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Pflegestation schließt - wohin jetzt?

Henstedt-Ulzburg Pflegestation schließt - wohin jetzt?

Schock für viele Angehörige: Die TPR GmbH aus Reinfeld stellt den Betrieb des Pflegecentrums in der Fürstenhof Seniorenresidenz überraschend ein. Den rund 40 Bewohnern und allen Mitarbeitern wurde zum 31. März gekündigt.

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Fürstenhof-Geschäftsführer Wilfried Bromstrüp kann die Schließung nicht nachvollziehen.

Quelle: Lutz Timm

Henstedt-Ulzburg. Mieter und Angehörige sind verzweifelt. TPR-Geschäftsführer Florian Graßl teilte die Schließung auf einer kurzfristig anberaumten Veranstaltung am vergangenen Freitag mit. Den Betroffenen bleiben nicht einmal fünf Wochen, um für die geistig und körperlich beeinträchtigen Bewohner eine neue Bleibe zu finden.

 „Die beschämende Tatsache ist, dass etwa 40 Menschen obdachlos gemacht werden“, sagt Wilfried Brömstrup, Geschäftsführer der Fürstenhof Betrieb GmbH, die für die Eigentümer der 75 Wohnungen den Betrieb regelt. Die von Graßl vorgebrachte Begründung für die Schließung kann er nicht nachvollziehen. Der TPR-Chef hatte als Grund gestiegene Kosten und gesunkene Gewinne angegeben. „Aber wer macht einen Zehnjahresvertrag, wenn er nur Verlust macht?“ fragt Brömstrup. Der Geschäftsführer, der selbst Eigentümer einer der 28 Wohnungen der Pflegestation ist, gibt an, dass der Pachtvertrag für den Pflegebereich Ende 2014 für zehn Jahre verlängert worden sei

 Problematisch sieht Brömstrup die komplexen Verbindungen zwischen Betreiber und Vermietern der Pflegestation. So besitzt laut Aussage des Geschäftsführers ein Investor aus Mölln über die w2i GmbH insgesamt 25 Wohnungen im Fürstenhof, 16 davon in der Pflegestation. Diese 16 Wohnungen und 12 weitere aus privater Hand wurden von der Vermögensverwaltungsgesellschaft m3i GmbH gemietet. Geschäftsführer und Inhaber dieser m3i: der Investor aus Mölln. Die Gesellschaft wiederum verpachtet die Wohnungen an die TPR. Nach Informationen von Brömstrup ist die m3i als Verpächter mittlerweile liquidiert worden.

 „Meine weitere Sorge ist jetzt, dass die Firma insolvent ist und alle Eigentümer von Wohnungen im Fürstenhof dafür haften müssen“, erzählt Brömstrup. Zudem sorge er sich um den Ruf des Hauses. „Viele Bürger denken jetzt, dass der gesamte Fürstenhof pleite ist. Aber wenn man es nüchtern betrachtet, ist nur ein großer Mieter ausgezogen. Diese Lücke müssen wir jetzt gemeinsam füllen.“

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