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Einblick ins Paradies

Wahlstedt Einblick ins Paradies

In einer Ecke fließt plätschernd ein Wasserlauf in einen kleinen Teich, in einer anderen berankt eine Clematis mit rosafarbenen Blüten eine Holzwand, dazwischen warten Stauden in großzügigen Beeten auf wärmeres Wetter, um mit ihrer Farbenpracht zu beeindrucken – bei Helga Loose gibt es im Garten allerhand zu entdecken.

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Insgesamt rund 1800 Quadratmeter groß ist die Wahlstedter Gartenanlage.

Quelle: Gisela Krohn

Wahlstedt. Helga Loose zeigt gern ihre schöne Gartenanlage in Wahlstedt, deshalb ist sie in diesem Jahr auch wieder bei der Aktion „Offener Garten“ dabei. Am Sonnabend und Sonntag, 20. und 21. Juni, lädt sie wie viele andere Gartenbesitzer in Schleswig-Holstein zu einem Bummel durch die rund 1800 Quadratmeter Paradies in der Rendsburger Straße 20 ein.

 Schon drei Mal hat Familie Loose beim „Offenen Garten“ mitgemacht, zuletzt vor drei Jahren. Seitdem hat sich einiges auf dem Gelände getan. Vor Kurzem hat ihr Schwiegersohn Jens Below eine große Metallplatte beim Teich aufgestellt und daran Halterungen für Blumen befestigt. „Jetzt beginnt es schon, schön vor sich hin zu rosten“, freut sich Helga Loose, die gern auch mal Ecken im Garten sich selbst überlässt.

 Eine Glockenblume zum Beispiel, die sich an der Terrasse in den Fugen einer Stufe fleißig ausgesät hat, lässt sie einfach wachsen und freut sich daran. „Sieht doch toll aus!“, findet sie. Mit ihren 72 Jahren erledigt Helga Loose auf dem Grundstück immer noch die meisten Dinge selbst. „Wenn ich mal nicht so gut drauf bin, arbeite ich im Garten“, erzählt sie. „Ordentlich buddeln und dann geht es mir wieder besser!“ Eine große Hilfe sei es aber, dass ihre Tochter Maike ihr das Rasenmähen abnimmt und sie für schwere Arbeiten Unterstützung bei ihrem Schwiegersohn hat. „Der hatte früher gar nichts mit Gärtnern am Hut, und jetzt ist er total verrückt danach. Er kann an keinem Blumenladen vorbeigehen, ohne eine Blume zu kaufen“, berichtet sie lachend.

 Auch beim Tag des offenen Gartens sind viele junge Leute unterwegs, hat Helga Loose festgestellt. „Hier war mal ein junges Paar, das hat mich gefragt, wie lange es denn dauert, bis es so aussieht“. Als sie dann „30 Jahre“ antwortete, waren sie doch etwas desillusioniert. Eine schöne Gartengestaltung kann zwar auch etwas schneller gehen als bei Helga Loose, doch bei ihrem Grundstück entsteht der Charme auch durch die Geschichte des Hauses.

 Mitte bis Ende der 1940er-Jahre war es damals das erste Haus in der Rendsburger Straße. „Das sah hier aus wie das Ende der Welt“, erinnert sich Helga Loose an ihre Kindheit. Ihre Eltern hatten, wie damals oft üblich, einen reinen Nutzgarten mit Gemüse und Obstbäumen, dazu Tierhaltung mit Schweinen, Hühnern, Enten und Gänsen. „Später dann hab ich meiner Mutter immer ein Stückchen mehr vom Garten abgeschnackt und die Blumenbeete angelegt.“

 Auf Gemüse-Ziehen habe sie heute keine Lust mehr. Ihr gehe es um die Freude am Gestalten, an schönen Blüten und stimmungsvollen Dingen wie einer steinernen Putte, schmiedeeisernen Stühlen oder auch mal einer lustigen Keramikfigur, die einen besonderen Platz im Garten bekommt. Gerne malt sie auch mal selbst einen alten Stuhl an, um ihn irgendwo zu platzieren. Gerade hat sie eine ausgediente hölzerne Zimmertür weiß lackiert und in einer schattigen Ecke vor einer immergrünen Hecke aufgestellt. „Damit es dort nicht mehr so dunkel ist.“

 Jetzt freut sie sich auf die vielen Besucher beim offenen Garten. Viele ihrer Freunde backen, dann werden am Garten-Wochenende wieder Kaffee und Kuchen verkauft. Angst vor schlechtem Wetter hat Helga Loose nicht. „Gartenfreunde kommen immer, das sind spezielle Menschen. Die haben dann Gummistiefel an, Hut und Regenmantel und genießen das trotzdem.“

 Die Aktion „Offener Garten“ findet in ganz Schleswig-Holstein in mehr als 250 Gärten statt. Am Sonnabend und Sonntag, 20. und 21. Juni, zeigen Gartenfreunde, wie sie ihre Ideen umgesetzt haben, wie oftmals auch seltene Gewächse bei ihnen gedeihen und geben dabei auch Tipps und Anregungen. Oftmals wird Kaffee und Kuchen angeboten, sodass man gern eine Zeitlang verweilen kann. Wo überall die Gartenpforten offen stehen, ist unter www.offenergarten.de zu finden. Dort kann auch eine Broschüre bestellt werden, in der alle Gärten mit Adressen vorgestellt sind. Auch wer selbst sein Grundstück mal zeigen und im nächsten Jahr mitmachen möchte, findet auf der Website Informationen.

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