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Kanalisation verschlingt Millionenbetrag

Henstedt-Ulzburg Kanalisation verschlingt Millionenbetrag

Die Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, sind gewaltig - genau wie die Schäden, die zu beheben sind: Die Kanalisation ist marode. Die Beseitigung bislang festgestellter Schäden beläuft sich auf über sechs Millionen Euro. Insgesamt könnten es 24 Millionen Euro für das gesamte Rohrnetz werden.

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Auch dieses Porositrohr an der Straße Adlerhorst ist verstopft. Das Regenwasser kann nicht ungehindert abfließen.

Quelle: privat

Henstedt-Ulzburg. Auf der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am Montagabend erfuhren die Kommunalpolitiker, wie defekt die Kanalisation auf dem Gemeindegebiet ist. Das von der Gemeinde beauftragte Planungsbüro IPP aus Kiel hatte das Kanalnetz der Regen- und Schmutzwasserleitungen unter die Lupe genommen und nun das Gesamtsanierungskonzept vorgestellt. Für die Erstellung wurden die Kanalinspektionen der vergangenen zehn Jahre ausgewertet. Allerdings konnten bisher nur gut ein Viertel der Leitungen untersucht werden.

 „Geahnt haben das einige, gewusst wenige“, sagte Bürgermeister Stefan Bauer der Segeberger Zeitung. Das Kanalnetz von Henstedt-Ulzburg umfasst etwa 227 Kilometer Hauptkanäle plus die Schächte und Anschlussleitungen. Davon sind 119 Kilometer Regenwasser- und 108 Kimoleter Schmutzwasserleitungen. Zusätzlich verfügt die Gemeinde über 18 Kilometer Druckrohrleitungen.

 Vorrangig betrachtet werden soll in Zukunft der Bereich Rhen. Alleine die Inspektionen der Rohre dort schlagen mit etwa 1,5 Millionen Euro zu Buche. Wie hoch der Sanierungsbedarf ist, können auch die Fachleute des Planungsbüros nicht abschätzen.

 In der Auswertung ist vermerkt, dass etwa 80 Prozent der Regen- und Schmutzwasserkanäle, etwa 60 Prozent der Anschlussleitungen und gut 90 Prozent der Schächte sanierungsbedürftig sind. Die Verwaltung mit Bürgermeister Bauer an der Spitze wird nun ein Konzept erarbeiten, dass die Sanierung in den nächsten Jahrzehnten vorschlägt. „Das wird ein Fahrplan für die Zukunft, auch gegebenenfalls mit Konsequenzen für die Gebührenzahler“, sagte Bauer.

 Zwei große Probleme hat Henstedt-Ulzburg: Zum einen die vielen Bäume, die zwar hübsch anzusehen sind, deren Wurzeln allerdings in die Kanäle dringen und diese zerstören. Das Wurzelwerk muss regelmäßug entfernt werden. Zum anderen die vor 40 Jahren installierten Leitungen aus Porosit. Dieser Beton ist flüssigkeitsdurchlässig und gibt das Regenwasser in den Boden ab. Aber diese Eigenschaft mache – so hörten es die Ausschussmitglieder – die Rohre nicht nur porös, sodass sie sich auflösen, sondern ist auch nicht mehr erwünscht, da das Regenwasser heutzutage deutlich verschmutzter ist als noch vor Jahrzehnten. Der Dreck einer Hauptverkehrsstraße soll eben nicht im Grundwasser versickern, sondern in Regenrückhaltebecken aufgefangen werden, damit die Schadstoffe dort gesammelt und entsorgt werden können.

 Die defekten Porositleitungen müssten komplett ausgebaut und ersetzt werden, eine Sanierung in der so genannten „geschlossenen Bauweise“, in der kein Erdreich bewegt werden muss, sei nicht möglich, heißt es in den Ausführungen des Planungsbüros. Die kaputten Rohre aus Porosit kommen zum Beispiel in den Straße Birkenweg, Moorland, Oliviastraße, Zum Park, rund um Adlerhorst sowie Rhener Kehre vor.

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