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Trotz Sehbehinderung im Garten aktiv

Henstedt-Ulzburg Trotz Sehbehinderung im Garten aktiv

Obwohl Ahmad Zaarour aus Henstedt-Ulzburg so gut wie nichts sehen kann, widmet er sich mit Liebe und Hingabe seinem Kleingarten an der Kisdorfer Straße in Henstedt-Ulzburg. Vor zwei Jahren hatte er den Garten übernommen und ein kleines Paradies für ihn und seine Frau Angelika Dubber geschaffen.

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Ahmad Zaarour (56) aus Henstedt-Ulzburg ist stark sehbehindert und hat dennoch einen Kleingarten, den er mit Liebe und Hingabe beackert.

Quelle: Nicole Scholmann

Henstedt-Ulzburg. Eine Besonderheit sind seine Gemüsebeete. Sie sind eingefasst in kleine Holzrahmen. Das habe zwei Gründe, verrät der 56-Jährige, der vor drei Jahrzehnten aus Beirut im Libanon nach Deutschland geflohen war. Zum einen begrenze der Rahmen das Gießwasser und er verbrauche deshalb nicht so viel, zum anderen weiß Zaarour durch die Rahmen ganz genau, wo die Grenzen sind und kann trotz seiner Sehschwierigkeiten gut dort arbeiten. „Mein Garten gibt mir Freiheit, meine Pflanzen sind wie meine Kinder“, beschreibt er.

Zaarour betreibt in Henstedt ein kleines Geschäft mit Seifen aus Aleppo und findet dennoch genug Zeit, um morgens und abends zu seinem 400 Quadratmeter großen Eckgarten zu gehen und dort die eine oder andere Arbeit zu tätigen. Wirsing, Grünkohl, Mangold und rote Bete wachsen und gedeihen prächtig auf dem Acker, daneben stehen Sonnenblumen und andere Blumen, von denen Zaarour zwar nicht weiß, wie sie heißen, „aber ich mag sie alle!“ 

Durch einen Zufall war der Henstedt-Ulzburger zum Garten gekommen, denn die Vorbesitzer schafften die Arbeit nicht mehr. Es folgte die Umgestaltung von Garten und Laube. Die nötigen Informationen beschafft Zaarour sich per Sprachcomputer, nur mit Fotos hat er Schwierigkeiten. „Aber ich weiß inzwischen, wie Giersch riecht“, erzählt der Hobbygärtner und schmunzelt.

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