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Skepsis gegenüber Erdkabeln

Henstedt-Ulzburg Skepsis gegenüber Erdkabeln

Die Planungen für die Ostküstenleitung gehen voran: Noch 2016 will Stromnetzbetreiber Tennet die Anträge für die 380-kV-Stromtrasse  auf den Weg bringen, mit Teilerdverkabelung in Henstedt-Ulzburg und Kisdorferwohld. Die Pläne wurden jetzt öffentlich vorgestellt. Doch der Widerstand bleibt.

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Steffen Schacht befürchtet unabsehbare Folgen für die Landwirtschaft, wenn die Ostküstenleitung per Erdkabel durch Henstedt-Ulzburg geführt wird.

Quelle: Lutz Timm

Henstedt-Ulzburg. Wo die Trasse genau verlaufen soll und wie es weitergeht, stellte das Unternehmen beim sogenannten Erdkabelinfomarkt vor – und musste sich von den Bürgern auch Kritik anhören.

 Die sogenannte Ostküstenleitung soll im Zug der Energiewende den Anschluss an die Nord-Süd-Trasse (Südlink) darstellen und den Strom aus erneuerbaren Energien aus Norddeutschland nach Süddeutschland transportieren. Der geplante Trassenverlauf für die Höchstspannungsleitung mit 380000 Kilovolt hatte teils heftige Proteste hervorgerufen. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, hat die Bundesregierung mehreren Pilotprojekten mit einer Teilerdverkabelung zugestimmt – zwei davon in Henstedt-Ulzburg und Kisdorferwohld.

 „Wir gehen zu 80 Prozent davon aus, dass der geplante Verlauf so zu realisieren ist“, sagte John Karl Herrmann, Bürgerreferent bei Tennet. Bis Ende des Jahres gebe es noch letzte Baugrunduntersuchungen, 2017 soll das sogenannte Planfeststellungsverfahren starten. Für die Erteilung der Genehmigung halte er Mitte 2018 realistisch. „Für 2019 rechnen wir mit einem möglichen Baubeginn“, sagte Herrmann. Insgesamt sei Teilerdverkabelung im Gegensatz zu den vorher geplanten Freileitungen „eine Verbesserung für die Gemeinde“.

 So eindeutig war die Stimmung unter den Gästen nicht. Für „großen Dreck“ hält Landwirt Steffen Schacht die unterirdische Stromleitung. „Es gibt nur eine Versuchstrasse weltweit und keinerlei Erkenntnisse zu den Folgen für die Landwirtschaft. Was ist, wenn die Tennet ein Jahr nach dem Bau feststellt, dass es nicht läuft?“, fragte er. Für die Bauern sei der Boden die Existenzgrundlage, negative Folgen könnten die Familien über Generationen hinaus belasten. „Aber als Ausgleich gibt es nur eine einmalige Entschädigung. Das kann man seinen Enkeln wohl kaum erklären, wenn der Boden nicht mehr brauchbar ist.“ Sein Wunsch wäre, die Tennet bei Folgen für die Landwirtschaft zu regelmäßigen Zahlungen zu verpflichten.

 Dieter Meyer aus Henstedt-Ulzburg sieht Vorteile für die Gemeinde. „Eigentlich können wir mit der Erdverkabelung nicht meckern“, sagte er. Irgendwo müsse die Trasse ja verlaufen und da sei es unter der Erde weniger störend.

 Dirk Rohlfing, Sprecher einer Interessengemeinschaft von Grundeigentümern, hat besonders die geringe Entschädigung der Landbesitzer als Problem ausgemacht. „Wenn es um den Bau der Erdverkabelung geht, spielt Geld keine Rolle. Aber die Landbesitzer sollen mit einer geringen Einmalentschädigung abgespeist werden. Das ist doch unlogisch“, sagte er. Hinzu komme, dass einige Landbesitzer „schlicht und einfach nicht verkaufen wollen“.

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