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Tracht ist „nicht sein Ding“

Henstedt-Ulzburg Tracht ist „nicht sein Ding“

Das frisch gewählte Spitzenduo der Schützengilde Beckersberg, der Vorsitzende Andreas Breezmann und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Schikofsky, bricht mit Traditionen. Sie erklärten, den Verein bei offiziellen Anlässen nicht mehr in der Tracht, sondern in Zivilkleidung repräsentieren zu wollen.

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Der Vorsitzende Andreas Breezmann (von links), sein Stellvertreter Hans-Jürgen Schikofsky und Schriftführer Jan Eggers sprachen sich gegen das Tragen der traditionellen Tracht aus.

Quelle: Alexander Christ

Henstedt-Ulzburg. „Es ist einfach nicht mein Ding, eine mit Orden geschmückte Tracht zu tragen. Gleichzeitig respektiere ich jedoch diejenigen, die diese Tradition weiterhin pflegen möchten“, sagte während der Jahreshauptversammlung der 54-jährige Breezmann, der bei der Wahl zum Vorsitzenden 58 Stimmen erhielt (fünf Enthaltungen, 18 Gegenstimmen). Als wichtigste Ziele für den Verein nannte er die dringend notwendige Sanierung des Schützenstandes und die Gewinnung neuer Mitglieder. „Der Trend geht in den letzten Jahren zu Kurzwaffen und Großkalibergewehren. Wenn wir neue Mitglieder gewinnen wollen, müssen wir uns hier neu ausrichten, ohne dabei die anderen Schießabteilungen zu benachteiligen“, sagte Breezmann.

 Bei der Wahl des stellvertretenden Vereinschefs erhielt Hans-Jürgen Schikofsky (69) 54 Stimmen (sechs Enthaltungen, 25 Gegenstimmen). Einstimmig wurde Jan Eggers zum Schriftwart gewählt. Auch er sprach sich für eine Abkehr von der Tracht aus.

 Obwohl die Haltung des neuen Vorstandspersonals bereits vor der Wahl bekannt war, gab es kritische Stimmen im Verein. „Es kann nicht angehen, dass ein Vorsitzender bei einem Schützenfest den neuen Hofstaat in Zivilkleidung proklamiert“, befand ein aufgebrachter Schütze, der ungenannt bleiben wollte. Auch Peter Kröhnert, Kreisschützenverbandsvorsitzender und Präsident des Norddeutschen Schützenbundes, zeigte wenig Verständnis für die Lockerung in der Kleidungsfrage. „Mitglied in einem Schützenverein zu sein, bedeutet Tracht zu tragen. Das wird in allen 28 Schützenvereinen im Kreis Segeberg sowie den insgesamt 388 im Norddeutschen Schützenbund vereinigten Schützenvereinen so gehandhabt. Das gehört zur Tradition“, betonte Kröhnert.

 Keinen Kommentar zur Debatte gab es vom ehemaligen Vorsitzenden Ernst Rüder und seinem Stellvertreter Hansjörg Klunker. Beide erklärten, aus persönlichen Gründen nicht weitermachen zu wollen. Rüder verzichtete auf eine erneute Kandidatur, Klunker legte sein Amt vorzeitig nieder. In seinem letzten Jahresbericht erinnerte Rüder daran, dass die Mitglieder im vergangenen Jahr 1346 Stunden freiwilligen Arbeitseinsatz sowie 1596 Stunden für den Sportbetrieb und 740 Stunden im Kantinendienst leisteten.

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