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Aus Klärschlamm wird Kompost

Bornhöveder Klärwerk Aus Klärschlamm wird Kompost

Gärtner setzten 15000 Schilfpflanzen in den Kies von zwei großen Klärschlamm-Sammelbecken. „Die Pflanzen verwandeln in den kommenden Jahren den Klärschlamm in Kompost“, erklärte Bürgermeister Dietrich Schwarz den Zweck der neuen Anlage.

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In zwei großen Becken wird der Klärschlamm aus dem Bornhöveder Klärwerk zukünftig von Schilfpflanzen abgebaut.

Bornhöved. In Bornhöveds Klärwerk hilft die Natur so der Gemeinde, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen. Die Gemeinde investierte 400000 Euro, um in Zukunft bei den Ausgaben zu sparen, die notwendig sind, um den Klärschlamm loszuwerden. Das Schilf macht aus flüssigem Klärschlamm Erde. Diese Vererdung reduziere die Restmasse, um deren Verbleib sich die Gemeinde kümmern muss, auf ein Zehntel, erläuterte Schwarz.

 Die Funktionsweise ist einfach. Nachdem das Abwasser aus Bornhöved und Schmalensee die einzelnen Stationen des Klärwerks durchlaufen hat, wird das gereinigte Wasser zurück in die Natur geleitet wird. Zurück bleibt ein dickflüssiger Brei. Dieser Klärschlamm wurde bisher auf landwirtschaftliche Felder aufgebracht, berichtete Schwarz. Das sei aus ökologischen Gründen wahrscheinlich bald nicht mehr erlaubt.

 Fünf Jahre hatte die Gemeinde beraten, nun geht es los: Ab sofort fließt der Brei in die mit Schilf bewachsenen, jeweils 3000 Quadratmeter großen Becken. „Eingeleitet wird immer nur so viel, dass oben noch das Grün der Pflanzen zu sehen ist“, erläutert Schwarz. Ein großer Teil der Flüssigkeit versickert durch den Kies und wird durch ein Drainagerohr abgeleitet. Der andere Teil wird von den Schilfpflanzen aufgenommen und verdunstet durch die Blätter. Außerdem wandeln die Pflanzen die Inhaltsstoffe der Klärrückstände in Blattmasse um.

 Im Herbst verwelken die Schilfpflanzen und werden selbst Teil des Komposts. Im Frühjahr darauf bilden das Wurzelgeflecht, die so genannten Rhizome, neue Schilfpflanzen und der Prozess beginnt von vorne.

 Das Verfahren komme bis auf ein wenig Überwachung ohne jeglichen personellen und technischen Aufwand aus, sagte Schwarz. Erst wenn die Kompostschicht 1,50 Meter hoch ist, werden die Becken mit Baggern geleert. Wofür dann die Klärschlammerde genutzt wird, steht noch nicht fest. Sicher ist aber schon eins, so Schwarz: Die Investition von 400000 Euro werde sich schon bei der ersten Räumung nach zehn Jahren bezahlt machen. „Außerdem entlasten wir auch unser Gewissen. Zum Beispiel wird durch das Verfahren das Nitrat in ungiftigen Stickstoff umgewandelt.“

 Wie viele Jahrzehnte die Folien und andere Bestandteile der Anlage halten, sei noch nicht absehbar, so der Bornhöveder Bürgermeister. „Es gibt solche Anlagen erst seit fünfzehn Jahren. Ein bisschen Mut habe daher schon zu der Entscheidung gehört. „Aber es gibt bisher keine nicht funktionierenden Anlagen.“

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