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So viele Unfälle wie vor 10 Jahren

Polizeistatistik im Kreis Segeberg So viele Unfälle wie vor 10 Jahren

Segebergs Straßen bleiben ein gefährliches Pflaster. 7323 Verkehrsunfälle zählte die Polizei im vergangenen Jahr (46 mehr als in 2013). Einen so hohen Wert gab es zuletzt vor zehn Jahren. Von acht auf dreizehn schnellte die Zahl der Verkehrstoten hoch, meist nach Unfällen wegen zu hohen Tempos.

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Ein Lübecker kam im Februar 2014 in seinem Auto ums Leben. Er war auf der L79 bei Hartenholm in einer Rechtskurve von der Straße geraten und mit dem Wagen gegen einen Baum geprallt.

Kreis Segeberg. Allerdings gab es im Kreis Segeberg insgesamt weniger Verletzte. Nicht gebrochen werden konnte der Trend zu mehr Radfahrerunfällen: 386 wurden von den Beamten aufgenommen (plus 23), fast 50 Prozent mehr als noch 2010.

 Trotz dieser Daten: Frank Matthiessen, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, las aus dem Verkehrssicherheitsbericht für 2014 auch positive Trends heraus. Anders als auf Landesebene sei etwa die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen alkoholisierte Autofahrer beteiligt waren, stark gesunken, sagte er gestern während eines Pressegesprächs in Henstedt-Ulzburg. Das sei auch der intensiven Verkehrsüberwachung und -planung der Polizei zu verdanken. Allerdings bereitet ihm Sorgen, dass das Land als Dienstherr in diesem Bereich kürzen wolle.

 Wenn es mal im Kreis Segeberg krachte, waren die Folgen insgesamt betrachtet weniger gravierend für die Beteiligten als im Jahr 2013. Bei fast jedem siebten Verkehrsunfall wurden auch Menschen verletzt: 156 Menschen schwer verletzt, 1367 leicht. Das sind etwas weniger als 2013. Diese Zahlen liegen im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

 Allerdings kamen 13 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, gut die Hälfte allein in Norderstedt und etwa so viele wie im Mittel der letzten Jahre. In der Regel war zu hohes Tempo der Grund für den tödlichen Ausgang.

 Dass die Stadt Norderstedt, auch aus Lärmschutzgründen, künftig verstärkt selbst blitzen will, mochte Matthiessen nicht bewerten. Er und seine Mitarbeiter setzen aber darauf, dass an der Standortwahl für Messungen weiterhin die Polizei beteiligt wird.

 Einer der Toten war bei einem Radfahrunfall zu beklagen. Ein 67-Jähriger kam in Norderstedt durch eigene Unachtsamkeit ums Leben. Er war mit seinem Lenker an einem Mast hängengeblieben und gestürzt. Tage später erlag er seinen Kopfverletzungen. Ohnehin ist die Polizei über die zunehmende Gefahr für Radfahrer besorgt. Seit Jahren steigt die Zahl ihrer Verkehrsunfälle, allein 2014 um gut 6 Prozent. Um 9 Prozent kletterte die Zahl der Verletzten. Auf Landesebene sei der Anstieg sogar doppelt so hoch gewesen, sagte Matthiesen. Indra Laschkowski, kommissarische Leiterin der Verkehrsabteilung in der Polizeidirektion, führte den Anstieg auch darauf zurück, dass mehr Rad gefahren werde.

 Hauptursachen für Verkehrsunfälle gibt es drei: Es wird falsch abgebogen, die Vorfahrt wird missachtet, was besonders Senioren oft unterläuft, und es wird zu schnell gefahren, was vornehmlich bei jungen Leuten überdurchschnittlich häufig zu Unfällen führt.

 Insgesamt ist die Tendenz bei Fahrern im Alter zwischen 18 und 25 Jahren positiv. An 274 Verkehrsunfällen waren sie schuld, nach 363 im Jahr 2013 und 400 im Jahr 2012.

 Ähnlich ist die Entwicklung bei den Senioren. Sie verschuldeten 263 Verkehrsunfälle, 51 weniger als im Vorjahr.

 Unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen nur 1,5 Prozent der Unfallbeteiligten. Seit einigen Jahren sinkt diese Quote stetig. Die Beamten staunten allerdings über manche Spitzenwerte, wenn sie nach Unfällen bei Verkehrsteilnehmern den Alkoholgehalt in Atem oder Blut maßen. So gingen ihnen Fahrer ins Netz, die bis zu 3,45 Promille im Blut hatten. Ein Radfahrer wies sogar 3,6 Promille auf.

 Auf neue Höhen schnellte die Zahl der Verkehrsunfälle in Norderstedt. 376 wurden gezählt, bei denen Menschen verletzt wurden, nach 340 im Jahr zuvor. Sieben Menschen starben auf Straßen in der Stadt. So viele, wie in allen drei Jahren zuvor zusammengerechnet.

 Besser sieht es in zwei anderen großen Orten aus. In Henstedt-Ulzburg kam es zu 107 Unfällen mit Verletzten, sechs weniger als 2013. Auch in Kaltenkirchen sank die Zahl der Unfälle mit Verletzten, von 118 auf 99.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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