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Historisches Pflaster

Bad Bramstedt Historisches Pflaster

Ein Teil des alten Pflasters auf dem Bleeck, das offenbar zur ersten „Kunststraße“ Schleswig-Holsteins gehörte, muss nun doch erhalten bleiben. Landeskonservator Dr. Michael Paarmann war sich am Dienstag beim Ortstermin sicher: „Hier handelt es sich um historisches Pflaster.“

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Der herausgehobene Stein ist offensichtlich nicht mit giftigem Teer verunreinigt, also auch kein Sondermüll.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Der Denkmalschützer setzte auf einen Kompromiss. Nur ein Teilabschnitt der alten Straße soll erhalten bleiben. Für die Stadt bedeutet das: Umplanen.

 Während der Bauarbeiten zur Bleeck-Umgestaltung war unter dem Asphalt altes Granitpflaster freigelegt worden. Bei Heimathistoriker Jan-Uwe Schadendorf schellten sofort die Alarmglocken: Das müssen Teile der ersten befestigten Straße in Holstein sein, die 1832/33 von Altona nach Kiel gebaut wurde, ein Bauwerk von damals immenser Bedeutung. Ein weiterer Teil dieser Chaussee steht in Bad Bramstedt bereits unter Denkmalschutz: die Altonaer Straße.

 Die Zeit drängte, da jeden Tag ein Stück mehr vom alten Pflaster weggegraben wurde. Die Stadt wollte die alten, nach ihrer Auffassung mit giftigen Teerresten kontaminierten Steine als Sondermüll entsorgen. Nachdem die Segeberger Zeitung berichtet hatte, nahm sich nun Schleswig-Holsteins oberster Denkmalschützer, Dr. Michael Paarmann, der Sache an. Am Dienstag erschien er auf dem Bleeck und ließ sich vom städtischen Bauamtsleiter Udo Reinbacher sowie Heimathistoriker Jan-Uwe Schadendorf das Pflaster zeigen. Für Paarmann war schon nach kurzer Betrachtung der „wunderschönen rötlich-braunen Steine“ klar: „Dass es sich um historisches Pflaster handelt, steht außer Frage.“ Ob es allerdings noch im Originalzustand dort liegt, vermochte der Historiker nicht zu sagen. „Dazu müssten wir den Aufbau des Unterbaus kennen“, sagte er. Aber selbst wenn das Pflaster schon einmal aufgenommen und neu verlegt worden sei, ändere das nichts an der Erhaltungswürdigkeit.

 Paarmann wollte aber nicht die ganz große Keule herausholen. „Ich rede nicht davon, dass wir das hier unter Denkmalschutz stellen und Sie dann die Kosten haben.“ Vielmehr fragte er den Bauamtsleiter und den zwischenzeitlich hinzugekommenen Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach, ob sich ein Abschnitt der alten Straße in die Bleeck-Neugestaltung integrieren ließe. „Es könnte ein Fenster in die Geschichte der Chaussee sein“. Und an die Kontaminierung der Steine mochte Paarmann auch nicht so recht glauben. Schadendorf hatte einen Stein einfach aufgenommen, und daran haftete allenfalls Sand, aber kein Teer.

 Kütbach und Reinbacher stimmten Paarmanns Vorschlag spontan zu. „Ja, das lässt sich sicherlich machen.“ Andernfalls hätten sie wohl auch mit einer Stilllegung der Baustelle rechnen müssen. Nun geht es ans Umplanen. Ein Kopfsteinpflasterabschnitt war an der Stelle, an der die alte Chaussee verlief, nicht vorgesehen. Eigentlich sollte dort eine einheitliche Veranstaltungsfläche mit einer Fontänenanlage entstehen. Einige Verzögerungen bei den Bauarbeiten sind wohl nicht auszuschließen, und ob die Veranstaltungsfläche bis zum Internationalen Musikfest Anfang Juli fertig sein wird, steht nun auch in Frage.

 In welchem Umfang die alte Chaussee auf dem Bleeck erhalten bleiben soll, stellte Paarmann weitgehend ins Ermessen der Stadt. Es sollte aber kein Quadrat, sondern ein längliches Feld werden, um zu dokumentieren, dass es sich um eine Fahrbahn handelt, sagte Paarmann. Außerdem sollten in dem Abschnitt auch die Ränder der Fahrbahn möglichst zu erkennen sein.

 Reinbacher versicherte, den Landeskonservator in die weiteren Schritte einzubinden.

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