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Pflege der Willkommenskultur

Henstedt-Ulzburg Pflege der Willkommenskultur

Der Flüchtlingshilfe gewidmet war einer der Abende während der Projektwochen der Erlöserkirche. Konkret ging es darum, auf welche Art und Weise sich neue Ehrenamtler für Asylbewerber engagieren können. Möglichkeiten dazu gibt es genug im Ort.

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Seit rund zwei Jahren kümmert sich in Henstedt-Ulzburg ein Ehrenamtler-Team um die Betreuung der im Ort lebenden Flüchtlinge. Einige der Helfer stellten im Rahmen der Erlöserkirchen-Projektwochen ihre Arbeitsgruppen vor.

Quelle: Isabelle Pantel

Henstedt-Ulzburg. Zahlreiche Helfer, die schon lange in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, stellten ihre Projekte vor und standen anschließend für Gespräche zur Verfügung.

 „Beim Thema Flüchtlinge kommt das Beste und das Schlechteste im Menschen zum Zuge“, sagte Pastor Andreas Spingler in seiner Einleitung. In der Kirchengemeinde werden Willkommenskultur und Hilfsbereitschaft gepflegt. Entsprechend aufgeschlossen und positiv war die Stimmung am Gesprächsabend. Schon seit 2014 gibt es in Henstedt-Ulzburg ein Willkommensteam, das sich ehrenamtlich um die Betreuung der Flüchtlinge kümmert und seit Januar 2015 ein eingetragener Verein ist. Die Mitglieder sind in mehreren Projekten organisiert. Eines davon ist die Fahrradwerkstatt. Jeden Donnerstag trifft man sich zwischen 10 und 16 Uhr im Henstedter Hof, um gebrauchte Fahrräder zu reparieren. Flüchtlinge dürfen kommen und sich eines der fertigen Räder aussuchen. Auf diese Weise haben inzwischen schon 230 Drahtesel einen neuen Besitzer gefunden. Geht irgendwann eines der Räder wieder kaputt, dürfen die Flüchtlinge wiederkommen und es selbst reparieren, bei Bedarf unter Anleitung. Außerdem trifft sich im Henstedter Hof regelmäßig eine Kochgruppe, in der Flüchtlinge und Henstedt-Ulzburger gemeinsam brutzeln.

 Aktuell leben 316 Asylbewerber in Henstedt-Ulzburg. Wer neu ankommt, muss sich erst einmal im Ort orientieren. Dabei helfen ehrenamtliche Betreuer, die Familien wie Alleinstehenden mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie zeigen ihnen Einkaufsmöglichkeiten und Kleiderkammer, geben ehrenamtliche Sprachkurse, machen Arzttermine aus oder helfen bei der Suche nach Kita-Plätzen für die Kinder. Prinzipiell gilt der Grundsatz, dass sich jeder selbst einteilen kann, wie lange er sich in der Flüchtlingshilfe engagieren will und in welchem Bereich. Eine große Gruppe der Helfer konzentriert sich auf den Sprachunterricht. Mittlerweile gibt es verschiedene Angebote: montags in der Erlöserkirche, dienstags und donnerstags im Bürgerhaus, mittwochs in der Kreuzkirche. „Ich kenne Flüchtlinge, die tatsächlich all diese Gruppen besuchen“, sagt Gisela Kolmorgen, die mit ihrem Team in der Kreuzkirche unterrichtet. Beim letzten Mal kamen 36 Flüchtlinge, um in Kleingruppen Deutsch zu lernen. Auf neuen Schwung hofft die Nähgruppe. Das Angebot musste aufgegeben werden, weil nicht mehr genügend Leiterinnen zur Verfügung standen. Das Willkommensteam hofft daher auf neue Interessenten. Informationen gibt es unter Telefon 04193/969884 oder per E-Mail unter heidicolmorgen@online.de.

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