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600 Jahre: Das wird gefeiert

Heidmühlen 600 Jahre: Das wird gefeiert

Das 600-jährige Bestehen des Ortes wird am Sonnabend, 18. Juni, gefeiert. Die Gemeindevertreter wollen nicht nur Altes hochleben lassen, sondern auch Neues ins Auge fassen. Eine Zukunftswerkstatt soll eingerichtet werden.

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Bürgermeister Geert Uwe Carstensen vor der alten Wassermühle, die Heidmühlen den Namen gab.

Quelle: Erich Kröger

Heidmühlen. Für die 600-Jahr-Feier wird ein Festzelt auf dem Sportplatz errichtet. Dort findet am Nachmittag das alljährliche Kindervogelschießen statt. Ab 20 Uhr kann getanzt werten. Eine kleine Ausstellung im Sportlerheim mit Bildern und alten Dokumenten, die Bürgermeister Geert Uwe Carstensen von den Heidmühlern gesammelt hat, gibt ein wenig die Entstehung und Geschichte des Dorfes wieder. „Es dürften gern mehr Unterlagen und Bilder sein“, sagte er. „Dann könnten wir die Geschichte des Dorfes noch besser dokumentieren.“ Leider seien seinem Aufruf, Bilder und Dokumente vorübergehend abzugeben, damit sie eingescannt werden können, nur wenige Bewohner gefolgt. Carstensen hofft auf weiteres Material.

 Allerdings ist die örtliche Historie in der Chronik der Gemeinde Heidmühlen festgehalten. Sie liefert auch eine Erklärung des Namens. Er ist eindeutig und auf die damalige Beschaffenheit der Landschaft zurück zu führen, die „Mühle in der Heide“. Dort wurde mit Wasserkraft Getreide gemahlen. Ob es in früheren Zeiten bereits Katen an beiden Seiten der Osterau gegeben hat, ist nicht überliefert. Rechnungsbücher aus Neumünster enthalten aber schon im Jahr 1508 folgende Eintragung: „Item vor enen Molensteen thor Haitmolen 26 Mark“.

 Die früheste Kunde von der Heidmühle findet sich in einer Bestätigung eines Vertrages, den am 21. Dezember 1415 in Bornhöved Herzog Heinrich von Schleswig und Graf Heinrich von Holstein über den Nachlass ihrer Mutter schlossen. In dieser Urkunde heißt es wörtlich: „Unde Hertoch Hinrick von Sleswick schal hebben dat Karspel to Nigemunster uthgenommen der Heitmolen de schal Greue Hinrick hebben“. Damit wird dem Schleswiger Heinrich das Kirchspiel Neumünster mit Ausnahme Heidmühlens zugesprochen.

 Wie es mit der Entwicklung in den folgenden Jahrhunderten weiterging, ist nicht überliefert. Weitere schriftliche Erwähnungen erfolgten erst 1655 in den Segeberger Amtsprotokollen.

 Von der wechselhaften Geschichte Schleswig-Holsteins ist Heidmühlen nicht ausgenommen. Es gab immer wieder Teilungen der Gebiete, bei denen die Osterau und die Radesforderau die Grenze bildeten. Bei der Einführung der Ämter gehörte der nördliche Teil (heute Mühlenholz) zum Amt Neumünster, der südliche Teil zum Amt Segeberg.

 Während der Regierungszeit der russischen Zarin Katharina der Großen (1762 - 1796) war für Mühlenholz das Kirchspiel Bordesholm zuständig, das sich im Besitz der Zarin befand. Der nördliche Teil Heidmühlens gehörte damit – wie auch immer – zum großen russischen Zarenreich. Die Zusammenlegung der beiden Dörfer erfolgte erst am 1. Oktober 1935 durch die Verordnung der Neugliederung der Landkreise.

 Zur Wassermühle gehörte auch ein großes Anwesen des Müllers. Es hat im Laufe der Zeit immer wieder den Besitzer gewechselt. Unter Johann Wichmann Strenge wurden 1806 die Mühle und 1817 das Wohnhaus ausgebaut. Beide sind noch fast so erhalten wie zu damaliger Zeit. Heute lädt dort das Landcafé ein.

 Um das Dorf auf die Zukunft auszurichten, soll Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, sich an einer Zukunftswerkstatt zu beteiligen. Diese wird sich ab Oktober jeweils am 1. Mittwoch des Monats im „Sprüttenhus“ treffen, um Ideen und Anregungen auszutauschen und zu dokumentieren.

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