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Fraktionen stehen zum Widerstand

Henstedt-Ulzburg Fraktionen stehen zum Widerstand

Auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter in Henstedt-Ulzburg bekräftigten die Fraktionen CDU, SPD, WHU und FDP auf Nachfrage der Wählergemeinschaft Bürger für Bürger (BFB), weiter gegen die geplante Stromtrasse auf Gemeindegebiet zu sein. Man warte auf das Planfeststellungsverfahren.

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In ganz Henstedt-Ulzburg hängen Plakate, auf denen alle fünf Fraktionen der Gemeindevertretung ihren Widerstand gegen die Pläne des Unternehmens Tennet deutlich machen.

Quelle: Nicole Scholmann

Henstedt-Ulzbrug. Jens Iversen von der Wählergemeinschaft Bürger für Bürger (BFB) ist immer für einen flotten Spruch gut – das bewies der Gemeindevertreter wieder auf der jüngsten Sitzung des Gremiums am Dienstagabend im Ratssaal. Provokant schritt er mit einer kleinen Papiertüte an der Hand zum Rednerpult, holte vier Spraydosen mit schwarzer Farbe heraus, stellte sie demonstrativ auf das Pult und holte zum Rundumschlag aus.

 Er erinnerte die Mitglieder der vier Fraktionen CDU, SPD, WHU und FDP an die Resolution, die alle gemeinsam am 19. Mai 2015 unterschrieben hatten. „Die Gemeindevertretung Henstedt-Ulzburg stellt sich entschieden gegen die geplante Stromtrasse für eine 380-kV-Leitung (Ostküstenleitung) sowie die Errichtung eines weiteren Umspannwerkes auf Henstedt-Ulzburger Gebiet“, heißt es dort. Nun wollte Iversen wissen, ob immer noch Geschlossenheit herrsche oder einige Fraktionen ihr Logo auf den im Gemeindegebiet verteilten großen Plakaten schwärzen wollten. Dafür hatte er jeder Fraktion eine Spraydose mitgebracht.

 Horst Ostwald von der SPD ließ diese Provokation nicht auf sich sitzen und machte deutlich, dass die Sozialdemokraten natürlich weiter gegen die von dem Unternehmen Tennet geplante Trasse quer durch die Großgemeinde sei. Der nächste Schritt, den Widerstand deutlich zu machen, sei, wenn von Tennet das Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht worden sei. „Es hat sich für uns überhaupt nichts geändert“, machte er deutlich.

 Dietmar Kahle (CDU) hielt es auch nicht lange auf seinem Platz. „Wir wollen nicht die Stromhauptstadt Schleswig-Holsteins werden“, sagte er. Selbstverständlich sei die CDU weiter an Bord. Die Machbarkeit der Erdverkabelung sei noch völlig offen. Auch die WHU mit Karin Honerlah steht weiter zum Widerstand. „Wir wollen hier keine Trasse und kein Umspannwerk!“ Klaus-Peter Eberhard (FDP) schlug in die gleiche Kerbe: „Wir stehen zur Vereinbarung“.

 Kurt Göttsch von der WHU erinnerte daran, dass die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Stefan Bauer an der Spitze am Zuge sei, den Widerstand gegen die 380-kV-Leitung durch die Großgemeinde zu formulieren und die nächsten Schritte auszuarbeiten. „Der Bürgermeister ist gefordert“, sagte Göttsch. Elisabeth von Bressensdorf (CDU), die den erkrankten Bürgermeister vertrat, hatte die Antwort schnell parat: „Darauf können Sie sich verlassen. Wir sind dran.“

 Iversen konnte seine Spraydosen wieder mitnehmen, denn keine Fraktion hatte sie auch nur angefasst. „Trotzdem hätte ich mich gefreut, wenn die SPD mit Ministerpräsident Torsten Albig über die Pläne gesprochen hätte“, sagte der BFB-Gemeindevertreter. Ostwald lobte süffisant die Aktion der BFB: „Das war eine tolle Show, Herr Iversen.“

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