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Klinik-Mitarbeiter sind verärgert

Henstedt-Ulzburg Klinik-Mitarbeiter sind verärgert

Kein Streik, aber ein Zeichen von Protest: Am Dienstag folgten mehrere Dutzend Beschäftigte der Paracelsus-Klinik einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi, sich an einem bundesweiten Aktionstag zu beteiligen.

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In der Mittagszeit protestierten am Dienstag Mitarbeiter der Henstedt-Ulzburger Paracelsus-Klinik gegen ihre Arbeitssituation.

Quelle: Isabelle Pantel

Henstedt-Ulzburg. Streitpunkt sind die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag. Auch die Arbeitnehmer in den anderen über 20 Paracelsus-Kliniken, die es in Deutschland gibt, waren zum Mitmachen ermuntert worden. „Mit ihrem Verzicht auf einen Teil ihres Einkommens hat die Belegschaft die Sanierung der Paracelsus-Kliniken ermöglicht. Dies darf aber kein Dauerzustand bleiben“, erklärte Verdi-Bezirksfachbereichssekretärin Imke Wriedt den Grund für den Unmut.

 Protestiert wurde am Dienstag nicht während der Arbeitszeit, sondern in der Mittagspause. Die Angestellten wollten damit Druck ausüben. Dass es nach Ostern zum Warnstreik kommen könnte, hält Imke Wriedt für sehr wahrscheinlich.

 Das Motto der Aktion lautete: „Jetzt sind wir dran!“ Die Beschäftigten sind verärgert, weil die Verhandlungen über einen einheitlichen Entgelttarifvertrag bereits seit Dezember 2014 laufen. Ein Ergebnis liegt trotzdem noch nicht vor. Das bedeutet, dass die Angestellten in den einzelnen Para-Kliniken noch immer nach hausspezifischen Regelungen bezahlt werden.

 Seit Ende 2013 galt ein Zukunftssicherungsvertrag, der die Sanierung des Konzerns ermöglichte. Dieser Tarifvertrag lief Ende Oktober 2015 aus. Verdi wirft dem Para-Konzern vor, von den niedrigen Löhnen zu profitieren. Sie liegen „bis zu einem Viertel unter dem Niveau kommunaler Kliniken“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft.

 Verdi fordert für die Beschäftigten der Para-Kliniken unter anderem eine Anhebung der Entgelte um 7,5 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich. Die Regelung soll rückwirkend ab November 2015 gelten. Die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 5000 Angestellten des Paracelsus-Konzerns werden ab Donnerstag in Osnabrück fortgesetzt. Am Dienstag versuchte die Konzernleitung, die Stimmung zu beruhigen. „Wir wollen unserer tarifvertraglichen Verpflichtung zu einem einheitlichen Entgelttarifvertrag nebst Eingruppierungsordnung für das gesamte Unternehmen nachkommen, und wir wollen, dass dieser Vertrag für beide Seiten zufriedenstellend ist“, teilte Frank Thörner, Geschäftsführer des Bereichs Personal und Recht bei den Paracelsus-Kliniken mit. Bislang seien die Verhandlungen aus Sicht des Konzerns sehr konstruktiv gelaufen. Den Verdi-Vorwurf, die Verhandlungen würden vom Arbeitgeber verzögert, wies Peter Schnitzler, Sprecher des Geschäftsführers, zurück: „Einen Vertrag dieser Größenordnung und mit dieser Komplexität kann man nicht eben in zwei bis drei Verhandlungsrunden abschließen.“

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