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Abitur - diesmal kein Debakel

Hitzhusen Abitur - diesmal kein Debakel

2014 hatte die Leibniz-Privatschule Bad Bramstedt mit Sitz in Hitzhusen einen Imageschaden erlitten, weil im Mutterhaus in Elmshorn eine ungewöhnlich hohe Zahl an Abiturienten durchgefallen war. Das Debakel sollte sich nicht wiederholen, was auch geglückt ist. Alle bestanden - bis auf einen.

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Larissa Wiedemann (17) aus Bad Bramstedt absolvierte die acht Teilprüfungen des Externen Abiturs an der Leibniz Privatschulemit einem Notendurchschnitt von 1,0.

Quelle: Einar Behn

Hitzhusen. Beste Schülerin im ersten Abi-Jahrgang in Hitzhusen wurde Larissa Wiedemann aus Bad Bramstedt. Ihr Notendurchschnitt: 1,0.

 Schulleiter Egon Boesten ist stolz auf seine Vorzeigeschülerin: „Larissa konnte in Politik alle Fragen beantworten, wir haben uns auf höchstem Niveau mit ihr über den Ost-West-Konflikt der Nachkriegszeit unterhalten, beispielsweise über Stalin.“ Die 17-Jährige musste sich, wie alle Abiturenten an der Privatschule, vier schriftlichen und vier mündlichen Prüfungen unterziehen. „Ob Deutsch, Mathematik, Englisch, Spanisch, Geographie, Geschichte, Biologie oder Wirtschaftspolitik – in jedem Fach gab es für Larissa Wiedemann Top-Ergebnisse in allen acht Teilen des sogenannten Externen Abiturs“, schwärmt Boesten. Nun will die Abiturientin Politikwissenschaft oder Jura studieren.

 Die Abschlussprüfungen der Leibniz Privatschule sind noch immer als „externes Abitur“ eingestuft, weil für den Gymnasialzweig die staatliche Anerkennung weiter aussteht. Das hat gravierende Folgen für die Prüflinge. An staatlichen Schulen müssen sie drei schriftliche und eine mündliche Prüfung absolvieren, an der Privatschule jeweils vier und das unter strenger Kontrolle externer Lehrer, die vom Ministerium geschickt wurden. „Wir hatten fünf stressige Tage“, erinnert Boesten, „mit den Ministeriumsvertretern gab es kein Diskutieren.“

 Schwerer haben es die Leibniz-Schüler auch, weil sie die Vorzensuren aus den Semestern nicht als Ausgleich für schlechte Prüfungen heranziehen können. Boesten: „Wer eine Fünf in der Prüfung hat, ist durchgefallen.“

 Alle Abiturprüfungen fanden in Elmshorn statt. 51 Jungen und Mädchen bestanden, darunter neun von der Leibniz Privatschule Bad Bramstedt. Fünf Mal stand eine Eins vor dem Komma. Zwei Schüler aus Hitzhusen machten ihren Fachhochschulabschluss.

 Nur ein Junge der Privatschule Bad Bramstedt fiel durch. Wegen schlechter Vorprüfungen war er von der Schulleitung nicht zum Abitur empfohlen worden. „Er wollte die Prüfungen aber dennoch machen. Dazu hatte er das Recht, wir konnte ihn nicht davon abhalten“, erklärte Boesten. In Elmshorn gab es drei solcher Fälle, von denen zwei dann gerade noch bestanden.

 Damit sich das schlechte Elmshorner Ergebnis von 2014 nicht wiederholt – damals waren 14 von 59 durchgefallen –, hatte die Leibniz Privatschule an beiden Standorten Vorprüfungen eingeführt und Förderkurse sogar in den Ferien eingerichtet – offenbar mit Erfolg. Doch die erschwerten Bedingungen und die hohe Durchfallquote vor zwei Jahren schreckte wohl manchen Schüler auch ab. Im zurückliegenden Schuljahr verließen zwölf Gymnasiasten des Abiturjahrgangs die Schule in Hitzhusen. Nur die Hälfte blieb übrig.

 Gefeiert wurde das bestandene Abi am Stammsitz in Elmshorn. Die Schüler hatten die Kantine in einen Ballsaal verwandelt. 350 Gäste waren gekommen, darunter auch die jüngeren Schüler, die die Privatschule nach dem Mittleren Schulabschluss (früher Realschulabschluss) verlassen haben.

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