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Aus für einige Rotoren

Windparks im Kreis Segeberg Aus für einige Rotoren

Windparkbauern im Kreis Segeberg droht Ungemach. Mehrere Masten, die sie errichten wollen, dürfen wohl nicht gebaut werden. Die Projekte scheitern nach Informationen der SZ an neuen Vorschriften des Landes und zu geringem Abstand zu Radareinrichtungen der Flugsicherung.

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Einige Neubauten von Windkraftanlagen im Kreis Segeberg werden wohl nicht wie geplant errichtet.

Kreis Segeberg. Ein Fall ist Pronstorf. Das Land genehmigte jetzt den Bau von nur sechs der zwanzig geplanten Masten im neuen Windpark Obernwohlde zwischen Pronstorf (Kreis Segeberg), Ahrensbök und Stockelsdorf (beide Kreis Ostholstein). Auf Segeberger Gebiet dürfen fünf Rotoren stehen, einer in Ostholstein. Sie sind weit genug entfernt vom Drehfunkfeuer in Stockelsdorf, anders als die übrigen 14 Maststandorte.

 Allerdings wurde die Radarstation der Flugsicherung mittlerweile abgerissen. „Es wird zur Zeit rechtlich geklärt, wie mit dem Bauverbot umgegangen wird. Die 14 Anträge sind ruhend gestellt“, sagt Martin Schmidt, Pressesprecher des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR).

 Ein anderes Problem für Investoren ergibt sich aus Veränderungen in der Landespolitik. Sie waren nötig, weil das Oberverwaltungsgericht Schleswig im Januar 2015 die bisherigen Regionalpläne mit den Windeignungsgebieten, also den möglichen Baugebieten für Windenergieanlagen, verworfen hatte. Die Folge: Das Land überarbeitet seine Regionalpläne nun. Es hat deshalb bis Mitte 2017 einen grundsätzlichen Baustopp verfügt, um Wildwuchs zu verhindern.

 Allerdings will das Land Ausnahmen zulassen. Die Maststandorte müssen aber als geeignet gelten, fern von Wohnhäusern liegen und dürfen Natur- und Artenschutz nicht gefährden.

 Von derzeit vorliegenden 400 Bauanträgen landesweit sind 40 bereits abgearbeitet. Für 240 weitere bestehen von Landesseite keine grundsätzlichen Bedenken.

 Die übrigen rund 120 befinden sich dagegen innerhalb von Tabuzonen, heißt es beim Land. „Davon liegen voraussichtlich acht im Kreis Segeberg“, ist aus Kreisen der Landesplanung zu hören. Daraus, wo die Standorte sich befinden, wird aber ein Geheimnis gemacht. Konkrete Flächen, so heißt es, sollen erst benannt werden, wenn im Einzelfall auch entschieden wurde. Es soll sich dabei um verschiedene Windparkgebiete im Kreis Segeberg handeln.

 Nach Angaben des LLUR laufen derzeit vier konkrete Genehmigungsverfahren: Für den Windpark bei Groß Niendorf, für die Erweiterung des Windparks bei Neuengörs/Weede, für den Windpark bei Damsdorf, der eines Tages weiter bis nach Stocksee und Schmalensee reichen soll, und für weitere Masten im Windpark Obernwohlde bei Pronstorf. Ob unter diesen Projekten die vermuteten Wackelkandidaten sind, mochte die Landesplanung nicht sagen. Möglicherweise sind andere Flächen gemeint. Denn bislang, so Segebergs Kreisplaner Frank Hartmann auf Anfrage, sei ihm kein kritischer Fall auf den Tisch gekommen. Zu den Tabukriterien gehören nicht nur Schutzgebiete, sondern auch Abbaugebiete für Rohstoffe und ein Radius von drei Kilometern rund um größere Fledermausquartiere, wie sie es etwa in Bad Segeberg gibt.

 Manchmal bremst auch örtlicher politischer Widerstand den Bau von Windkraftanlagen aus. Ein Patt in der Gemeindevertretung zwischen Befürwortern und Gegnern legt etwa in Schmalensee die Planung weitgehend lahm.

 Ein besonderer Weg wird in Bühnsdorf südöstlich von Bad Segeberg gegangen. Die Gemeindevertreter diskutieren während ihrer Sitzung am Montag, 13. Juli, ab 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus über einen städtebaulichen Vertrag. Denn die Stadtwerke Lübeck wollen zwei Windenergieanlagen bauen. Sie liegen allerdings außerhalb der Eignungsgebiete und sollen Ersatz für alte, kleine Anlagen bei Geschendorf und Weede-Steinbek sein. Diese Windkrafträder waren bereits vor knapp einem Jahr abgerissen worden.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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