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Große Pläne für den Sport

Henstedt-Ulzburg Große Pläne für den Sport

In einem Punkt waren sich alle Anwesenden im überfüllten großen Saal des Henstedt-Ulzburger Rathauses einig: Ein neuer Sportkomplex an der Bürgermeister-Steenbock-Straße wäre ein großer Gewinn für die Gemeinde - mit Fußball-Leistungszentrum, Handballhalle mit Internat und einer Geschäftsstelle für den SV Henstedt-Ulzburg.

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Ein Teil der ersten Skizze einer großen Halle an der Bürgermeister-Steenbock-Straße (links), an die ein Sportinternat angeschlossen werden könnte.

Quelle: Privat

Henstedt-Ulzburg. Die Aussicht, dass die 5 Millionen Euro teure Halle von einer privaten Investorengruppe errichtet werden könnte, ist verlockend. Mit einer kommunalen Zusatzinvestition in Höhe von 3 Millionen Euro könnte sogar eine Multifunktionshalle entstehen, die mit Tribünenplätzen für rund 1500 Besucher den Spielbetrieb der Zweitliga-Handballer im Ort sichern würde und gleichzeitig für andere Veranstaltungen genutzt werden könnte.

 So war es dann auch keine große Überraschung, dass Beifall ausbrach, nachdem die Pläne durch die Gemeindeverwaltung vorgestellt worden waren und der Norderstedter Unternehmer Dirk Aargaard im Namen der Investorengruppe sein Plädoyer gehalten hatte. Der Applaus kam vor allem aus den Reihen der zahlreichen Handballer und Fußballer, für die es eine vielversprechende Perspektive ist, auf einem gemeinsamen Campus künftig Jugend- und Leistungsteams zusammenzufassen. Bislang sind die Sportstätten über den gesamten Ort verstreut.

 „Wir brauchen dieses Leistungszentrum nicht nur für die in der SH-Liga spielende erste Mannschaft, sondern vor allem für den Nachwuchsbereich, um die Abteilung und ihre Mannschaften in den verschiedenen Altersgruppen besser zu verzahnen“, sagte Fußballtrainer Jens Martens.

 Auch die Handballer waren begeistert. Eine Halle mit angegliedertem Internatsbetrieb verspricht nicht nur mehr Ausbildungsqualität, sondern - aufgerüstet durch Tribünen und Zusatzräume - endlich eine komfortable Spielstätte für die beiden Topteams in der 2. Liga (Männer) und 3. Liga (Frauen). Bislang gastieren die Mannschaften in der eher tristen Sporthalle des Alstergymnasiums, die den Charme einer Turnhalle trotz erheblicher Anstrengungen nicht hat ablegen können. „Das sind verlockende Aussichten“, kommentierte Stefan Schubert, Teammanager der Damen, die Baupläne.

 Doch so enthusiastisch waren längst nicht alle. Vor allem Anwohner machten gegen eine Aufrüstung des Geländes mit diversen Fußballfeldern, einem Stadion und der neu konzipierten Halle mobil. Bürger in den Wohngebieten Hasselbusch und Hohenbergen befürchten nicht nur massive Lärmbelästigung, sondern eine Zunahme des Verkehrs in ihren Wohnstraßen und eine angespannte Parksituation vor ihren Häusern.

 „Wir sind ja für dieses Sportgelände, aber warum wird es nicht in einem der Gewerbegebiete nahe der A7 gebaut?“, fragte eine aufgebrachte Anwohnerin. Bürgermeister Stefan Bauer verwies in seiner Antwort darauf, dass andere Standorte geprüft und verworfen worden seien. Eine Ausweitung des Sportgeländes an der Bürgermeister-Steenbock-Straße sei mit überschaubaren Mitteln zu leisten. Allerdings müsste Gelände dazugekauft werden. Um eine Belästigung in den angrenzenden Wohngebieten zu vermeiden, haben die Planer Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen und eine Anbindung des Sportkomplexes über eine neue Trasse Götzberger Straße/Kisdorfer Straße in ihre Überlegungen einbezogen. Das ist einigen Einwohnern zu wenig.

 Emotionen kochten hoch, als sich die Tennisspieler des SV Henstedt-Ulzburg zu Wort meldeten, die ihr Domizil an der Bürgermeister-Steenbock-Straße aus wirtschaftlichen Gründen räumen und sich künftig auf dem Rhen mit dem TC Alsterquelle eine Anlage teilen sollen. Der Unmut entzündete sich allerdings weniger am Sport-Campus, sondern an der vereinsinternen Informationspolitik, die scharf gerügt wurde.

 Nach der kontroversen Diskussion stimmte der Kultur- und Sportausschuss mit neun Stimmen für die von CDU und WHU eingereichte Beschlussvorlage. Die sieht vor, dass die Gemeindeverwaltung die Gespräche zum Erwerb notwendiger Grundstücke für das Projekt vorantreibt und die Beratungen mit den privaten Investoren intensiviert. Ferner erhielt die Verwaltung einen Auftrag, bis zur nächsten Sitzung Ende September die Planungen hinsichtlich Finanzierung, Machbarkeit und Verträglichkeit für die Anwohner zu prüfen. Die beiden SPD-Vertreter im Kultur- und Sportausschuss waren dagegen.

 „Wir nehmen die Bedenken sehr ernst und werden gemeinsam nach Lösungen suchen“, versprach WHU-Vertreter Kurt Göttsch, einer der Initiatoren des Projektes. Auch CDU-Kollege und Ausschussvorsitzender Sven Oldag zeigte sich zufrieden: „Der Ausschuss hat mit klarer Mehrheit einen Auftrag erteilt, das Projekt weiter zu planen. Das ist eine große Chance für den Sport in Henstedt-Ulzburg. Aber es gilt noch einige Probleme aus dem Weg zu räumen.“ Für die aufgebrachten Tennisspieler könnte er sich eine Rückkehr auf die alte FCU-Anlage im Bürgerpark vorstellen.

 Wann der erste Spatenstich erfolgen könnte, bleibt vorerst offen. Ebenso wurde nicht über weitere Kosten gesprochen. Denn mit dem Bau der Halle, ganz gleich ob einfache Spiel- oder Multifunktionsstätte, ist es schließlich nicht getan. Die Investitionen für Fußballplätze, Lärmschutz und Anbindung werden mit Sicherheit siebenstellig ausfallen. Zur Refinanzierung ist angedacht, große Teile des Sportgeländes am Schäferkampsweg in Bauland umzuwidmen.

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