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Reizthema Sozialwohnungen

Henstedt-Ulzburg Reizthema Sozialwohnungen

In einer zum Teil emotionalen Diskussion ging es in Henstedt-Ulzburg am Donnerstagabend nicht nur aufgrund des spätsommerlichen Wetters im Bürgerhaus heiß zu. Das Thema „Sozialer Wohnraum“ erhitzt die Gemüter. Vor allem Anwohner des Schäferkampsweg haben sich organisiert und gehen gegen die Pläne vor.

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Ein Beispiel für das „Kieler Modell“ - in diesem Fall Pläne für Bad Segeberg.

Quelle: Wankendorfer Baugenossenschaft

Henstedt-Ulzburg. Gut 120 Bürger nutzten die Chance, an der von Bürgermeister Stefan Bauer anberaumten Informationsveranstaltung teilzunehmen – und ihre Sorgen und Fragen zu äußern.

 Der Verwaltungschef betonte die Notwendigkeit, günstigen Wohnraum in Henstedt-Ulzburg zu schaffen. Nicht nur für Flüchtlinge, die in zum Teil von der Gemeinde angemieteten Wohnungen leben, sondern auch für Alleinerziehende, Einkommensschwache und Ältere, für die hohe Mieten ein großes Problem sind. „Wir hier im Einzugsgebiet von Hamburg sind besonders gefordert“, sagte Bauer. Er geht davon aus, dass in den kommenden Jahren mehr als 500 Menschen dauerhaften Wohnraum zum günstigen Kurs brauchen. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen, wo wir diese Menschen unterbringen.“ Derzeit gibt es 175 geförderte Wohnungen im Ort.

 „Viele passende Grundstücke gibt es bei uns nicht“, stellte Bauer fest. Die Verwaltung hat sich im Gemeindegebiet nach geeigneten Flächen umgesehen - und wurde in Ulzburg-Süd und auf dem Rhen fündig. Am Schäferkampsweg und am Pirolweg stehen Flächen zur Verfügung, die sich im Besitz der Gemeinde befinden. Die Fläche südlich des Pirolweges in Ulzburg-Süd ist 1600 Quadratmeter groß und derzeit ungenutzt. Auf dem Rhen geht es um ein 2500 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem derzeit Umkleidekabinen für den benachbarten Sportplatz stehen.

 Ein Dorn im Auge ist vielen der Anwohner des Schäferkampsweg die vorgesehene maximale Geschosshöhe von zehn Metern – vor allem, weil sie beim Bau ihrer Eigenheime strikte Höhen einhalten mussten, die niedriger sind. Bauer sagte zu, dass die Neubauten nicht höher als drei Stockwerke werden sollen. Er wies darauf hin, dass die Verwaltung nur den Anstoß gebe und die politischen Gremien letztendlich mit ihren Entscheidungen Fakten schaffen.

 Laut Bürgermeister Bauer sind die beiden Flächen erst der Anfang. Er und seine Mitarbeiter stellen sich vor, dass über das ganze Gemeindegebiet verteilt günstiger Wohnraum entsteht. Am Montag wird ab 18.30 Uhr in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses das Thema weiter behandelt. Dann geht es im Ratssaal um den Aufstellungsbeschluss. Er muss gefasst werden, damit letztlich der Bebauungsplan geändert werden kann. Erst damit wird eine Bebauung möglich. Die WHU hat bereits angekündigt, nicht für den Aufstellungsbeschluss zu stimmen.

 Die Verwaltung sucht derweil Investoren, die sich für die Projekte interessieren. In Frage kommt möglicherweise eine Bebauung nach dem so genannten Kieler Modell, das von Dr. Maik Krüger, Mitarbeiter des Innenministeriums, vorgestellt wurde. Es sieht eine Nutzung erst durch Flüchtlinge und später durch sozial Bedürftige vor. Investoren bekommen günstige Kredite und verpflichten sich im Gegenzug, den Wohnraum zu für 5,80 Euro pro Quadratmeter zu vergeben.

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