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Das Alter als Potenzial

IHK-Seminar in Bad Segeberg Das Alter als Potenzial

Angesichts des Fachkräftemangels ist es nicht nur sozial, sondern betriebswirtschaftlich kluges Unternehmertum, Mitarbeiter so zu motivieren, dass sie lange im Betrieb bleiben und nicht früh in Rente gehen: Ein IHK-Seminar im Bürgersaal widmete sich den Folgen des demografischen Wandels.

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Bei der Veranstaltung „Generation Erfahrung“ im Bürgersaal des Bad Segeberger Rathauses wurden die Zuhörer über die Qualitäten älterer Mitarbeiter informiert.

Quelle: Detlef Dreessen

Bad Segeberg. Junge Auszubildende, die nicht wissen, wie man einen Briefumschlag richtig beschriftet, 55-Jährige, denen der Umgang mit Computern schwer fällt: Unter solchen Mitarbeitern kann man als Betrieb leiden – oder sie richtig einsetzen und begleiten. Eine Veranstaltung, zu der die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck gemeinsam mit Bad Segebergs Wirtschaftsentwickler Markus Trettin in den Bürgersaal eingeladen hatte, widmete sich diesem Problemkomplex. Dr. Michael Bau vom „Institut Arbeit Leistung Gesundheit“ aus Ascheberg und Sabine Axt, Beraterin der Fortbildungs-Akademie der Wirtschaft Lübeck, referierten vor gut 30 Zuhörern, wie Betriebe mit dem demografischen Wandel fertig werden könnten.

 Bei Berufen, die körperlich anstrengend sind, müssten Arbeitsabläufe so verändert werden, dass die nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit respektiert wird, sagte Dr. Bau.. Bei geistig anstrengenden Arbeitsplätzen gelte es, Druck und Stressfaktoren zu eliminieren.

 Den meisten älteren Arbeitnehmern sei jedoch gemeinsam, dass sie Wertschätzung verlangen und gerne aufgrund der gesammelten Erfahrung eigene Verantwortung übernehmen, sagte Bau. „Sie wollen bei Veränderungen von Führungskräften informiert und mit ins Boot geholt werden.“

 Selbst wenn jemand noch so lange im Betrieb arbeitet, komme aber irgendwann der Zeitpunkt, an dem er ausscheidet, erinnerte Sabine Axt. Spätestens dann würden viele Betriebe darunter leiden, dass viel Wissen und Erfahrung verloren gehen. Um diesen Verlust in Grenzen zu halten, müsse frühzeitig all das geteilt werden, was die Alten im Kopf haben. „Leider haben viele ältere Arbeitnehmer Angst, dass mit dem Teilen ihres Wissens auch der Arbeitsplatz futsch ist, weil sie dann abkömmlich sind.“ Dabei sei oft das Gegenteil der Fall. „Viele wissen selbst nicht, was sie können, und der Unternehmer weiß es auch nicht.“ Gerade deshalb sei es klug, das Potenzial zu heben, das im Laufe der Jahre entstanden ist.

 „Alternsgerechte Arbeit“ sei ein großes Thema der Zukunft, sagte Thomas Hesemeier, Sprecher der Arbeitsgruppe „Generation Erfahrung“ der IHK Lübeck. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe würden viel verspielen, wenn sie sich nicht mit dem Thema beschäftigen. „Große Unternehmen haben ihre Personalabteilungen, die schon rechtzeitig auf all das achten.“

 Markus Trettin, als Verantwortlicher von Regionet zuständig für die Städte Bad Segeberg und Wahlstedt sowie die Dörfer Schackendorf und Fahrenkrug, fand im Anschluss jedenfalls, dass gerne mehr 30 als Interessierte hätten kommen können. „Ich werde aber weiter am Ball bleiben“, versprach er.

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