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Widerstand gegen Windräder

Hartenholm Widerstand gegen Windräder

Die Gemeindevertretung von Hartenholm hat einstimmig eine Resolution genehmigt, die Bürgermeister Hans-Burkhard Fallmeier (CDU) vorgelegt hatte: „Die Gemeindevertretung spricht sich gegen den Bau von Windkraftanlagen im Einflussbereich der Gemeinde und auf angrenzenden Flächen der Nachbargemeinden aus.“

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Quelle: Henning Vogel, der eine Bürgerinitiative gründen möchte, zeigt mögliche, von ihm kritisierte Standorte für Windräder.

Hartenholm. Zwei Vertreter hatten wegen Befangenheit den Saal verlassen.

Zwei Unternehmen wollen auf Flächen in Struvenhütten, Hasenmoor, Schmalfeld und Todesfelde 14 Anlagen mit einer Höhe von jeweils 190 Meter aufstellen – alle direkt an den südlichen Gemeindegrenzen zu Hartenholm. „Hier stören sie weniger die beteiligten Gemeinden als die Bürger Hartenholms“, sagte Fallmeier bei der jüngsten Sitzung im Gasthaus Zur Linde. Auch an einem Hartenholmer Grundstück in diesem Bereich wurde Interesse signalisiert. Die Windräder sollen im Verlauf der geplanten Trasse für die A20 stehen und befänden sich damit gut 800 Meter von den Hartenholmer Ortsteilen Schwarzeneck und Vosshöhlen entfernt.

 Fallmeier und einige Gemeindevertreter betonten, dass die „durchaus gewünschte“ Energiewende mit hohen Gewinnen für Windkraftunternehmer oder Grundstückseigentümer zum Teil zu Lasten der Hartenholmer Einwohner umgesetzt werden soll. Der Bürgermeister schilderte die große Vogelartenvielfalt auf den Wiesen im betroffenen Gebiet und die Befürchtungen, der Infraschall der Rotoren könne die Gesundheit von Anwohnern gefährden. Dazu seien - noch ausstehende - Gutachten in Auftrag gegeben worden.

 Über die Bauanträge für die Windräder, die in vier Wochen beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eingereicht werden sollen, ist in den Nachbarorten laut Fallmeier noch nicht viel bekannt. Todesfelde habe noch keine Entscheidung getroffen, Struvenhütten und Schmalfeld hätten sich überrascht gegeben von den Bauplänen. Lediglich Hasenmoors Bürgermeister Klaus-Wilhelm Schümann hatte bei einem Gespräch mit Fallmeier auf einen Beschluss aus dem Jahr 2012 hingewiesen, nach dem die Gemeinde dem Vorhaben positiv gegenüberstehe und auch eine Bürgerwindkraftanlage befürworte.

 Henning Vogel, der im Hartenholmer Raum eine Bürgerinitiative gegen die Anlagen gründen möchte, kritisierte Ministerpräsident Torsten Albig, der sich kürzlich für einen rechtssicheren Ausbau der Windenergie ausgesprochen hatte. Das sei eine Farce angesichts der neuen Genehmigungsverfahren, die eine Mitsprachemöglichkeit der Gemeinden fast ausschließe.Vogel möchte Unterschriften gegen die Baupläne sammeln. „Ich fahre gern damit nach Kiel“, versprach Fallmeier. Für den 27. Januar kündigte er eine Einwohnerversammlung in der Gerhard-Lawerentz-Halle an.

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