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Schluss nach 33 Jahren

Städtisches Gymnasium Bad Segeberg Schluss nach 33 Jahren

33 Jahre – mehr als sein halbes Leben hat Hans-Ulrich Thies (63) am Städtischen Gymnasium verbracht. Noch zwei Wochen, dann geht der stellvertretende Schulleiter in Pension. So ganz wird er das Unterrichten aber nicht bleiben lassen.

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Den Stundenplan für das neue Schuljahr bereitet er noch vor, aber dann geht stellvertretender Schulleiter Hans-Ulrich Thies in Pension und verlässt nach 33 Jahren das Städtische Gymnasium.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Im Wintersemester führt ihn ein kleiner Lehrauftrag als Chemie-Dozent an die Flensburger Universität.

 Der gebürtige Kieler hatte nach seinem Realschulabschluss erst einmal vier Jahre als Finanzbeamter in der Landeshauptstadt gearbeitet. Doch er wollte mehr. Am Abendgymnasium holte er sein Abitur nach und studierte nach der Bundeswehrzeit Biologie und Chemie auf Lehramt. Als er als Referendar an eine Schule nach Norderstedt kommen sollte, bat er darum, etwas näher an seinem Wohnort Kiel arbeiten zu dürfen – und landete 1982 am Städtischen Gymnasium in Bad Segeberg. Inzwischen wohnt er seit langer Zeit in Schwissel.

 Thies übernahm schnell Verantwortung an der Schule, die über den Unterricht hinaus ging. Sei es als Sicherheitsbeauftragter, Vorsitzender der Fachschaft Chemie oder Betreuer der Aktion „Jugend forscht“. 2004 wurde er der zweite Mann hinter dem damaligen Schulleiter Hans-Günter Sieh. „Es heißt zwar Stellvertreter, aber es ist ein ganz eigener Arbeitsbereich“, schildert Thies und lächelt. „Ich bin hier der Manager. Irgendeiner will immer was.“ Im Vergleich zu seinem Amtsantritt sei der Job deutlich komplexer geworden. Früher waren drei Kollegen für die Stellvertreter-Funktion, die Stundenplan-Erarbeitung und die Vertretungsregelungen zuständig. Inzwischen erledigt Thies diese Aufgaben alle selbst.

 Morgens um 7 Uhr ist er in der Schule und spielt planerisch Feuerwehr, falls sich Lehrkräfte kurzfristig krank melden. Innerhalb weniger Minuten muss Thies alles so umorganisieren, dass alle Schüler bei Unterrichtsbeginn um 7.40 Uhr betreut sind. „Ein Kollege ist als Bereitschaft da, aber zur Not vertrete ich dann auch selbst“, berichtet Thies. Rekordverdächtig war ein Tag, an dem von den 67 Lehrern sage und schreibe 14 auf einmal ausfielen. Aber auch diese Notlage wurde gelöst.

 Ohnehin ist der Vertretungsplan laut Thies mittlerweile recht kompliziert. „Er hat sich zu einem Monster entwickelt. Wir hatten hier schon bis zu 126 Änderungen pro Tag.“ Durch Wandertage, Präventionsunterricht, Vorträge und Klausuren kommt es zu Raumverlegungen und Vertretungen. Zudem hat die Schule, die mit 913 Schülern mehr als gut ausgelastet ist, acht Wanderklassen, die täglich in anderen Räumen unterrichtet werden müssen. Pro Woche werden 1296 Unterrichtsstunden erteilt. Damit Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen über die aktuellen Entwicklungen im Bilde sind, gibt es die Informationen online und per Smartphone-App.

 Damit Thies immer den Überblick behält, hat er zwei Computerbildschirme auf seinem Schreibtisch. Einer zeigt den regulären Stundenplan, der andere die geänderte Variante. Die Zeiten, in denen alle Stunden in einer Stecktafel an der Wand hinter Thies’ verewigt wurden, sind längst vorbei.

 Gern denkt Thies an eine Reise mit Schülern in die Toskana zurück. Ein anderes Mal gab es mit einer 9. Klasse eine Segelreise auf einem holländischen Schoner nach Dänemark. Auf dem Wasser wird sich Thies künftig ohnehin des öfteren aufhalten. Er ist als begeisterter Segler liebend gern auf der Schlei unterwegs.

 Auch dem Motorradfahren, der Fotografie und dem Reisen außerhalb der Ferienzeiten kann er sich verstärkt widmen. „Und man kann unter der Woche mal abends ausgehen.“

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