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Metro zeigte sich spendabel

Henstedt-Ulzburg Metro zeigte sich spendabel

Eine Willkommenskultur in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde gab es schon, als dieser Begriff noch gar nicht so geläufig war. Allein der ehrenamtlich organisierte Deutschkursus läuft schon rund zwei Jahre. Eine Spende in Höhe von 10000 Euro der Metro unterstützt diese Arbeit weiter.

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Aus einem kleinen Gesprächskreis ist der ehrenamtliche Deutschkursus an der Kreuzkirche vor zwei Jahren hervorgegangen. Inzwischen ist die Gruppe sehr groß geworden, und die Deutschkenntnisse der Flüchtlinge werden immer besser.

Quelle: Isabelle Pantel

Henstedt-Ulzburg. Der Kursus wird regelmäßig von 20 bis 25 Asylbewerbern aufgesucht. Für einige von ihnen bietet er die einzige Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse systematisch und unter Anleitung zu verbessern.

 Zehn Ehrenamtler, überwiegend Gemeindemitglieder, erteilen den Deutschunterricht. Diese große Zahl an Helfern ermöglicht die Arbeit in Kleingruppen, die sich je nach Sprachniveau zusammensetzen. Manchmal wird auch Einzelunterricht gegeben. Die erwachsenen Schüler stammen aus Afghanistan, Syrien, Albanien, Tschetschenien, dem Iran und dem Irak. Wenn die Helfer mit ihren Erklärungen auf Deutsch nicht weiterkommen, wird auf Englisch, Russisch oder in einem Fall sogar auf Spanisch ausgewichen. Es kommt aber auch vor, dass die kleinen Flüchtlingskinder eine große Hilfe sind: Sie lernen in der Kita innerhalb kurzer Zeit Deutsch und können dann für ihre Eltern übersetzen.

 Der ehrenamtliche Deutschkursus findet mittwochs ab 15 Uhr im Gemeindehaus neben der Kreuzkirche statt. Die Gruppe ist offen für alle Religionen, auch wenn der Unterricht meistens mit einem Bibelwort startet. „Jeder darf kommen, wie er ist“, sagte Pastor Mathias Krüger.

 Die meisten Ehrenamtler sind keine professionellen Lehrer, aber daran stört sich niemand. „Jeder, der Deutsch spricht, kann es auch vermitteln“, lautet das Motto. Einige der Flüchtlingslehrer geben sogar privat zusätzliche Stunden und engagieren sich weit über den Mittwochnachmittag hinaus. Die Verbindung zwischen Helfern und Flüchtlingen ist daher bereits sehr eng geworden.

 Nun kann diese wichtige Arbeit der Ehrenamtler noch verbessert werden. Eine Geldspende des Metro-Konzerns macht es möglich. Das Unternehmen stellte der Kirchengemeinde knapp 10000 Euro für ihre Flüchtlingshilfe zur Verfügung. An den Geldsegen kam die Kreuzkirche durch ihre Kontakte zu Carrielle Somers. Die Henstedt-Ulzburgerin arbeitet bei Metro und warb dort – mit Erfolg – für das Projekt der Flüchtlingshelfer. Das Geld soll für den Kauf neuer Lehrmaterialien und eine bessere technische Ausstattung verwendet werden, unter anderem ein Laptop und ein Beamer sollen angeschafft.

 Der Einblick in die Welt von Menschen, die mittellos und aufgrund von politischer Verfolgung nach Deutschland kommen, bringt die Ehrenamtler immer wieder zum Nachdenken. Eine dieser Begegnungen schilderte die Helferin Barbara Gerken bei der Spendenübergabe: „Ich fragte einen unserer Flüchtlinge, ob ich ihm irgendetwas geben könne, aber er sagte einfach, er brauche nur Asyl, sonst nichts.“ Erst nach Wochen gab der Mann zu, dass er noch einen weiteren Wunsch habe: ein Kopfkissen.

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