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Tag der Hochrad-Künstler

Bad Segeberg Tag der Hochrad-Künstler

Wer ein Hochrad mit seinem riesigen Vorderrad und dem winzig anmutenden Hinterrad sieht, kommt schon einmal ins Staunen, aber wer auf den Sattel klettert, spürt aber nicht selten leichte Panik. So wie bei manchem Besucher der „Velocipediade“ in Bad Segeberg.

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Kein Hochrad, aber ein historisches „Panther Rad“ aus dem Jahr 1949 hatte Holger Diederichs aus Seth mitgebracht und sich zeitgemäß gekleidet.

Quelle: gik

Bad Segeberg. „Ganz schön hoch!“ oder „Wie kommt man jetzt wieder herunter?“ war oft zu hören, wenn die Besitzer der schönen alten Drahtesel jemandem beim Aufsteigen halfen. Umso größer war der Respekt, als fünf erfahrene Hochrad-Fahrer, darunter der amtierende Weltmeister in dieser Disziplin, am Sonnabend ihr Können in Bad Segeberg präsentierten.

 Die Promenade am Großen Segeberger See bot ein perfektes Ambiente. Nicht nur die ungewöhnlich anmutenden Hochräder, sondern auch andere Zwei- und Dreiräder aus unterschiedlichen Epochen versetzten die Zuschauer in frühere Zeiten – zumal sich einige der Fans der historischen Gefährte stilecht gekleidet hatten.

 Im Rahmen der „Velocipediade“, dem jährlichen Treffen des Vereins „Historische Fahrräder“ (Deutschlands führendem Verein für dieses Hobby mit über 550 Mitglieder aus 14 Ländern), gab es auch ein „Hochradrennen“. Aber nicht ein Wettfahren um den ersten Platz in der Geschwindigkeit wurde hier gezeigt, sondern Geschicklichkeit bis hin zur Akrobatik. Schon das pure Radeln, als wäre es das Leichteste von der Welt, hatte eine spezielle Ästhetik.

 Die Bewunderung für ihre Fahrkünste war den fünf Akteuren sicher: Jürgen Hausmann aus Weinböhla bei Dresden, Helmut Arnold aus Frankfurt, Hans Rügner und sein Sohn Florian Rügner aus Sachsen sowie Gerald Minichshofer, der die weiteste Anreise aus St. Marien in Oberösterreich gehabt hatte, maßen sich beim sogenannten „Gleichmäßigkeitsfahren“. Dabei kommt es darauf an, zwei identischen Runden durch einen Parcours mit Slalompassage und auf einem schmalen, auf dem Boden gekennzeichneten Streifen möglichst zeitgleich zu fahren.

 Helmut Arnold gelang das am besten – seine zweite Runde wich nur 0,41 Sekunden von seinem ersten Durchgang ab, so erzielte er die höchstmögliche Punktzahl. Mit 72 Jahren war Jürgen Hausmann der älteste Teilnehmer, er radelt schon seit 50 Jahren auf dem Hochrad und fährt gern bei Umzügen auf Festveranstaltungen mit. Dagegen ist Gerald Minichshofer mit seinen 20 Jahren noch sehr jung, wurde dieses Jahr in Schweden aber schon Weltmeister auf dem Hochrad. 2014 belegte er bei der WM in Ungarn Platz 2. Nächstes Jahr will er seinen Titel in Moskau verteidigen.

 Dass Hochradfahren aber wirklich nicht ungefährlich ist, konnte man auch in Bad Segeberg erleben – selbst die versierten Fahrer kamen bei ihren Kunststücken mal aus der Balance und fanden sich auf dem Boden wieder. „Ich bin im Laufe der Zeit schon öfter mal gestürzt“, erklärte Jürgen Hausmann. „Aber außer Prellungen und blauen Flecken ist nichts passiert.“ Früher, als die Hochräder gerade erfunden worden waren, sah die Sache aber anders aus – viele starben sogar durch Genickbruch bei Unfällen. „Aber damals waren die Straßen natürlich ja viel schlechter“, erklärt Hausmann.

 Auf der sanierten Promenade am See ließ es sich hingegen ganz perfekt radeln, mit dem Wasser als schöner Kulisse und der nahegelegenen Rennkoppel als Standort für das dreitägige Treffen des Vereins „Historische Räder“. Die 170 Teilnehmer nutzten die Zeit auch für mehrere gemeinsame Ausfahrten und waren mitsamt Hochrädern und anderen Gefährten in und um Bad Segeberg herum unterwegs. Wer das Glück hatte, sie dabei zu sehen, bekam einen Eindruck davon, wie es gewesen sein muss, als Radfahren noch selten war und ein echtes Abenteuer.

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