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Kaltenkirchen Die Trauer verarbeiten

Wer einen geliebten Menschen verloren hat, der weiß, wie schwer es ist, mit der Trauer und der neuen Lebenssituation umzugehen. Austausch mit anderen Betroffenen kann eine große Hilfe sein.

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„Gemeinsam wollen wir uns der Trauer stellen. Es ist ein konstruktiver und kreativer Prozess“, lädt Christa Samluck-Köpsel ins Café im Tausendfüßler-Gemeinschaftshaus ein.

Quelle: Ulrike Bundschuh

Kaltenkirchen. Möglichkeiten dazu bietet seit kurzem das Trauer-Café im Tausendfüßler-Gemeinschaftshaus an der Schützenstraße 45. „Besucher können sich ihren Schmerz von der Seele reden und dürfen dabei auch hemmungslos weinen“, sagt Trauerbegleiterin und Heilpraktikerin Christa Samluck-Köpsel. Sie begleitet die regelmäßigen Treffen.

 Geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt ein altes Sprichwort. Auch wenn das nicht immer so genau stimmt, soll der Erfahrungsaustausch zumindest eine kleine Hilfe sein. Freunde und Bekannte haben meist keine Ahnung, wie sie Trauernden begegnen sollen, ziehen sich eventuell auch zurück. Denn was sagt man zu der Freundin, die gerade ihren Mann oder ihr Kind verloren hat? „Am meisten habe ich es gehasst, wenn ich gefragt wurde: Wie geht es dir? Ja, wie soll es mir denn wohl gehen?“, sagte eine Teilnehmerin der ersten Veranstaltung, die ihren Sohn durch einen Unfall verloren hat. Jemanden zum Zuhören hätte sie gebraucht – und das geht hier im Trauercafé.

 Andere Teilnehmer werden mit der Leere nicht fertig, die der Verlust des Partners hinterlässt. Wieder andere können ihren Alltag nur noch schwer bewältigen, weil der verstorbene Partner vieles geregelt hat. Sei es die Witwe, die keinen Führerschein hat und deren Mobilität nun extrem eingeschränkt ist, oder der Witwer, der zuvor noch nie eine Waschmaschine bedient hat oder nicht kochen kann. Auch die lange anstrengende Zeit der Pflege und Sterbebegleitung für Verstorbene kann in Gesprächen verarbeitet werden, genauso wie der völlig unerwartete Tod eines Partners oder Kindes durch Unfall. Christa Samluck-Köpsel hört den Trauernden zu und gibt den einen oder anderen Tipp, wie Betroffene mit der neuen Situation umgehen können. „Ich stand 2003 selber vor dieser Situation und habe gemerkt, wie wenig Hilfe es gibt, Trauer zu verarbeiten“, erinnert sich Christa Samluck-Köpsel. Sie beschloss deshalb eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin zu absolvieren, um künftig anderen Menschen in solchen Situationen helfen zu können. „Dafür musste ich selber allerdings lernen, mit meiner eigenen Trauer umzugehen, denn nur dann kann man auch anderen helfen.“

 Dagmar Drümmer von der Tausendfüßler-Stiftung hatte die Notwendigkeit einer Hilfe für Trauernde in Kaltenkirchen erkannt und konnte Christa Samluck-Köpsel für die Begegnungen im Gemeinschaftshaus gewinnen. „Und die Resonanz auf das erste Treffen war sehr positiv“, sagt Dagmar Drümmer. „Anmeldungen für das nächste Treffen liegen schon vor.“ Jeder, der das Bedürfnis hat, über seine Trauer zu sprechen, ist willkommen, egal ob das Ereignis schon eine Zeit zurückliegt oder gerade erst passiert ist.

 Der nächste Termin in Kaltenkirchen ist am Sonntag, 30. August (Anmeldungen an Dagmar Drümmer unter der Telefonnummer 04191 / 9579647).

 www.zeit-trauer-raum.de

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