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Kita-Beiträge sind „unsozial“

Bad Bramstedt Kita-Beiträge sind „unsozial“

In der letzten Woche hatte der Sozialausschuss zum Teil drastisch steigende Kita-Beiträge für die Eltern beschlossen, die am Dienstag von der Stadtverordnetenversammlung nachvollzogen werden sollen. Der Protest ließ nicht lange auf sich warten.

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Elternvertreterin Christine Göppert (von links) mit ihren Kindern Janne (2) und Morten (5) und Elternbeiratsvorsitzende Julia Nissen mit Lilly (4) und Max (6) hoffen, dass heute viele Eltern zur Stadtverordnetenversammlung kommen.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Christine Göppert, Elternvertreterin in der Tagesstätte Arche, verfasste mit einigen Mitstreiterinnen einen Beschwerdebrief an Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach. Am Dienstagabend wollen die Eltern die Kommunalpolitiker zur Rede stellen.

 Der Sozialausschuss hatte sich dafür ausgesprochen, in drei Jahren eine 30-prozentige Deckung der Betriebskosten aller Kindertagesstätten durch die Elternbeträge zu erreichen. Er folgt damit einer Richtlinie des Kreises Segeberg. Die dafür notwendigen Erhöhungen sollen auf drei Jahre verteilt werden, sodass mit Beginn des Kita-Jahres 2017/18 die 30 Prozent von den Eltern getragen werden müssen.

 Das führt aber zum Teil zu einem Gebührenanstieg um fast 100 Prozent. Wer beispielsweise einen Krippenplatz mit 40 Wochenstunden belegt, soll dafür ab übernächstem Jahr 386 Euro bezahlen, zurzeit sind es 196 Euro. Wahrscheinlich werden die Elternbeiträge noch höher ausfallen, denn die Berechnungen fußen auf den jetzigen Betriebskosten. Sie werden aber in nächster Zeit weiter steigen, weil in der Altonaer Straße eine neue Kita in diesem Jahr eröffnen wird.

 Elternvertreterin Göppert hält die geplanten Erhöhungen für unsozial. Sie hat eine zweieinhalbjährige Tochter und einen fünfjährigen Sohn in der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Arche. Zurzeit bezahlt sie 450 Euro inklusive Essensgeld für beide Kinder. Da ihr Sohn bald zur Schule kommt, trifft sie die Erhöhung nicht so hart. Andere aber schon. „Viele Familien haben sich auf den bislang geforderten Beitrag finanziell eingestellt. Wir wissen von einem Fall, in dem die Familie gerade einen Hausbau beginnt. Der Vater arbeitet Vollzeit, die Mutter Teilzeit, das Budget ist verplant. Die Erhöhung der Gebühren in der Kita müssten durch eine Ausweitung der Teilzeitarbeit der Mutter aufgefangen werden. Dies ist jedoch in ihrem Fall nicht möglich. Schon gar nicht kurzfristig“, heißt es in dem Brief, den Christine Göppert an den Bürgermeister schrieb.

 „Wer ein Krippenkind neu anmelden will, muss sich nun spontan überlegen, ob sich der Wiedereinstieg der Mutter ins Berufsleben überhaupt lohnt“, sagte die Elternvertreterin der SZ. Nach den Berechnungen des städtischen Sozialamtes steigt der Betrag für einen Krippenplatz mit 20 Wochenstunden schon im August dieses Jahres um 47 Euro, das ist eine Steigerung von 41 Prozent. Ein 40-Stunden-Krippenplatz wird im August um 64 Prozent teurer. „Mieterhöhungen werden gesetzlich gedeckelt“, sagt Christine Göppert, doch bei den Kita-Gebühren könne die Kommune offenbar ohne jede Begrenzung erhöhen.

 Die Elternvertreterin betont, dass sie nicht generell gegen Beitragserhöhungen sei. Sie müssten aber sozial verträglich gestaltet werden. Eine pauschale Kostendeckung von 30 Prozent werde dem nicht gerecht. „Das führt dazu, dass Krippenplätze unverhältnismäßig teuer werden, weil ja ihre Betriebskosten wegen des höheren Personalschlüssels auch deutlich höher sind.“ Bei den sogenannten Regelgruppen mit Kindern über drei Jahren sei die 30-Prozent-Regelung dagegen vertretbar. Hier fallen die Beitragssteigerungen auch deutlich moderater aus. Der 25-Stunden-Platz beispielsweise wird bis 2017 um 16 Euro teurer. „Darauf kann man sich einstellen“, sagte die Elternvertreterin.

 Sie und die Eltern-Beiratsvorsitzende der „Arche“, Julia Nissen, hoffen, dass viele Eltern auch von den anderen Kitas ins Schloss zur Stadtverordnetenversammlung kommen. Beginn ist um 19 Uhr. Die Erhöhungen gelten für alle Kindertagesstätten in Bad Bramstedt. Unabhängig vom Träger werden die Elternbeiträge von der Stadt festgesetzt, um keine Konkurrenz unter den Einrichtungen entstehen zu lassen. Die Stadtverordneten werden die Empfehlung des Sozialausschusses zu den Kita-Beiträgen abstimmen. In der Einwohnerfragestunden wollen sich aber die Eltern zu Wort melden: „Wir werden dort unseren Standpunkt erklären und die Stadtverordneten auffordern, die neuen Sätze nicht zu beschließen“, sagte Christine Göppert.

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