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Hilfe aus Sülfeld Nepal weiter unterstützen

Die Erdbeben-Katastrophe in Nepal ist bei vielen Menschen schon fast vergessen. Doch nicht beim Sülfelder Michael von Pein, der sich seit vielen Jahren für die Bevölkerung des südasiatischen Staates einsetzt. Ein Jahr nach dem Unglück zieht er eine ernüchternde Bilanz.

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Der Bau einer Schule im nepalesischen Shreechaur wird mit privater deutscher Hilfe auch nach dem verheerenden Erdbeben des vergangenen Jahres fortgeführt.

Quelle: Privat

Sülfeld. „Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Doch die vielen Parteien dort streiten sich immer noch über die Verteilung der ausländischen Hilfsgelder von rund vier Milliarden Dollar“, sagt Michael von Pein. Die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland sei bisher kaum in Anspruch genommen worden und bei der Bevölkerung gelandet.

 Von Pein ist überzeugt, dass das in der Bevölkerung übliche Denken in gesellschaftlichen Kasten den Staat lähme. „Über 15 Parteien stellen die Regierung von Nepal. Das Parlament ist praktisch entscheidungsunfähig“, stellt der Sülfelder fest. Daher engagiert er sich über den Hamburger Verein Zukunftskinder Nepal (Zuki) in dem Himalaya-Staat und steht im ständigen Kontakt zu den vor Ort geförderten Projekten.

 Die Erdbeben im April und Mai des vergangenen Jahres gelten als die schwerste Katastrophe in der Geschichte Nepals. Laut der nepalesischen Regierung sind knapp 8800 Menschen an den Folgen der Beben gestorben, rund 22300 wurden verletzt. „Hilfe war und ist also dringend nötig. Zum Glück kommen die uns zugedachten Spenden auch in unseren Projekten vor Ort an.“ Die großen Hilfsorganisationen mussten teilweise unverrichteter Dinge wieder abziehen. „Die waren mit schwerem Gerät auf den wenigen Straßen unterwegs, das völlig ungeeignet für die Bergregion ist“, berichtet der gebürtige Hamburger von Pein. „Wir hatten einen Nepali, der mit einigen seiner Landsleute auf Motorrädern die betroffenen Regionen aufsuchte. Die konnten oft viel besser helfen, da man schwer bepackt mit den geländegängigen Motorrädern auch entlegenere Bergregionen erreichen kann.“

 Der gemeinnützige Verein Zuki betreut derzeit drei Projekte: Eine 2013 errichtete Gesundheitsstation, den Bau einer Schule und eines Kindergartens sowie ein Stipendium. Mit der Unterstützung wird eine junge Nepalesin in Kathmandu zur Gesundheitsassistentin – vergleichbar mit einer Krankenschwester – ausgebildet. Der 62-jährige von Pein ist Beisitzer im ZuKi-Vorstand und will in diesem Jahr eine Stippvisite nach Nepal unternehmen. Seit seiner ersten Nepal-Reise 1982 ist er dem Reiz des Landes zwischen Indien und Tibet erlegen. Dabei will er nicht nur als Trekking-Tourist gesehen werden, sondern als jemand, der sich seit vielen Jahren für das Land engagiert.

 „Unsere Spenden werden zu 100 Prozent für unsere Hilfsprojekte in Nepal verwendet“, erklärt von Pein. „Wir haben kein Wasserkopf als Verwaltung, sondern leisten alles ehrenamtlich. Eigentlich ist immer ein Mitglied unseres Vereins auf eigene Kosten vor Ort, um zu helfen.“ Auf ihre nepalesischen Mitarbeiter könnten sie sich verlassen, sagt von Pein. Etwa die 23-jährige Peshala, die seit vier Jahren mit Zuki zusammenarbeitet. Sie leitet die Krankenstation, den Kindergarten und die Schule von Zuki in Shreechaur, einem Ort im Osten des Landes. „Wir wollen den Nepalesen keine Projekte aufzwingen, sondern engagierte Einheimische dabei fördern, eigene Ziele zu realisieren. Deshalb wird Peshala unterstützt – eben Hilfe zur Selbsthilfe.“ Die Baupläne der Klinik ließ der Verein von einem deutschen Statiker erdbebensicher überarbeiten. „Unsere Klinik liegt rund 80 Kilometer südlich vom Mount Everest und ist fast das einzige Gebäude in der Region, dass das Erdbeben unbeschadet überstanden hat.“ Das Schul- und Kindergartengebäude, das gerade auf dem Areal errichtet wird, wird ebenfalls erdbebensicher gebaut.

 Die Kinder, die teilweise über zwei Stunden Schulweg in Kauf nehmen müssen, sind motiviert. „An erster Stelle steht der Englisch-Unterricht. Denn gutes Englisch ist Voraussetzung für den sozialen und beruflichen Aufstieg in Nepal“, erklärt von Pein. „Außerdem werden alle nepalesischen Mitarbeiter von uns bezahlt, den sonst müssten sie weiter von der Hand in den Mund leben.“ Jeder Sack Zement, jede Blechplatte werde von Trägern in das entlegene Dorf, das einen Tagesmarsch von der nächsten befahrbaren Straße entfernt liegt, getragen. Steine werden vor Ort gesammelt und für die Maurerarbeiten per Handarbeit in die richtige Form gebracht. So schreiten die notwendigen Bauarbeiten nur mühsam voran. „In der kleinen Klinik wurde jetzt der 10000. Patient versorgt“, berichtete Michael von Pein zufrieden.

 

 Weitere Informationen unter www.zuki-nepal.de

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