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Heimat: Ein Begriff mit Zukunft

Heimatverein Kreis Segeberg Heimat: Ein Begriff mit Zukunft

Er war Landesvorsitzender der Grünen in Schleswig-Holstein und ist neuer Vorsitzender im Heimatverein des Kreises Segeberg: Peter Stoltenberg aus Seedorf. Im Kreis der 900 Segeberger Heimatkundler löst er Ernst Steenbuck ab, der aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder antreten wollte.

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Für ihren erkrankten Ehegatten Ernst Steenbuck nahm die in Sievershüttener Sonntagstracht gekleidete Elke Steenbuck die Urkunde zur Ernennung zum Ehrenvorsitzenden entgegen. Peter Stoltenberg (links) ist neuer Vorsitzender des Heimatverein des Kreises Segeberg, Hans Rahlf würdigte Steenbucks Verdienste.

Quelle: Harald Becker

Kreis Segeberg. Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins im Hotel Teegen in Leezen sollte der scheidende Vorsitzende Steenbuck stehen. Der 80-jährige Sievershüttener leitete 21 Jahre den Heimatverein. Doch er konnte wegen seiner Krankheit nicht kommen.

 „Es sind große Fußstapfen, die Ernst Steenbuck hinterlässt. Viele seiner Aktivitäten werden wir übernehmen und fortführen. Doch es wird auch einiges Neues geben“, sagte Stoltenberg, der von den 99 anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt wurde. Die Vorstellungsrede des Seedorfers wurde mit viel Applaus bedacht.

 Stoltenberg ist Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen und gehört dem Kreistag als bürgerliches Mitglied an. Auch im Kirchengemeinderat in Schlamersdorf wirkt der studierte Landwirt ehrenamtlich mit. In Seedorf-Neuenrade bewirtschaftete er jahrzehntelang mit seiner Ehefrau einen Hof mit organisch-biologischem Landbau: „Seit drei Jahren habe ich meine Flächen an einen Bioland-Betrieb verpachtet und kann so mehr Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten erübrigen.“ Seit 2008 ist Peter Stoltenberg im Heimatverein. „Die Förderung der Kultur, der plattdeutschen Sprache und Erhaltung einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt liegt mir am Herzen und ist auch im Einklang mit meiner politischen Arbeit“, betonte Stoltenberg. Das „Mitbringen der eigenen Geschichte“ sei ihm ebenso wichtig wie das offene Zugehen auf das Neue.

 Sichtlich gerührt nahm Elke Steenbuck die Lobreden auf ihren Ehemann Ernst Steenbuck, der unter Applaus zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, entgegen. „Ohne Ernst ist der Heimatverein nicht denkbar“, hieß es auf der Veranstaltung. Dank sagten auch Claus-Peter Dieck (stellvertretender Landrat), Herman-Josef Thoben (Schleswig-Holsteinischer Heimatbund), Hans Peter Sager (Kreisnaturschutzbeauftragter) und Jutta Neuber (Kreisvorsitzende der Landfrauen). Hans Rahlf aus Bad Segeberg würdigte die Verdienste seines langjährigen Weggefährten Steenbuck in einer ausführlichen Laudatio. Darin hob er die Ortsbegehungen, die Umweltrallye von Kindern in seinem Garten, seine Beiträge im jährlichen Heimatbuch, seine Fotosammlung von alten Bäumen im Kreisgebiet und die Förderung des Plattdeutschen hervor. „Wir zeichnen Ernst Steenbucks Wirken mit dem Prädikat ,lobenswert und hervorragend’ aus“, schloss Hans Rahlf.

 Ebenso erhielt Leezens Bürgermeister Ulrich Schulz viel Beifall: „Der Begriff Heimat ist auch nach vorne und in die Zukunft gerichtet. Mit dem heutigen Tag werde ich Mitglied im Heimatverein.“ Davon zeigte sich besonders Schatzmeister Friedrich Hamburg aus Groß Niendorf erfreut. Er hatte einen leichten Rückgang der Mitgliederzahl auf jetzt 902 verzeichnen müssen. Der Verein hat viele ältere Mitglieder; Todesfälle werden nicht komplett durch Neueintritte ausgeglichen.

 Was die Mitglieder 2017 erwartet, legt der neu formierte Vorstand in seiner Sitzung im Dezember fest und berichtet darüber im traditionellen Rundbrief zum Jahresbeginn.

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