann E. Westphal (FDP). „Es muss nicht zwingend dieses vorhandene, es kann auch ein neues sein.“

 Eins ist dem Liberalen aber ganz wichtig: Ein Millionengrab darf das Projekt nicht werden. „Wir benötigen belastbare Zahlen, auf die wir uns verlassen können“, erklärte Westphal. „Also keine Elbphilharmonie oder BER-Flughafen – und erst recht kein zweites Fehmahre.“ Dieses großzügig für Fehmarn finanzierte Spaßbad hat ein gewaltiges Loch in den Bad Segeberger Haushalt gerissen – ebenso das völlig überteuert gebaute Altenpflegeheim Eichenhof Christiansfelde, das sich inzwischen in Privatbesitz befindet.

 Weil das Thema Hallenbad auf der Tagesordnung der jüngsten Stadtvertretersitzung nur als Bericht und nicht als Beschluss gekennzeichnet war, soll die weitere Beratung erst in der nächsten Sitzungsrunde im Dezember stattfinden. Schließlich gibt es nach Einschätzung des Bauausschussvorsitzenden Wolfgang Tödt (BBS) noch viele offene Fragen: „Energetische Sanierung, Dachreparatur, die Zukunft des Schwimmbiss...“

 Sozialausschussvorsitzender Jens Lichte (SPD) gab aber schon einmal ein klares Bekenntnis zum Hallenbad ab – und betonte, dass die Besucherzahlen im Grunde sehr erfreulich seien. „Es sind etwa 90000 im Jahr. Pro Tag sind das etwa 246 Leute, die in das Bad kommen. Wir haben kein schlechtes Hallenbad. Wir sind auf einem guten Weg und liegen mit den Zahlen erheblich über dem bundesdeutschen Schnitt. Der liegt bei 76000 Besuchern.“

 Das neue Blockheizkraftwerk (BHKW), mit dem Energie für das Hallenbad produziert wird, soll die jährlichen Kosten laut Lichte um etwa 90000 Euro senken. Hier muss sich aber erst im Laufe der Jahre zeigen, ob diese Größenordnung auch wirklich erreicht wird. Lichte: „Es muss nun untersucht werden, wo noch gespart werden kann.“

 Nur eins ist klar: Die Gemeinde Fehmarn wird den Bad Segebergern das neue Hallenbad ganz sicher nicht bezahlen.

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