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Ein neuer Wald entsteht

Hitzhusen Ein neuer Wald entsteht

Nach Wald sieht das Gelände zwar noch nicht aus, aber dazu soll es werden. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat insgesamt 3,3 Hektar Areal am westlichen Rand Hitzhusens dafür vorbereitet: 6000 Bäume und Sträucher heimischer Arten wurden gepflanzt und eingezäunt.

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Björn Schulz von der Stiftung Naturschutz zeigt eine junge Ulme, die in Hitzhusen gepflanzt wurde.

Quelle: Jann Roolfs

Hitzhusen. Alte Drainagen wurden entfernt und Vertiefungen angelegt, in denen im Frühjahr Wasser stehen soll als Lebensraum für diverse Heuschrecken- und Laufkäferarten sowie Moorfrösche.

 Aus den knapp mannshohen Jungbäumen soll im Verlauf der kommenden Jahre ein „artenreicher Wald mit lichten Flächen“ werden, versprach Björn Schulz von der Stiftung Naturschutz. Gemeinsam mit der Hitzhusener Bürgermeisterin Claudia Peschel und dem Bauausschussvorsitzenden Hans-Georg Voß begutachtete Schulz den dörflichen Neuwald.

 „Ich hätte mir gewünscht, dass hier eine richtige Heide entsteht“, kommentierte Voß die Waldpläne. Schulz antwortete ihm mit praktischen und ökologischen Argumenten: Um die Fläche nach jahrzehntelanger Bewirtschaftung in eine Heidelandschaft umzuwandeln, hätten 30 Zentimeter Boden – die Pflugsohle – abgetragen werden müssen, Tausende Kubikmeter Aushub wären dabei angefallen.

 Außerdem liegt in der Nähe keine Heide, es wäre schwierig gewesen, die typischen Tier- und Pflanzenarten anzusiedeln. Wald dagegen gibt es gleich nebenan. Insgesamt gelte die Region allerdings als waldarm, erklärte Schulz.

 Die Neuwaldbildung in Hitzhusen gehört zum landesweiten Wiedervernetzungsprojekt, an dem neben der Stiftung diverse andere Naturschutzorganisationen und Behörden beteiligt sind. Mit dieser Initiative sollen zerschnittene Lebensräume wieder zusammengeführt werden. Dazu dienen die Grünbrücken, die bei Bad Bramstedt und Brokenlande über die A7 gebaut werden. Damit Tiere diese Brücken erreichen, sollen im Hinterland Naturlandschaften entstehen, in dem die Tiere auf ihren Wanderungen Deckung finden. Der Wald werde damit zu einem „Trittstein“ auf den Wanderungen, erklärte Schulz.

 Wie von der Forstbehörde vorgeschrieben, sind die Jungbäume eingezäunt. Damit soll verhindert werden, dass Rehe, Hirsche oder Wildschweine die jungen Pflanzen anknabbern und schädigen. Eine Aussicht, die Schulz nicht weiter schreckt: Die Einzäunung umfasst mehrere einzelne Parzellen, dazwischen können sich Spaziergänger und Rehe frei bewegen. Auf den sandigen Randstreifen sollen Birken, Pappeln und Eichen sich selbst aussäen. Wegen Jakobs-Kreuzkraut sorgt sich Schulz dabei nicht: „Das wird hier sicherlich nicht zum Problem“, verweist er auf die ungünstigen Standortfaktoren für das Kraut, dessen Verbreitung auf Stiftungsflächen immer wieder angeprangert wird.

 Peschel und Voß freuten sich über den neuen, noch sehr jungen Wald in ihrem Dorf. Überplanen darf Hitzhusen die Fläche nicht, eine Ausweitung des Gewerbegebietes in Richtung Umgehungsstraße entfiel somit. Deshalb habe die Gemeindevertretung die Idee, dort Bäume zu pflanzen, einhellig begrüßt, erinnerte Peschel an die Geschichte des Verkaufs der Fläche an die Stiftung Naturschutz.

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