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Von Windmühlen „umzingelt“

Hartenholm Von Windmühlen „umzingelt“

Das Thema Windkraft hat die Einwohner Hartenholms elektrisiert. Rund 350 von ihnen strömten zur Einwohnerversammlung, um sich informieren zu lassen über den geplanten Bau von 14 Windkraftwerken direkt an der Ortsgrenze. Der Widerstand im Ort ist groß.

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Henning Vogel (vorn, von links) ist Initiator der Bürgerinititative gegen 14 Windkraftanlagen an der Hartenholmer Ortsgrenze. Während einer Einwohnerversammlung in der Mehrzweckhalle stellte er sich mit den Referenten Dr. Susanne Kirchhof und Andreas Meier von BayWa den Fragen der Besucher.

Quelle: Birgit Panten

Hartenholm. Die Mitglieder der neu gegründeten Bürgerinitiative (BI) „Gegenwind Hartenholm“ fühlen sich von den Anlagen „umzingelt“ und sammelten reichlich Unterschriften gegen das Vorhaben.

 In Hasenmoor, Schmalfeld, Struvenhütten und Todesfelde wollen die Unternehmen Nordwind aus Neubrandenburg und BayWa München rund 190 Meter hohe Windmühlen errichten. „Gegenwind“-Initiator Henning Vogel sieht nach zweistündiger Versammlung den Protest auf einem guten Weg. „Und die Gemeindevertretung steht hinter uns“, betonte der Hartenholmer. Auch Bürgermeister Hans-Burkhard Fallmeier (CDU) hatte herausgestrichen, dass die Gemeindevertreter einmütig gegen das Vorhaben sind. „Trotzdem wollen wir heute hier mit sachlichen Argumenten das Für und Wider der Windenergieanlagen auf diesen ökologisch wertvollen Flächen mit seinen vielen Vogelarten auf den Feuchtwiesen liefern“, sagte Fallmeier. Gerade in der vergangenen Woche hatte er auf einer der für die Rotoren vorgesehenen Wiesen eine Schar von 40 Kranichen fotografiert.

 Projektentwickler Andreas Meier vom Unternehmen BayWa aus München versprach, Sorgen und Unmut der Anwohner ernst zu nehmen. Sein Unternehmen beabsichtigt, fünf Windräder auf Todesfelder Gebiet zu errichten. Sie wären vom Hartenholmer Ortsteil Vosshöhlen mit seiner Einzelbebauung 600 Meter entfernt. Ein Vertreter von Nordwind war der Einladung nicht gefolgt.

 Dr. Susanne Kirchhof aus Holtsee bei Eckernförde, die Landesvorsitzende von „Gegenwind Schleswig-Holstein“, setzte ganz auf die Befindlichkeiten der Bürger und schilderte ihre persönliche Situation als Mutter von vier Kindern mit zehn Windmühlen „im Vorgarten“. Sie sprach von Schlafstörungen und Dauerlärm, den sie in einem Tagebuch dokumentiert hatte. „Brummen, Dröhnen, Wummern oder Blattschlagen“ war in einem Auszug zu lesen. Die Familie habe sich in Eckernförde eine kleine Zweitwohnung genommen, um wieder mal eine Nacht durchzuschlafen.

 Wenn durch die Landesregierung nach der Auslegung der neuen Regionalpläne im Sommer endgültige Flächen für Windkraftanlagen festgeschrieben sind, haben die Gemeinden fast keinerlei Möglichkeiten mehr zur Einflussnahme. Bürgerbegehren zur Windenergie sind nicht mehr zugelassen. „Jetzt müssen wir Argumente sammeln, warum die Flächen vor unserer Gemeinde nicht geeignet sind“, sagte Bürgermeister Fallmeier auf die Frage, wie es weitergeht. Er werde die Unterschriftenlisten nach Kiel in die Staatskanzlei bringen und hofft, dass die jetzt vorgesehenen Räume nicht zu den etwa drei Prozent Landesfläche gehören werden, die als Windvorrangflächen ausgewiesen werden sollen.

 In der Diskussion über den Werteverfall von Grundstücken und Häusern in Nähe der Windräder erntete Projektentwickler Meier schallendes Gelächter. 30 Jahre Erfahrung mit den Mühlen hätten gezeigt, dass sich Preisschwankungen nach einiger Zeit normalisieren würden, meinte er. Henning Vogel von der Bürgerinitiative verwies dagegen auf Untersuchungen der Universität Frankfurt zu starken Einbußen für die Besitzer – und auf die Aussage eines Immobilienfachmannes: „Die haben dann nur noch Schrottwert!“ Die Zahl der Mitglieder der BI wuchs am Abend der Einwohnerversammlung von 28 auf 37.

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