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War ein Luftloch schuld am Absturz?

Bimöhlen War ein Luftloch schuld am Absturz?

Sechs Wochen nach dem Absturz eines Hubschraubers der Bundespolizei in Bimöhlen (Kreis Segeberg) verdichten sich die Hinweise auf die Unfallursache: Aus Ermittlerkreisen verlautet, dass ein Luftloch eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ ausgelöst hat.

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Der Bundespolizei-Hubschrauber war aus 100 bis 200 Metern Höhe abgestürzt. Die Untersuchung des Unglücks durch die BFU dauert mehrere Monate.

Quelle: Frank Behling

Kiel/Bimöhlen. Zwei Insassen des Hubschraubers vom Typ „EC135“ waren bei dem Absturz ums Leben gekommen.

Offiziell sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagt Axel Bieler von der Staatsanwaltschaft Kiel. Zum einen liege der Bericht der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) noch nicht vor, „zum anderen konnte der Pilot noch nicht befragt werden“, so Bieler. Wie durch ein Wunder hatte der 31-Jährige den Absturz schwer verletzt überlebt. Sein 33 Jahre alter Co-Pilot sowie ein 42-Jähriger, der mit an Bord gewesen war, wurden bei dem Unfall getötet. Nach Informationen unserer Zeitung hatte der Pilot mehrere Wochen im künstlichen Koma gelegen. „Mittlerweile ist sein Zustand stabil, er befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr“, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Vernehmungsfähig sei der 31-Jährige aber noch nicht.

Nach der Untersuchung des Helikopter-Wracks und nach Auswertung des Voice-Recorders der Maschine verdichten sich die Hinweise, dass primär ein Luftloch für das Unglück verantwortlich gewesen ist. Grundsätzlich sei das Zusammenspiel des Rotorkopfes und des Heckrotors für die Fortbewegung eines Hubschraubers, vor allem aber auch für die Stabilität des Luftfahrzeugs verantwortlich. „Offenbar hatte zum Zeitpunkt des Unfalls der Heckrotor des Hubschraubers vorübergehend keine Funktion, was bei bestimmten Windverhältnissen passieren kann und für den Laien als eine Art Luftloch beschrieben werden kann“, heißt es aus Ermittlerkreisen. Eine gefährliche Situation, aus der sich Piloten nur durch ein eiliges „Gas geben“ manövrieren können: Andernfalls beginnt die Maschine, sich in der Luft zu drehen, und die Besatzung droht, die Orientierung zu verlieren – ein Szenario, das offenkundig am 25. Februar zum Absturz des Hubschraubers geführt hat.

Kurz nach 19 Uhr war der Hubschrauber „Pirol 840“ vom Flugplatz der Bundespolizei in Fuhlendorf gestartet. Die dreiköpfige Besatzung hatte einen Trainingsauftrag. Beim Rückflug war es gegen 20 Uhr zur Katastrophe gekommen. Der Hubschrauber stand in der Luft und war dann aus einer Höhe von 100 bis 120 Metern abgestürzt, wie Zeugen am Unglücksort berichtet hatten. Fußballspieler hatten zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem nahegelegenen Sportplatz in Bimöhlen trainiert. Ohne zu zögern, hatten zwei Freizeitsportler den verletzten Piloten aus dem Wrack gezogen und dem Mann das Leben gerettet.

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Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Nach dem Hubschrauberabsturz in Bimöhlen bleiben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft folgenlos.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat das Verfahren um den Hubschrauberabsturz in Bimöhlen eingestellt. „Dem einzigen Überlebenden der drei Besatzungsmitglieder und anderen Personen ist kein strafrechtlich relevanter Vorwurf zu machen“, so Oberstaatsanwalt Axel Bieler.

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