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Kastanien weg: Jetzt kommen Kirschen

Bad Segeberg Kastanien weg: Jetzt kommen Kirschen

Das Grün kehrt zurück in den Seminarweg. Am Montag haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofes damit begonnen, die lange angekündigten Ersatzpflanzungen für die 15 kranken Rosskastanien vorzunehmen, die dort vor über einem Jahr gefällt wurden.

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Gestern sind am Seminarweg die ersten Kirschbäume gepflanzt worden. Sie ersetzen die 15 gefällten Rosskastanien

Bad Segeberg. Wie die Leiterin des Bad Segeberger Bau- und Umweltamtes, Antje Langethal, erklärte, werden die jungen Kirschen zunächst aber nur auf der Seite der Gemeinschaftsschule eingesetzt. Darüber, wie gegenüber verfahren werden soll, liefen aktuell noch Abstimmungsgespräche mit dem Energieversorger Eon.

Hintergrund dieser besonderen Vorsicht ist der schwere Unfall, der sich Anfang April vorigen Jahres bei Fräsarbeiten an der Ecke zur Drogerie Rossmann ereignet hatte. Damals war ein Arbeiter beim Entfernen des übrig gebliebenen Reststumpfes mit einem 10 000-Volt-Stromkabel in Berührung gekommen und durch den Schlag schwer verletzt worden. Ein stundenlanger Stromausfall in weiten Teilen Bad Segebergs war die Folge. Dass genau dort, inmitten des dichten Wurzelwerks eines Baumes und in nur rund 30 Zentimetern Tiefe, die Hauptversorgungsleitung für einen ganzen Stadtteil entlang führt, hatte niemand gewusst.

 Die Stadtverwaltung hat inzwischen ihre Lehren aus dem Vorfall gezogen: Seither werden vor solchen Erdarbeiten grundsätzlich Mitarbeiter der Energie und Wasser Wahlstedt-Bad Segeberg (ews) hinzugezogen und spezielle Ortungsgeräte eingesetzt. Das für den Wurzelballen der Kirsche bereits ausgehobene Loch an der Einfahrt zum Parkplatz des Ärztehauses am Landratspark wurde gestern Vormittag vom Bauhof jedenfalls erst einmal wieder zugeschüttet.

 Weniger Probleme erwartet die Grünabteilung in der Straße Am Weinhof, wo neun Rotbuchen der Kettensäge zum Opfer gefallen waren. Sie werden jetzt im Verhältnis 1:1 durch die laut Antje Langethal widerstandsfähigeren und an den Standort besser angepassten Hainbuchen ersetzt. Dass die Stadt dort und im Seminarweg überhaupt Tabula rasa gemacht hatte, war auf heftige Kritik aus der Bevölkerung gestoßen. Gerade die Kastanien galten vielen Segebergern als stadtbildprägend. Doch die Verantwortlichen machten sich die Entscheidung damals durchaus nicht leicht. Erst nach Rücksprache mit einem externen Sachverständigen sah sich der städtische Gärtnermeister endgültig bestätigt. Sämtliche Rosskastanien - so die Diagnose - waren unter anderem durch starken Pilzbefall so stark geschwächt, dass der Prozess des langsamen Absterbens nicht mehr aufzuhalten gewesen wäre. Darüber hinaus bestand Gefahr durch unvermittelt aus der Krone herausbrechende Äste; schlimmstenfalls hätte ein ganzer Baum umstürzen können. Bei den Rotbuchen lag die Sache ähnlich.

 Amtsleiterin Langethal hofft, dass die Kirschen den schwierigen Standort mit Gebäuden zu beiden Seiten und flächendeckender Versiegelung besser annehmen als die Rosskastanien. Eines steht aber jetzt schon fest: Bis zum nächsten Stromkabel sollen die Wurzeln sich gar nicht erst vorarbeiten können.

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