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Neue Heimat, neuer Glauben

Henstedt-Ulzburg Neue Heimat, neuer Glauben

350 Flüchtlinge leben derzeit im Ort. 23 von ihnen haben ihren Glauben gewechselt und wurden als Christen getauft. „Ich bereue den Schritt nicht“, sagte einer von ihnen, Ferhad Valinejad aus dem Iran, beim Besuch von Bischof Gothart Magaard in der Kreuzkirche.

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Bischof Gothart Magaard (von links), Propst Kurt Riecke, Pastor Mathias Krüger sowie die drei zum Christentum konvertierte Henstedt-Ulzburger Flüchtlinge Farhad Valinejad und Samilda Ashaari, beide aus dem Iran, sowie Martin Nuri aus Afghanistan diskutierten über die Situation von getauften Flüchtlingen in Henstedt-Ulzburg.

Quelle: Alexander Christ

Henstedt-Ulzburg. Wie gehen Kirchengemeinden mit dem Wunsch von Flüchtlingen um, die zum Christentum konvertieren wollen? Welche Folgen kann dieser Glaubenswechsel für die Betroffenen mit sich bringen? Und welche Wege beschreiten Pastoren, um den Neu-Christen die Integration in die neue Glaubensgemeinschaft zu erleichtern? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund ums Thema Christianisierung von Flüchtlingen erhielt der Bischof des Sprengels Schleswig und Holstein bei einer Visitation in der Henstedt-Ulzburger Kirchengemeinde.

 Der Henstedt-Ulzburger Pastor Mathias Krüger: „Der Aufnahme von Flüchtlingen geht fast immer ein langer, oft monatelanger Entwicklungsprozess mit vielen Gesprächen und dem Kennenlernen des Christentums voraus. Im Schnellverfahren wird hier niemand getauft.“ Auch das oft tabuisierte Thema Mobbing gegen konvertierte Flüchtlinge durch Schicksalsgenossen anderer nichtchristlicher Glaubensrichtungen kam zur Sprache. Seelsorger Krüger: „Wir hatten hier einen ganz konkreten Fall. Eine Iranerin, die sich taufen ließ, wurde danach so schlimm von anderen Flüchtlingen gemobbt, das wir sie aus ihrer Unterkunft holten und anderweitig unterbringen mussten.“

 Beeindruckt zeigte sich der Bischof bei seiner Stippvisite in Henstedt-Ulzburg vor allem von dem ehrenamtlichen Engagement der rund 50 Flüchtlingshelfer. „Ich bin positiv überrascht über diese gut funktionierende Gemeinschaft“, sagte der Bischof. Gleichzeitig jedoch betonte der Nordkirchenchef, dass die Christianisierung von Flüchtlingen keine Priorität in der Kirchenarbeit genieße. „Es ist nicht unser Ziel, Menschen anderen Glaubens zu einem Übertritt zu bewegen. Wer sich jedoch ernsthaft und aus eigenem Antrieb dazu entschließt, Christ werden zu wollen, ist natürlich herzlich willkommen“, betonte Magaard.

 Voll und ganz integriert in die christliche Gemeinschaft Henstedt-Ulzburgs ist inzwischen der 38-jährige Iraner Valinejad. Zusammen mit weiteren Frauen und Männern mit Flüchtlingshintergrund wurde er während eines Ostergottesdienstes von Pastor Krüger getauft. „Ich fühle mich sehr wohl in meiner neuen Glaubensgemeinschaft“, sagte Valinejad. Inzwischen ist der 38-Jährige Vater einer vor wenigen Wochen in Henstedt-Ulzburg geborenen Tochter geworden. Und auch beruflich geht es aufwärts. Der studierte Ingenieur hat vor kurzem ein Praktikum zum Reitlehrer begonnen. „Reiten war schon im Iran meine Leidenschaft. Jetzt mache ich mein Hobby zum Beruf“, freute sich Valinejad.

 Der Besuch des Bischofs in Henstedt-Ulzburg ist Bestandteil einer Rundreise durch die acht zu seinem Kirchensprengel gehörenden Kirchenkreise. Ziel dieser Visiten ist es, sich über die aktuelle Situation in den Gemeinden zu informieren, Hilfestellungen bei Problemen anzubieten, Kritik und Anregungen aufzunehmen oder auch selbst Tipps zur Verbesserung von eventuellen Missständen zu geben. Schauplatz des Treffens mit den Henstedt-Ulzburger Pastoren Mathias Krüger und Andreas Spingler, deren Kisdorfer Amtskollegin Christiane Ellger, Propst Kurt Riecke aus Bad Bramstedt sowie drei zum Christentum konvertierten Flüchtlingen aus Henstedt-Ulzburg war das Gemeindezentrum neben der Kreuzkirche.

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